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In Erbstorf gibt es bereits ein Dialog-Display, das die Autofahrer dazu anhalten soll, langsamer zu fahren.  Der Gemeinderat Hohnstorf hat die Anschaffung jetzt diskutiert. Foto: t&w
In Erbstorf gibt es bereits ein Dialog-Display, das die Autofahrer dazu anhalten soll, langsamer zu fahren. Der Gemeinderat Hohnstorf hat die Anschaffung jetzt diskutiert. Foto: t&w

Hohnstorf: Autofahrer zu schnell unterwegs

cw Hohnstorf. Der Adolf-Lüchau-Weg in Hohnstorf macht dem Gemeinderat Sorgen. Weil er als Schleichweg benutzt wird, um die Ampel und die Hauptstraße zu umgehen, haben die Anwohner den Rat gebeten, etwas zu unternehmen. Während die SPD dazu neigte, Schwellen bauen zu lassen, plädierte die CDU zu einem sogenannten Dialog-Display, das die Fahrer zu langsamem Fahren motivieren soll.

Um diese Dialog-Displays vorzustellen, war zur jüngsten Ratssitzung eigens ein Vertreter der Herstellerfirma angereist, der Wirkungsweise und Erfolgsquoten vorstellte. Das Prinzip der Tafeln ist einfach: Statt die Geschwindigkeit anzugeben und ein Smiley daneben abzubilden, wenn das Tempo in Ordnung ist, setzt diese Tafel auf das Lob-und-Tadel-Prinzip.

„Wir arbeiten mit den Worten Danke und Langsam“, erklärte Heiner Thöne. Um im Schilderwald Deutschland aufzufallen, ist das Display oval, mit einem Foto darauf. Der Erfolg sei durchschlagend, so Thöne. Er legte Statistiken vor, die teilweise mit Untersuchungen der TU Berlin untermauert waren. Auffallend war, dass auch im Langzeittest die Autofahrer nicht abstumpften und weiterhin langsamer fuhren als ohne das Display. Thöne hatte auch Erfahrungswerte für die Schwellen in den Straßen. „Die werden überall zurückgebaut, weil sie einfach nicht funktionieren“, sagte er.

Ehe die Diskussion über das Für und Wider der beiden Varianten wieder aufflammen konnte, brachte Bürgermeister André Feit noch eine dritte Variante ins Spiel. „Ich war kürzlich mit Vertretern des Straßenbauamtes dort“, erklärte er.

„Nachdem wir viermal fast überfahren worden wären, haben die beiden von sich aus vorgeschlagen, die Straße zur Sackgasse zu machen.“ Diese Variante müsse natürlich noch mit den Anwohnern besprochen werden. Der Rat beschloss daraufhin, das Thema im Bauausschuss erneut zu beraten. Dabei soll auch über das Angebot nachgedacht werden, das Display eine Zeit lang zu testen.

Ein weiteres Thema an diesem Abend war auf SPD-Antrag die Einführung des elektronischen Sitzungsdienstes Allriss. Der Dienst macht alle Einladungen, Tagesordnungen und Protokolle für die Bürger abrufbar aus dem Internet. Für vereidigte Politiker können auch weitere Dokumente hinterlegt werden. Der Postweg wird damit aber nicht ausgeschlossen. „Wir wollen damit mehr Transparenz schaffen und die Umwelt schonen“, so Andreas Köhlbrandt von der SPD. Die CDU unterstützte den Antrag und die Einführung wurde zum 1. September beschlossen.

Weil mit Allriss möglicherweise mehr Druckkosten bei den Politikern hängen bleiben, hatte die SPD außerdem beantragt, die Aufwandsentschädigung um zehn Euro zu erhöhen. Dazu musste die Entschädigungssatzung geändert werden. „Zehn Euro mehr ist viel zu viel“, kommentierte CDU-Fraktionschef Peter Hagemann. „Fünf wären für uns vorstellbar.“ Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Ebenso einstimmig fiel im Hohnstorfer Gemeinderat der Beschluss für die Anschaffung eines Defibrillators, den die CDU eingebracht hatte.

Eltern kritisieren dünne Personaldecke
Um den Streik im örtlichen Kindergarten ging es bei der Bürgerfragestunde der jüngsten Ratssitzung in Hohnstorf. Elternvertreter Johannes Jaschick kritisierte die Ausfälle und die seiner Ansicht nach zu dünne Personaldecke im Kindergarten und fragte den Rat, wie er dies aufzufangen gedenke. Bürgermeister André Feit (CDU) erklärte daraufhin, man habe eine weitere Vollzeitkraft für sechs Monate eingestellt.
Jaschick fragte weiterhin nach, ob an eine Rückerstattung der Beiträge gedacht sei, wie etwa in Lüneburg. „Wir tragen hier einen doppelte Belastung“, sagte er. „Einmal die normalen Beiträge und dann noch die Kosten für Ersatzunterbringung oder Arbeitsausfälle.“ Feit erklärte, es werde eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die über eine Rückerstattung diskutieren soll. „Streik fällt unter höhere Gewalt, alles, was wir Ihnen geben, wird freiwillig sein“, betonte er. Die Arbeitsgruppe wurde noch am selben Abend im Rat gegründet und besteht aus jeweils zwei Vertretern der Fraktionen. Dazu sollen Gespräche mit dem Kindergartenteam und den Elternvertretern geführt werden.