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Eigentlich im Jahresverlauf erwartet, soll der Planfeststellungsbeschluss für die A39 erst Ende 2016 vorliegen. Im Bereich der heutigen Ostumgehung erwarten die Planer für 2030 eine Verkehrsbelastung von bis zu 72000 Kfz pro Werktag, davon bis zu 12000 Lkw. Foto/Montage: A39
Eigentlich im Jahresverlauf erwartet, soll der Planfeststellungsbeschluss für die A39 erst Ende 2016 vorliegen. Im Bereich der heutigen Ostumgehung erwarten die Planer für 2030 eine Verkehrsbelastung von bis zu 72000 Kfz pro Werktag, davon bis zu 12000 Lkw. Foto/Montage: A39

A39-Planung verzögert sich

ml Lüneburg. Vor wenigen Monaten noch hatte Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) für dieses Jahr den Planfeststellungsbeschluss und damit die Baureife der Autobahn 39 Lüneburg-Wolfsburg erwartet. Doch daraus wird nichts. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. Gestellt hatte die Anfrage unter anderem die Lüneburger Abgeordnete Dr. Julia Verlinden.

Der Antwort zufolge erwartet das Bundesverkehrsministerium den Planfeststellungsbeschluss für den ersten Abschnitt Lüneburg-Nord (L216) bis östlich Lüneburg (B216) erst Ende 2016 — ebenso wie die Baureife für den Abschnitt 7 Ehra bis Wolfsburg. Die Baukosten für das Projekt werden unverändert mit 1,1 Milliarden Euro veranschlagt. Dabei ist der erste Abschnitt mit 136 Millionen Euro fast der günstigste — aber mit knapp acht Kilometern auch der kürzeste. Das spiegelt sich in den Kosten pro Kilometer wieder, die liegen bei 17,7 Millionen Euro, der mit Abstand höchste Wert des Autobahnprojektes.

Wie belastbar diese Zahlen sind, wird sich voraussichtlich im Jahresverlauf zeigen. Denn für die Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2015 kommt auch die A39 noch einmal auf den Prüfstand. „Derzeit werden alle für den BVWP 2015 angemeldeten Projekte gesamtwirtschaftlich bewertet und hinsichtlich netzkonzeptioneller, raumordnerischer, städtebaulicher und naturschutzfachlicher Aspekte beurteilt“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Hoffnung schöpfen daraus die Gegner der Autobahn. Sie kritisieren seit langem das mit 1,9 niedrige Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) der A39. Zum Vergleich: Das NKV der annähernd parallel verlaufenden A14 Magdeburg-Schwerin, die zum Teil bereits fertig gestellt ist, steht mit einem NKV von 4,7 in den Planungsunterlagen. Nun setzen die Gegner darauf, dass das niedrige NKV der A39 bei der Neuauflage des BVWPs die Trassenpläne zu Fall bringt. Zumal die Bundesregierung im Frühjahr 2014 die Prioritäten neu gesetzt hat: Erhalt geht jetzt vor Neubau, deshalb auch die Überprüfung der für den „Vordringlichen Bedarf“ angemeldeten Projekte, deren Bau noch nicht begonnen hat. Dazu zählt auch die A39. Laut Bundesregierung sollen die Bewertungsergebnisse mit den Nutzen-Kosten-Analysen voraussichtlich bis zum Spätsommer vorliegen.

Im Zuge der Koalitionsverhandlungen hatten SPD und Grüne in Hannover vereinbart, auch den Ausbau der Bundesstraße 4 für den „Vordringlichen Bedarf“ im BVWP anzumelden. Bereits aus den Antworten zu einer Anfrage der Linken zu dem Thema ging hervor, dass diese Variante das notwendige Kriterium der Kapazitätserweiterung nicht erfüllt. Auch jetzt heißt es aus Berlin, dass „eine wechselseitige Erweiterung von zwei auf drei Fahrstreifen zwar eine Erhöhung der Verkehrsqualität, nicht aber der Kapazität bewirkt“. Ergänzt um den Zusatz: „Gleichwohl werden bei der gesamtwirtschaftlichen Bewertung sowohl die Kosten als auch der verkehrliche Nutzen … berücksichtigt.“ Das bedeutet offenbar, dass auch der B-4-Ausbau im Rennen bleibt.