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Crazy Wilson (Bild oben) zeigt beeindruckende Stunts auf dem fliegenden Motorrad. Jana Lacey-Krone (l.) ist mit Pferden und Elefanten in der Manege zu sehen, und Suba, der angeblich stärkste Mann der Welt, trägt Frauen auf Händen. Foto: Krone
Crazy Wilson (Bild oben) zeigt beeindruckende Stunts auf dem fliegenden Motorrad. Jana Lacey-Krone (l.) ist mit Pferden und Elefanten in der Manege zu sehen, und Suba, der angeblich stärkste Mann der Welt, trägt Frauen auf Händen. Foto: Krone

Der größte Zirkus Europas gastiert vom 1. bis 7. Juli auf den Sülzwiesen in Lüneburg

us Lüneburg. Sie war gerade drei Jahre alt, als sie das erste Mal in der Manege stand. Auf einem kleinen Shetland-Pony zeigte Jana Mandana einen Manegenritt, der auf Anhieb das Publikum begeisterte. Damals muss sie auch ihr Herz an den Zirkus verloren haben, denn von da an verbrachte sie jede freie Minute in der faszinierenden Welt der Artisten und Dompteure und genoss den hautnahen Kontakt zu heimischen und exotischen Tieren. Heute ist Jana Lacey-Krone, wie sie inzwischen heißt, Juniorchefin im „Circus Krone“, dem größten Zirkus-Unternehmen Europas. Noch immer steht sie in der Manege, mal in einer Revue temperamentvoller Araberhengste, mal mit Elefanten. Zusammen mit mehr als 50 weiteren Artisten, Tierlehrern und Clowns sowie knapp 200 Tieren ist sie mit dem „Circus Krone“ vom 1. bis 7. Juli in Lüneburg zu Gast.

Dass sie ausgerechnet Elefanten zu ihren neuen Lieblingstieren auserkor, liege an dem Besonderen, das diese „Giganten des Dschungels“ für sie haben: Anmut und Eleganz, Liebenswürdigkeit und außergewöhnliche Augen. Sie kenne die Gedanken ihrer Tiere und liebe sie dafür. „Dafür bekomme ich 3,5 Tonnen Zärtlichkeit zurück“, sagt die Zirkusprinzessin, wie sie respektvoll genannt wird.

Die Elefanten-Parade ist Teil des neuen Jubiläums-Programms „Evolution“, das am 2. April in München Premiere feierte und in Monte Carlo mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. Fünf Jahre wurde jedes neue Programm vorbereitet, kein Geringerer als der amerikanische Choreograph Gene Reed — er hat unter anderem Choreographien für Pop-Star Michael Jackson geschrieben — zeichnet diesmal für die Inszenierung verantwortlich.

„Es ist eine Reise durch 110 Jahre Zirkusgeschichte, so lange gibt es Circus Krone bereits“, sagt die angehende Zirkus-Chefin. Drei Stunden lang erwartet das Publikum ein abwechslungsreiches Programm aus Zirkustradition und Zirkusvision. Von traditionell über poetisch bis modern erlebt der Zuschauer alles, was ein Zirkusfan in der Manege zu sehen wünscht: Raubkatzen, die Parade der Elefanten, halsbrecherische Stunts und ein Salto Mortale auf dem „fliegenden Motorrad“, einer überdimensionalen Harley-Davidson, dazu Jonglagen, die stärksten Männer der Mongolei und jede Menge Spaß mit Clowns und Kaskadeuren.

Täglich werden zwei Vorführungen auf den Sülzwiesen angeboten, wochentags jeweils um 15.30 und um 20 Uhr, am Sonntag um 14 und um 18 Uhr. Am letzten Tag, dem 7. Juli, findet nur eine Vorstellung um 15.30 Uhr statt. Karten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen und ab 30. Juni an der Zirkuskasse.

Krone-Superlative
Seit 110 Jahren gibt es den Circus Krone, seitdem ist er im Familienbesitz, heute ist er der größte Zirkus Europas.
Sein Zelt fasst 4000 Plätze, es nimmt die Fläche eines ganzen Fußballfeldes ein.
400 Menschen leben mit und von dem Zirkus, hinzu kommen 178 Tiere.
330 Wohn-, Pack- und Gerätewagen werden für die Reise benötigt, durchschnittlich 30 Stationen pro Jahr angefahren.
Allein 60 Personen werden nur für den Aufbau des Hauptzelts benötigt, Ab- und Aufbau an neuem Ort erfolgt innerhalb von 24 Stunden.
Es gibt ein rollendes Restaurant, ein eigenes Stromaggregat mit 1000 KW Leistung, eine eigene Betriebsfeuerwehr, eigene Kfz-Werkstatt, Schreinereien, Sattlereien und Schneidereien, außerdem die einzige mobile Behinderten-Toilette der Welt.
Kinder und Jugendliche werden in einer eigenen Schule bis zur Mittleren Reife unterrichtet.
Im vergangenen Jahr kamen 1,1 Millionen Gäste.
„Tierschützer sind herzlich eingeladen“
Was den einen eine kulturelle Errungenschaft ist, ist anderen ein Dorn im Auge: Tierschützer sprechen sich seit Jahren gegen den Einsatz von Wildtieren wie Löwen oder Elefanten in Zirkussen aus, in ihren Augen sei das eine nicht artgerechte Haltung. Kritik, die der Circus Krone nicht nachvollziehen kann: „In keinem anderen Land ist die tierschutzrechtliche Haltung von Tieren im Zirkus so ausführlich geregelt wie in Deutschland. Wir sind die größten Tierschützer, denn wir lieben unsere Tiere und sind rund um die Uhr für sie und ihr Wohlergehen da.“
Tierschützer seien herzlich eingeladen, sich vor Ort über die Tierhaltung und die Arbeit mit den Tieren selbst zu überzeugen. „Jeder kann zu uns kommen, bei uns ist alles transparent“, heißt es. Militante Tierrechtler, die Plakate überkleben oder zerstören, fänden hingegen keine Akzeptanz — in solchen Fällen setzt die Crone-Crew für Hinweise auf die Täter 1000 Euro Belohnung aus.