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Die Grundschule in Ochtmissen platzt bereits aus allen Nähten, jetzt soll noch ein weiterer Unterrichts-Container aufgestellt werden. Foto: be
Die Grundschule in Ochtmissen platzt bereits aus allen Nähten, jetzt soll noch ein weiterer Unterrichts-Container aufgestellt werden. Foto: be

„Haben massive räumliche Probleme“

us Lüneburg. Schon zum Start gabs Hindernisse. Weil Sanitärräume, ein Wickelraum und passendes Mobiliar in der Schule am Sandberg fehlten, wurde es im vergangenen Sommer nichts mit der geplanten Aufnahme einer Kooperationsklasse der Schule am Knieberg. Nach nur wenigen Wochen mussten die sechs angetretenen Förderschüler mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung wieder ihre Sachen packen und in ihre Stammschule zurückkehren. Inzwischen sind sie zwar wieder zurück in Ochtmissen, doch es gibt neue Probleme: Der dort bereits aufgestellte und ursprünglich für zwei Jahre vorgesehene Unterrichts-Container wird nun wohl deutlich länger stehen bleiben. Es soll sogar noch ein weiterer Container hinzukommen.

„Als der Container aufgestellt wurde, hieß es seitens der Stadt, dass er nach zwei Jahren wieder wegkommt. Doch daraus wird offenbar nichts“, sagt Jens-Peter Schultz, Ortsbürgermeister von Ochtmissen. Der vor knapp zwei Jahren aufgestellte Container sollte wegen befristeter Zweizügigkeit vorübergehend Schüler aufnehmen, schon damals zum Verdruss einiger Anwohner, die ihn aus optischen Gründen ablehnten und zusätzlichen Lärm durch Ball spielende Schüler befürchteten. Nun aber müssen sie vermutlich deutlich länger auf die Wände des Moduls blicken.

Mit dem Einzug der Kooperationsklasse ins Hauptgebäude musste eine Regel-Klasse weichen und in den Container umziehen. Da die Kooperationsklasse alle vier Grundschuljahre in Ochtmissen durchlaufen soll, wird auch der Container so lange benötigt werden, bestätigt Lüneburgs Bildungsdezernentin Pia Steinrücke. „Wir haben dafür auch eine entsprechende Baugenehmigung.“

Die Schule stößt bereits jetzt an ihre räumlichen Grenzen zusätzlich zum Unterrichts-Modul ist auf dem Schulhof auch ein Sanitär-Container für die Schüler der Kooperationsklasse aufgestellt worden. Trotzdem plant die Stadt schon, einen weiteren Container aufzustellen. Sie will damit dem steigenden Bedarf an der Nachmittags-Betreuung gerecht werden, die sich ab dem kommenden Schuljahr abzeichne. „Wir haben steigende Anmeldungen von Kindern, die jetzt noch in der Kita sind“, erklärt Pia Steinrücke. Nachdem im vergangenen Jahr bereits für eine halbe Gruppe der Kellerraum der Schule in Anspruch genommen werden musste, seien die weiteren baulichen Möglichkeiten für eine Erweiterung ausgeschöpft. Geplant sei, den zusätzlichen Unterrichts-Container am jetzigen Lehrerparkplatz aufzustellen. Noch sei allerdings nichts beschlossen, „wir sind am Anfang“, bekräftigt die Bildungsdezernentin. Das Thema soll bei der Ortsratssitzung am 15. Juni behandelt werden (siehe Extra-Kasten).

Kein Thema seien derzeit Überlegungen, die Schule am Sandberg auch in eine Ganztagsschule umzuwandeln. Zwar plant die Stadt, grundsätzlich alle ihre Schulen zu Ganztagsschulen zu machen, doch dafür sei der Zeitpunkt in Ochtmissen noch nicht gekommen. „Das geht nur nach und nach. Wir richten den Fokus derzeit auf die Igelschule und die Schule Im Roten Felde“, verdeutlicht Pia Steinrücke.

Jutta Böttcher, Rektorin der Grundschule in Ochtmissen, sieht dem Ganztagskonzept mit gemischten Gefühlen entgegen. Zwar begrüße sie eine Umwandlung, das aber sei mit zusätzlichem Platz verbunden, den sie nicht habe: „Wir haben jetzt schon massive räumliche Probleme“. Auch nach Einschätzung von Ortsbürgermeister Schultz ist eine Erweiterung auf dem bestehenden Grundstück nicht möglich. „Wenn die Schule größer werden soll, geht das nur an einem anderen Standort. Das wollen wir aber nicht.“

One comment

  1. Leider ist es im Landkreis mittlerweile ein vertrautes Bild: Container an Schulen.
    Solange, wie diese mancherorts schon stehen, wäre das Geld für einen Anbau längst übertroffen.
    Aber hier in Niedersachsen wird ja Schule in Regierungszeiträumen gespielt. Und keine will Geld für Schulgebäudean- und ausbauten ausgeben.
    Ich mag es schon nicht mehr hören, wenn von „Übergangslösungen“ gesprochen wird.
    Die Verantwortlichen übersehen dabei meines Erachtens bewusst, dass die meisten Schulen aus Raumnot nicht mal mehr in der Lage sind, GESETZESVORGABEN zu erfüllen. Sie sind verpflichtet, Inklusionskinder aufzunehmen. Sie sind gehalten, Sprachlernklassen einzurichten. Baugebiete für junge Familien schießen au dem Erdboden, es wird mit Schulen vor Ort geworben.
    Aber: All das soll in bestehenden Räumlichkeiten statt finden. Dass neue Räume mit besonderer Ausstattung benötigt werden, fällt-. upps- erst Jahre später auf…