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Simona Leers und Nils Heinrichs (l.) von der IGS Embsen möchten Schüler stärker an die Projektarbeit heranführen. Unterstützung dabei gibt es von Leuphana-Professor Dr. Timo Ehmke. Foto: t&w
Simona Leers und Nils Heinrichs (l.) von der IGS Embsen möchten Schüler stärker an die Projektarbeit heranführen. Unterstützung dabei gibt es von Leuphana-Professor Dr. Timo Ehmke. Foto: t&w

Neue Ideen fürs Klassenzimmer

us Lüneburg. Sie sind gleich doppelte Gewinner. Weil sich Lehrerteams des Johanneums, der Integrierten Gesamtschule (IGS) Embsen und der Grundschule Adendorf erfolgreich am Deutschen Lehrerpreis für innovative Unterrichtskonzepte beteiligt hatten, durften sie danach an einem Workshop der Leuphana teilnehmen. Dort mussten sie im Rahmen einer Wettbewerbsphase ein „fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt“ entwerfen. Ihre Ideen waren so gut, dass sie nicht nur mit je 1500 Euro dotiert wurden. Mit Beginn des kommenden Schuljahres sollen sie auch im Schulalltag eingesetzt werden und ihre Praxistauglichkeit unter Beweis stellen.

„Jedes Jahr wird der Lehrerpreis für wirklich gute Ideen vergeben, aber es wird zu wenig daraus gemacht“, erläutert Prof. Dr. Torben Schmidt von der Leuphana Universität Lüneburg den Hintergrund für das Programm mit dem Titel „Nah dran! Die Praxis als Vorbild“. Dabei gehe es um die Verzahnung von Theorie und Praxis als Qualitätsmerkmal für zukunftweisende Lehrerausbildung. „Wir sind nicht mehr im Elfenbeinturm, brauchen frischen Wind und neue Ideen. Uns ist wichtig, dass die universitäre Lehrerausbildung von der Praxis lernt“, erläutert Schmid.

Vorgaben für die Entwicklung der neuen Unterrichtskonzepte gab es auch. Fächerübergreifend, innovativ, interdisziplinär und nachhaltig sollten sie sein, „letzteres im Sinne von übertragbar auf andere Schulen“, wie Prof. Schmidt ergänzt. Außerdem sollte der Fokus auf Projektarbeit gerichtet werden.
Rund 30 Lehrer aus der Region nahmen die Herausforderung an und beteiligten sich an dem Wettbewerb. Im Mai legten sie ihre Ideen und Konzepte vor, eine Jury wählte die drei besten aus. Das Lehrerteam des Johanneums entwickelte ein Konzept zur „Orientierung im Jugendalter im Hinblick auf körperliche und psychische Entwicklung“. In Projektarbeiten und Workshops soll dabei über Drogen und ihre Wirkung, Sucht sowie körperliche Entwicklung und sexuelle Orientierung informiert werden.

„Porta“ heißt das Konzept des Teams der IGS Embsen. Ziel hierbei ist das Erlernen von Projektarbeit als eigenständiges Unterrichtsfach und die „Verstetigung der Projektarbeit an der IGS Embsen“, wie Simona Leers und Nils Heinrichs erklärten, die als Lehrerpreis-Gewinner dieses Konzept erarbeitet und vorgestellt hatten.

Die Grundschule Adendorf schließlich war erfolgreich mit ihrer Idee der „Vitkids“, einem Kürzel für Vitamin-Kids. Dabei soll im Rahmen einer Projektwoche klassen- und fächerübergreifend über gesunde Ernährung informiert werden — „mit einem hohen praktischen Anteil“, wie Schulleiterin Gesa Johannsen erläutert. Vieles würde bereits in Einzelprojekten stattfinden, in der Projektwoche sollen diese erstmals zusammengefasst werden. Ein Baustein dabei ist die Herstellung eines eigenen Gemüse-Pausensnacks.

Mit Beginn des neuen Schuljahres sollen die drei Konzepte dann in die Praxis umgesetzt werden. Dabei — und auch das ist ein Teil des Wettbewerbspreises — werden sie fachlich begleitet von einem „Tandem“ aus je einem Leuphana-Professor und einem Lehrerpreis-Gewinner. Den Schlusspunkt bildet eine Abschlusstagung im November.