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Züchter aus dem ganzen Land präsentieren ihre Tiere bei der Landesziegenschau im Rahmen des Arche-Tages in Lemgrabe. Foto: ki
Züchter aus dem ganzen Land präsentieren ihre Tiere bei der Landesziegenschau im Rahmen des Arche-Tages in Lemgrabe. Foto: ki

Vielfalt aus der Arche-Region

ki Lemgrabe. Im Mittelpunkt des vierten Arche-Tages stand die Landesverbandsschau der Niedersächsischen Ziegenzüchter. Sie stellten 65 Tiere verschiedener Rassen vor. Ganz im Zeichen der Ziege stand dann auch die Eröffnung. Die Kinder vom Dahlenburger Kindergarten stimmten die Besucher mit einem Ziegenlied auf den Arche-Tag ein und hatten für den Wertungsring viele Ziegen-Bilder gemalt und zur Dekoration aufgehängt. Erstmals fand der Arche-Tag mit einem Bio- und Bauernmarkt der Archebetriebe von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen am Westufer statt.

Der Hof Petersen in Lemgrabe bot für die Veranstaltung einen wunderbaren Rahmen, der mehr als 3000 Besucher begeisterte. Landrat Manfred Nahrstedt freute sich bei der Eröffnung, dass immer mehr Züchter bereit sind, bedrohte Nutztierarten zu erhalten, die Produkte aus der Region immer bekannter werden und drei Bundesländer eine Region sein können. Rechtzeitig zu der Veranstaltung ist die inzwischen dritte Auflage der von Hartmut Heckenroth erarbeiteten Erlebniskarte von Arche zu Arche auf Radwanderwegen erschienen, die der Vorsitzende des Fördervereins Arche-Region Holger Hogelücht vorstellte.

Der Wolf war auch ein Thema. „Wir sollten nicht nur davon reden, wie toll es ist, aussterbende bedrohte Tierrassen zu erhalten, sondern den Züchtern, wo erforderlich, auch Wolfsschutz geben, und wenn wir uns finanziell beteiligen müssen“, sagte Nahrstedt. Mit einem Informationsstand war der Freundeskreis „Freilaufende Wölfe“ vertreten. Der Verein überreichte der Arche-Region 700 Euro. Die Summe ist durch Spenden bei der Informationsveranstaltung in Bleckede zusammengekommen. Der Freundeskreis hat 300 Mitglieder und sechs Wolfsberater.
Ziegenzüchter aus Tosterglope, Waddeweitz, Einbeck, Wittingen, Hermannsburg, Großefehn und Friedeburg stellten ihre Rassen vor. Keine leichte Aufgabe für die Richter Simonetta Kramer und Thorsten Brunkhorst. Denn ist das Gesamterscheinungsbild auch noch so gut, ausschlaggebend ist bei den Milchziegen letztlich das Euter.

Mit 13 Ziegen der Rasse „Weiße Deutsche Edelziegen“ schickte Bernhard Schwitters aus Friedeburg die meisten Milchziegen zur Bewertung in den Ring. Die Entscheidung fiel in der zweiten Runde, im Endring. Noch einmal wurden alle 1a-Tiere begutachtet. Die beste Ziege mit der Katalognummer 19, die auf den Namen Andora hört und mit der Silber-Plakette ausgezeichnet wurde, kommt aus dem Stall von Schwitters. Favoriten bei den Besuchern waren von den elf vorgestellten Rassen die Thüringer Waldziegen. Arnold Schütte aus Tosterglope hatte nicht nur zwei Muttertiere mitgebracht, sondern auch Ziegenlämmer, die in einem eingezäunten Areal herumtollten.

Und während die Ziegenschau lief, gab es jede Menge Programm auf dem Hof. Die Kinder konnten mit der zwölfjährigen Kaltblutstute aus Stixe über den Hof reiten, einen Kissenbezug bemalen und dann mit selbst gekämmter Wolle füllen oder beim Drechseln zum Künstler werden. Begeisterung weckte eine Schaueinlage des Teams vom Zirkus Tabasco aus Lüneburg. Bei den Akrobatiknummern hielten die Zuschauer den Atem an.

Was die Region an Leckereien zu bieten hat, davon gab es jede Menge Kostproben: Schwein vom Grill, diverse Wurstwaren, Butterkuchen und vor Ort gebackenes Brot. Vier Vortragsreihen in der Petersen-Scheune über das Anlegen von Streuobstwiesen, Dunkle Bienen, Alte Hühnerrassen und „Was passiert, wenn Schafe fressen?“ weckten ebenfalls großes Interesse.