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Olaf Pahl stellt sich als neuer Radverkehrsbeauftragter dem Kreistag vor  mit Klapprad im Gepäck. Der Direktor des Hamburger Schulmuseums nennt sich selbst einen passionierten Radfahrer. Foto: t&w
Olaf Pahl stellt sich als neuer Radverkehrsbeauftragter dem Kreistag vor mit Klapprad im Gepäck. Der Direktor des Hamburger Schulmuseums nennt sich selbst einen passionierten Radfahrer. Foto: t&w

Politik bestimmt Olaf Pahl zum neuen Radverkehrsbeauftragten des Landkreises Lüneburg

off Lüneburg. Sein Vorgänger hat vor einem knappen Jahr hingeschmissen, jetzt wagt Olaf Pahl als Radverkehrsbeauftragter des Landkreises Lüneburg einen neuen Anlauf. Mehrheitlich bei vier Gegenstimmen ist der 49-Jährige vom Kreistag für das Ehrenamt bestellt worden. Pahls großes Ziel: „Ich möchte mehr Freude fürs Radfahren wecken.“ Nachdem er seinen Posten als Schulleiter nach 16 Jahren aufgegeben und als Direktor des Hamburger Schulmuseums in Teilzeit neu angefangen hat, habe er jetzt Zeit für ein Ehrenamt. Mehr noch: „Es wurde Zeit für ein Ehrenamt!“, sagte er.

Ähnlich wie sein Vorgänger Jürgen Heisrath beim Amtsantritt träumt auch Olaf Pahl von Verhältnissen für Radfahrer wie in Dänemark. „Ich glaube fest daran, dass die Entwicklung bei uns den Radfahrern mehr Raum geben muss.“ Zur Demonstration hatte er eins seiner Fahrräder gleich mitgebracht — zusammengeklappt zu einem handlichen Paket. „Das nehme ich ich fast überall mit hin“, sagte er, „ob im Auto oder in der Bahn.“

Offiziell loslegen wird der Radverkehrsbeauftragte zum 1. Juli, seine Amtszeit läuft zunächst bis zum Ende der Wahlperiode am 31. Oktober 2016. Ein gutes Jahr Zeit, um etwas zu bewegen — und die Ziele, die Rot-Grün 2012 in ihrem Antrag zur Einrichtung des Ehrenamtes formuliert hat, zu erfüllen.

Dabei ging es der Kreistagsgruppe vor allem um die „Verbesserung der Sicherheit und Verkehrssituation von Radfahrern“. Gefährliche oder nicht zumutbare Radwege sollten ermittelt, „realisierbare Verbesserungsvorschläge“ gemacht und eine Arbeitsgruppe mit weiteren Experten eingerichtet werden. 15 Monate arbeitete der erste Radverkehrsbeauftragte Jürgen Heisrath an den Zielen, dann bat er im Juni 2014 um seine vorzeitige Entlassung. Heisraths Kritik: Die Herausforderungen der Zukunft seien durch ein Ehrenamt nicht zu bewältigen, seine Ideen immer wieder an der Umsetzbarkeit und langen Entscheidungswegen gescheitert.

Nach dem Rücktritt beantragte die Gruppe FDP/Unabhängige im Oktober 2014, den Posten nicht neu zu besetzen und die Aufgaben künftig von der Kreisverwaltung bearbeiten zu lassen. Ohne Erfolg. Die Kreistagsmehrheit lehnte den Antrag ab — und die Verwaltung suchte nach einem Nachfolger. Sieben Kandidaten stellten sich persönlich vor, die Verwaltung wählte Pahl als „geeignetesten Interessenten“ aus.

Dass der Häcklinger nun nicht von allen Kreistagsmitgliedern seinen Segen bekommen hat, „liegt nicht an Ihrer Person“, betonte Martin Gödecke, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen. „Aber ich war von Anfang an gegen dieses Amt.“ Auch Wilhelm Kastens (CDU) kritisierte allein den Posten, erklärte: „Das Aufgabenfeld des Radverkehrsbeauftragten ist im Betriebs- und Straßenbauausschuss gut aufgehoben.“ Dagegen hielten Oliver Glodzei (Grüne) und Franz-Josef Kamp (SPD-Fraktionsvorsitzender). „Wir freuen uns, dass Sie da sind“, sagte Glodzei. Und Kamp betonte: „Ich glaube, das Thema Radverkehr wird uns in den nächsten zehn Jahren noch intensiv beschäftigen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!“

One comment

  1. „Nachdem er seinen Posten als Schulleiter nach 16 Jahren aufgegeben und als Direktor des Hamburger Schulmuseums in Teilzeit neu angefangen hat, habe er, der 49-Jährige, jetzt Zeit für ein Ehrenamt.
    Mehr noch: “Es wurde Zeit für ein Ehrenamt!”, sagte er.“

    Es wäre sicherlich auch vermeldenswert gewesen, warum er denn seinen Posten als Schulleiter aufgegeben hat.
    Da bleibt ein großes Fragezeichen ????

    Jetzt aber Teilzeit im Museum und das Ehrenamt?
    Hoffentlich übernimmt er sich da nicht.

    Wo es doch so ein wichtiges Amt ist, es geht immerhin um die Verbesserung der Sicherheit und Verkehrssituation der Radfahrer.
    Ich denke, sein erster Vorschlag wird die Helmpflicht für Radfahrer.