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In Nachbarschaft zu den Einzelbäumen des Südergellerser Bürgerwalds soll nach den Vorstellungen des Gellerser Ordnungsausschusses ein Bestattungswald entstehen, allerdings wesentlich kleiner als ursprünglich geplant. Foto: dth
In Nachbarschaft zu den Einzelbäumen des Südergellerser Bürgerwalds soll nach den Vorstellungen des Gellerser Ordnungsausschusses ein Bestattungswald entstehen, allerdings wesentlich kleiner als ursprünglich geplant. Foto: dth

Südergellerser Hambörn: Letzte Ruhe im Erholungsgebiet

dth Reppenstedt/Südergellersen. Hambörn statt Heiligenthal: Die Gellerser Kommunalpolitik favorisiert entgegen bisheriger Bestrebungen nun das Südergellerser Naherholungsgebiet Hambörn als Standort für einen Bestattungswald. Das geht aus der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Ordnung und Soziales der Samtgemeinde Gellersen am Dienstagabend im Rathaus hervor. Das letzte Wort hat der Samtgemeinderat. Nach derzeitigem Stand fiele die Fläche wesentlich kleiner aus als zuletzt geplant, und der Nutzerkreis soll auf Wunsch der Gemeinde Südergellersen beschränkt werden auf „Personen aus dem Landkreis und Angehörige mit Bezug zur Samtgemeinde Gellersen“.

Grafik: greve
Grafik: greve

Bei sechs Ja-Stimmen und einer Enthaltung empfahl der Ausschuss fraktionsübergreifend, den Bestattungswald als öffentliche Einrichtung im Hambörn in Eigenregie zu etablieren für durchschnittlich rund 80 Urnenbestattungen im Jahr. Ursprünglich hatte die Samtgemeindeverwaltung 2014 mit der Politik das Ziel verfolgt, gemeinsam mit der „RuheForst“ als Partner der Landwirtschaftskammer solch ein Projekt in größeren Dimensionen umzusetzen. Die Samtgemeinde wäre bei dem Modell nicht als Betreiber, sondern nur als Träger aufgetreten. Doch der geplante Ruheforst in einem Waldareal von rund zehn Hektar im Naturschutzgebiet bei Heiligenthal stieß auf heftigen Protest vieler Anwohner (LZ berichtete, siehe unten).

Bei der Suche nach alternativen Standorten für einen Bestattungswald nahmen die Gellerser in der Folge ein bis zu 15 Hektar großes Gebiet bei Reppenstedt/Brockwinkel in den Fokus sowie ein zwei Hektar großes Areal beim Südergellerser Hambörn. Bei einer im vergangenen November vorgelegten, vergleichenden Nutzwertanalyse der Verwaltung schnitt der Standort Hambörn sogar am schlechtesten ab.

Der Bestattungswald Hambörn müsste als öffentliche Einrichtung geführt werden. Neben dem höheren Verwaltungsaufwand müsste sich die Samtgemeinde unter anderem auch um die Verkehrssicherungspflicht kümmern. Gleichwohl: „Der Standort Hambörn birgt das geringste finanzielle Risiko“, sagte nun Ordnungsamtsleiter Arndt Conrad bei der Ausschuss-Sitzung. Conrad rechnet mit Betriebskosten von bis zu 25000 Euro jährlich, die über Gebühren gedeckt werden müssten. Für zusätzlichen Grunderwerb und die Herrichtung rechnet die Samtgemeinde mit zusätzlichen Aufwendungen im Haushalt in Höhe von rund 52000 Euro. Sollte sich das Projekt bewähren, stünde im Rahmen einer unverbindlichen Absichtserklärung mit dem Eigentümer das Areal bei Reppenstedt als mögliche Erweiterungsfläche zur Verfügung, sagte Conrad.

Die nunmehr nur noch 1,1 Hektar große Bestattungswald-Fläche beim Hambörn hatte die ehemalige Gruppe CDU/FDP im Januar 2014 ins Spiel gebracht. Das Naherholungsgebiet Hambörn setzt sich bisher zusammen aus dem Bürgerwald, einer kleinen Heidefläche mit Grillplatz, Schafstall und Köhlerhütte und einer ebenerdigen Aussichtsplattform in der sogenannten Naturwaldzelle. Beim Bürgerwald wurde jetzt auch noch ein Aussichtsturm errichtet, der am Freitag eingeweiht wird. Nordöstlich angrenzend an den Bürgerwald soll im Forst der Bestattungswald entstehen. Die endgültige Entscheidung fällt im Samtgemeinderat. Eine Bürgerinformation ist noch vorgesehen.

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