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Versperrt bleibt den Anrainern wohl der Weg über eine feste Elbquerung zwischen Neu Darchau und Darchau. Der Lüneburger Kreistag wird voraussichtlich mit den Stimmen der rot-grünen Mehrheit am 20. Juli beschließen, die Planungen einzustellen. Foto: t&w
Versperrt bleibt den Anrainern wohl der Weg über eine feste Elbquerung zwischen Neu Darchau und Darchau. Der Lüneburger Kreistag wird voraussichtlich mit den Stimmen der rot-grünen Mehrheit am 20. Juli beschließen, die Planungen einzustellen. Foto: t&w

Brücken-Aus vor den Ferien?

ml/lk Lüneburg. Das Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistags am 15. Juni will Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt zwar noch abwarten, aber: „Ich sehe nicht, wie der Kreis dieses Vorhaben finanzieren soll.“ Im Klartext: Der Chef der Lüneburger Kreisverwaltung will dem Kreistag vorschlagen, die Planungen für die Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau rund 14 Jahre nach dem Baubeschluss einzustellen. Und das, wie bereits vermutet, noch vor den Sommerferien, die am 23. Juli beginnen. Die nächste Kreistagssitzung ist für Montag, 20. Juli, anberaumt.

Hintergrund ist die Überprüfung der jüngsten Kostenermittlung durch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Während das mit der Brückenplanung beauftragte Hamburger Ingenieurbüro die Kosten zuletzt auf 58 Millionen Euro geschätzt hat, geht die Landesbehörde in ihren Berechnungen sogar von knapp 60 Millionen Euro aus. Das berichtete Nahrstedt gegen Ende der Kreistagssitzung am Montag.

Auf Nachfrage des Kreises hatte die Behörde die Kosten nach dem aktuellen Planungsstand, mit den Ausgaben bereits fertiggestellter Bauwerke der niedersächsischen Straßenbauverwaltung verglichen. Ergebnis: Die angegebenen Kosten für Strombrücke, Vorlandbrücken, Straßen einschließlich Rampen und Schutzmaßnahmen seien „auskömmlich und realistisch“, heißt es in dem Schreiben der Behörde.

Lediglich die Bauzusatzkosten, darunter vor allem die Aufwendungen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Biosphärenreservat, würde das Land höher ansetzen und empfiehlt, mit einem Anteil von rund 2,5 bis 3,0 Prozent der Gesamtbaukosten zu kalkulieren. „Das bedeutet, dass der Landkreis eher mit knapp 60 Millionen Euro rechnen muss“, erklärt Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer.

Das weitere Vorgehen will der Landrat nun mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistags am 15. Juni besprechen. Eine Wende erwartet Nahrstedt aber nicht. „Die Argumente sind ausgetauscht, die Meinungen bekannt“, sagte der Kreishauschef auf LZ-Anfrage. Während die rot-grüne Kreistagsmehrheit bereit ist, das Projekt zu Grabe zu tragen, fordert die CDU, die Planung zum Abschluss zu bringen: „Erst wenn der Planfeststellungsbeschluss vorliegt, wissen wir definitiv, was die Brücke kostet, und können uns um eine konkrete Finanzierung kümmern“, hatte Fraktionschef Alexander Blume immer wieder betont. Der Förderverein Brücken bauen hatte zuletzt zahlreiche Gespräche geführt, um alternative Geldquellen zu erschließen. Unter anderem mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern.

Doch die Alternativen haben Nahrstedt offenbar nicht überzeugt. „Wir sind jetzt schon bei 60 Millionen. Bis zu einem Planfeststellungsbeschluss, der dann auch noch beklagt wird, steigen die Kosten noch weiter.“ Zudem habe der Kreis mit dem Breitbandausbau, dem Bau neuer Sporthallen und der Fortführung der Schulsanierung weitere teure Aufgabenfelder zu beackern.

 

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