Aktuell
Home | Lokales | Zweijährige Bildungsinitiative für Schülerfirmen startet im Schubz
Die jungen Unternehmer der verschiedenen Schülerfirmen sind stolz auf ihre fair gehandelten Produkte: (v. l.) Niclas Ziegler, Hanna Dieck, Jan Mencke und Sina Dreßler. Foto: t&w
Die jungen Unternehmer der verschiedenen Schülerfirmen sind stolz auf ihre fair gehandelten Produkte: (v. l.) Niclas Ziegler, Hanna Dieck, Jan Mencke und Sina Dreßler. Foto: t&w

Zweijährige Bildungsinitiative für Schülerfirmen startet im Schubz

joh Lüneburg. Durch Schülerfirmen sollen Mädchen und Jungen lernen, wie Wirtschaft funktioniert. In manchen Fällen wird dabei auch noch der Blick für globale Gerechtigkeit geschärft. Genau das ist das Ziel der zweijährigen Bildungsinititative „Best Practice“, die jetzt im Lüneburger Umweltbildungszentrum Schubz vorgestellt wurde. Rund 30 Schülerfirmen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen am Prinzip des fairen Handels (Fairtrade) ausrichten, werden Teil eines Netzwerkes und tauschen Erfahrungen und Methoden aus. Daraus sollen langfristig neue Strukturen an Schulen sowie Umsetzungskonzepte und Bildungsmaterialien hervorgehen.

Einige „best practices“ aus der Region wurden im Schubz bereits präsentiert. Die Schülerfirmen „ModaReMa“ der Hugo-Friedrich-Hartmann-Schule Bardowick, „FairSalzen“ des Gymnasiums Salzhausen sowie „Chillout for a better world“ der Oberschule Hanstedt wollen sich für die Bildungsinitiative bewerben.

„FairSalzen“ und „Chillout for a better world“ haben an ihren jeweiligen Schulen den Vertrieb von fair gehandelten Snacks etabliert. Es wurden Automaten aufgestellt, die regelmäßig von den Schülerfirmen befüllt werden. An der Oberschule Hanstedt betreiben die Schüler darüber hinaus in den Pausen ein kleines Café. Neben diesem Kerngeschäft machen sie sich aber auch viele betriebswirtschaftliche Gedanken, von der Buchhaltung über die Lieferbeziehungen bis hin zu Marketing. Mit Umfragen oder sogar einem Werbefilm sollen die Mitschüler für den Mehrwert von Fairtrade-Produkten sensibilisiert werden.

„ModaReMa“ geht sogar einen Schritt weiter: Die Bardowicker Schüler stellen ihre Produkte selbst her. ModaReMa steht für „Mode aus recyceltem Material“ — Reissäcke, Tetrapacks und alte Kleidung werden zu Taschen, Geldbörsen und Schlüsselanhängern verarbeitet und verkauft. Während bei den beiden anderen Firmen faire Arbeitsbedingungen für die Zulieferer auf anderen Kontinenten im Fokus stehen, arbeiten die Schüler hier selbst an veranwortungsvollen Produkten. Und sie haben Spaß dabei: „Ich kann Ihnen gerne zeigen, wie man eine Nähmaschine bedient“, bietet Malte Glück von „ModaReMa“ bei der Präsentation an.

Die Initiative wird mit insgesamt 250000 Euro gefördert, als Partner sind unter anderem die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Niedersächsische Umweltstiftung Bingo und die Fairtrade-Unternehmen Gepa und El Puente mit an Bord.