Aktuell
Home | Lokales | Sommer, Sonne, saubere Seen – Sabine Meyer-Olbersleben überprüft die Badewasserqualität im Kreis
Auch aus dem Scharnebecker Inselsee entnimmt Sabine Meyer-Olbersleben eine Wasserprobe. Die Hygienekontrolleurin ist regelmäßig an den Badeseen im Kreis unterwegs. Foto: t&w
Auch aus dem Scharnebecker Inselsee entnimmt Sabine Meyer-Olbersleben eine Wasserprobe. Die Hygienekontrolleurin ist regelmäßig an den Badeseen im Kreis unterwegs. Foto: t&w

Sommer, Sonne, saubere Seen – Sabine Meyer-Olbersleben überprüft die Badewasserqualität im Kreis

emi Scharnebeck. Montag, 9.30 Uhr, Wind wühlt den Scharnebecker Inselsee auf. Sabine Meyer-Olbersleben streift sich Gummihose und -stiefel über und watet ins Wasser. In ihren Händen hält sie einen langen Teleskoparm, an dem eine sterile Plastikflasche befestigt ist. Mit schwungvollen Bewegungen lässt sie den Stab durchs Wasser gleiten. Minuten später steht sie wieder am Ufer und schraubt das Fläschchen zu. Die erste Wasserprobe des Tages ist entnommen.

Die 47-Jährige ist Hygiene-kon­trolleurin beim Gesundheitsamt des Landkreises Lüneburg. Während der Badesaison vom 15. Mai bis 15. September fahren Sabine Meyer-Olbersleben und ihre Kollegen alle vier Wochen los, um die Wasserqualität an den fünf als EU-Badestellen ausgewiesenen Seen im Kreis zu überprüfen. Das sind der Reihersee in Lüdershausen, der Barumer See, der Inselsee in Scharnebeck, die Badestelle Haar am Sumter See und die Badestelle Zeetze.

„Wenn ich ankomme, schaue ich mir erstmal an, ob der Badesee verfärbt und wie die Strandlage ist“, erklärt die Kontrolleurin. Neben der optischen Überprüfung spielen die Proben eine große Rolle. Im Labor wird später ganz genau gemessen, wie viele Bakterien sich im Badewasser befinden — konkret geht es um die Fäkalindikatoren Escherichia Coli und intestinale Enterokokken. Werden bei den Escherichia Coli höhere Werte als 1800 koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter Wasser, bei den intestinalen Enterokokken höhere als 700 festgestellt, deutet das auf eine Verunreinigung hin — etwa durch Einträge von Wasservögeln. Das Gesundheitsamt muss dann ein Badeverbot anordnen.

Doch davon sind die Gewässer im Kreis Lüneburg weit entfernt. Vier von fünf sind mit der Top-Bewertung „ausgezeichnet“ versehen, der Inselsee erreicht das zweitbeste Prädikat „Gut“. Woran das liegt, können die Kontrolleure nicht genau sagen, eine Ursache könnte sein, dass der See, anders als die anderen, nicht an ein Fließgewässer angebunden ist. Die Einstufung basiert auf dem Durchschnitt der Untersuchungsergebnisse der vergangenen vier Jahre. Schon ein „Ausreißer-Jahr“ bei den Messwerten kann das Gesamturteil verändern.

Nachdem Sabine Meyer-Olbersleben das Plastikfläschchen in einem Koffer verstaut hat, schöpft sie mit einem weiteren Behälter aus Glas Wasser aus dem Inselsee. Noch am Ufer misst sie darin mithilfe eines kleinen schwarzen Geräts und einer Sonde pH-Wert und Wassertemperatur. 24,1 Grad zeigt das Display an, nach kurzer Wartezeit blinkt der pH-Wert auf: 8,5. „Zwischen 7 und 9 ist okay“, sagt die Expertin zufrieden, und trägt die Werte in eine Liste ein. Dann packt sie ihre Sachen zusammen. Ihre Arbeit ist beendet — zumindest in Scharnebeck. An den anderen Seen gibt es noch zu tun. Und schon in etwa vier Wochen wird sie sich wieder Hose und Gummistiefel überstreifen und in den Inselsee hineinwaten.

VIDEO

Messergebnisse im Überblick

Die aktuellen Proben müssen noch im Labor ausgewertet werden. Bei der vorangegangenen Messung vom 4. Mai wurden folgende Werte festgestellt:
Inselsee: Escherichia Coli 53 KBE / intestinale Enterokokken 10 KBE pro 100 Milliliter.
Reihersee: weniger als 10 / weniger als 10 KBE.
Barumer See: 21 / weniger als 10 KBE.
Sumter See, Badestelle Haar: 10 / weniger als 10 KBE.
Badestelle Zeetze: weniger als 10 / weniger als 10 KBE.

Weitere Informationen zu den Untersuchungsergebnissen gibt es unter www.apps.nlga.niedersachsen.de/eu/batlas/ im Badegewässer-Atlas Niedersachsen.