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Hohen Sanierungsbedarf hat die 1901 fertiggestellte Hermann-Löns-Schule. Foto: t&w
Hohen Sanierungsbedarf hat die 1901 fertiggestellte Hermann-Löns-Schule. Foto: t&w

Fahrplan für den Klimaschutz – Stadt lässt Sanierungsbedarf ihrer Gebäude ermitteln

us Lüneburg. Rund 150 Gebäude nennt die Stadt Lüneburg ihr Eigen oder werden von ihr verwaltet. Viele von ihnen sind in die Jahre gekommen, nur die wenigsten entsprechen den aktuellen gesetzlichen Vorgaben zur Energieeinsparung. Für die 71 Gebäude, die der Stadt gehören, wurde jetzt ein Sanierungsfahrplan angekündigt. Ziel ist die Erstellung eines Klimaschutz-Teilkonzepts, das im kommenden Mai der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Sechs dieser Gebäude wurden bereits für eine mögliche energetische Sanierung in den Blick genommen. Begleitet wird das Projekt von einem Energieberatungsangebot der Klimaschutzleitstelle von Stadt und Landkreis Lüneburg.

„Vier Schulen und zwei Kitas kommen als erste in Betracht“, sagt Manfred Koplin, Leiter Gebäudewirtschaft der Stadt. Dies sind die beiden Grundschulen Hasenburger Berg und Hermann-Löns-Schule, das Johanneum und die Herderschule sowie die Kita Stadtmitte „und eine weitere Kita, die wir aber noch nicht festgelegt haben“. Die Auswahl der Gebäude wurde nach den Kriterien der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums festgelegt, die das Teilkonzept fördert. So dürfen ausschließlich kommunale Gebäude in den Genuss einer Sanierung kommen, diese müssen zudem vor 1995 errichtet worden sein. „Außerdem haben wir kleinere Gebäude wie öffentliche Toiletten, Kioske oder Lagerräume nicht mit eingerechnet. Im Ergebnis blieben 46 Objekte übrig“, erläutert Koplin.

Anhand der bereits bei der Stadt vorhandenen Daten wurden diese daraufhin untersucht, bei welchen der in Frage kommenden Gebäude eine energetische Sanierung sinnvoll und effektiv ist, sprich: mit den vorhandenen Fördermitteln der größtmögliche Nutzen für den Klimaschutz erzielt werden kann. Im Ergebnis wurden die sechs Gebäude herausgearbeitet, die jetzt in einem ersten Schritt genauer unter die Lupe genommen werden sollen. Hierfür und für die Ausarbeitung des Sanierungsfahrplans wurde die in Berlin ansässige Infas Enermetic Consulting GmbH beauftragt. Dafür sind Kosten in Höhe von 90000 Euro veranschlagt, die zu 70 Prozent vom Fördergeber getragen werden.

Parallel dazu bietet die Klimaschutzleitstelle von Stadt und Landkreis für Mieter und Hauseigentümer im Landkreis Lüneburg ein Energieberatungsangebot an. In Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Niedersachsen und der Klima- und Energieagentur Niedersachsen können Mieter und Eigentümer einen Basis-Check ihrer Wohnung durchführen lassen. Geprüft werden unter anderem der Strom- und Wärmeverbrauch sowie Einsparmöglichkeiten durch geringinvestive Maßnahmen. Hauseigentümer erhalten darüber hinaus Informationen über den energetischen Zustand ihrer Gebäudehülle und Heizungsanlage, auch werden weitere Möglichkeiten zur Energieeinsparung aufgezeigt. Die Checks werden vor Ort vorgenommen und kosten für Mieter 10 Euro, für Hauseigentümer 20 Euro. Anmeldungen werden unter Tel.261247 entgegengenommen. „Die ersten 30 Anmeldungen bekommen ihren Energie-Check sogar kostenlos“, sagt Dr. Silke Panebianco von der Klimaschutzleitstelle.