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Platz 2 in der Klasse bis 100 PS belegte Sven Niclas von Scheve mit einem Deutz. Ein sogenannter Full Pull über die gesamte Distanz von 80 Metern gelang ihm dabei ebensowenig wie dem Sieger Joachim Kersten. Der schaffte in seinem weitesten Versuch knapp 70 Meter, von Scheve blieb bereits bei 65,5 Meter stecken. Foto: ki
Platz 2 in der Klasse bis 100 PS belegte Sven Niclas von Scheve mit einem Deutz. Ein sogenannter Full Pull über die gesamte Distanz von 80 Metern gelang ihm dabei ebensowenig wie dem Sieger Joachim Kersten. Der schaffte in seinem weitesten Versuch knapp 70 Meter, von Scheve blieb bereits bei 65,5 Meter stecken. Foto: ki

Groß Thondorf: Schwergewichte mit Bremsklotz

ki Groß Thondorf. Das Traktor-Pulling in Groß Thondorf ist ein Publikums-Magnet und zieht seit Jahren immer mehr Besucher an. Doch in diesem Jahr gab es mit mehr als 1000 Zuschauern wohl einen neuen Rekord, glauben die Initiatoren. Denn eine offizielle Besucherstatistik wird nicht geführt.

Für das spektakuläre „Trecker-Rennen“ in Groß Thondorf hatten sich 33 Teilnehmer aus den Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen sowie aus Berlin angemeldet. Ein abenteuerliches Kräftemessen, denn einige der Ackergiganten sind bereits etwas in die Jahre gekommen — und waren für die Veranstaltung wieder flott gemacht worden. Für die Zuschauer stellte Ralf Scharf die Fahrzeuge vor und zollte den Fahrern großen Respekt dafür, „was Ihr aus den Fahrzeugen gemacht habt“.

Gestartet wurde je nach PS-Stärke in sechs Klassen. Die Rennstrecke betrug 80 Meter. Das hört sich zunächst nach nicht viel an, doch diese Meter hatten es in sich: Schließlich wird hinter die Trecker ein Bremswagen gespannt. Um da auf achtzig Meter, einen sogenannten Full Pull, zu kommen, erfordert es von den Fahrern viel Gefühl für Fahrzeug und Maschine. Für die Zuschauer ein tolles Erlebnis. Denn nicht immer entscheiden die Pferdestärken über den Erfolg. Selbst PS-starke Maschinen schaffen es bisweilen nicht, den Bremswagen über die volle Distanz zu ziehen. Die Hinterräder der Traktoren graben sich dann langsam, aber sicher immer tiefer in den Boden. Nichts geht mehr — aus. Am Ende wurde der Bremswagen dann oft abgekoppelt und zurückgefahren, die „Rennbahn“ anschließend für den nächsten Starter fahrbereit gemacht.

Zwei Durchläufe hatten die Fahrer zu absolvieren. Am spannendsten wurde es in der Klasse V, Trecker bis 85 PS. Gerd Rädke aus Göddenstedt vom Team Fuchsbau musste mit seiner 69-PS-starken Maschine aus dem Jahr 1985 und einem Eigengewicht von 13.300 Kilo mit Drillingsbereifung und Turboauflader nach dem zweiten Durchgang um den Sieg im Stechen kämpfen.

Genau wie Nico Lange aus Schnega mit seinem IHC hatte er einen sogenannten Full Pull. Am Ende ging der Sieg wie im letzten Jahr an Rädke. In der Klasse VI bis 100 PS zog Joachim Kersten aus Schnega den Bremswagen mit 69,70 Metern im ersten Durchgang und im Endring kam er auf 66,40 Meter. Keiner schaffte mehr Meter. Damit siegte er vor Sven Niclas von Scheve aus Oetzen/Jarlitz mit 65,5 und 55 Metern. In der Klasse I bis 20 PS siegte Paul Müller aus Weste, Klasse II bis 40 PS Maik Mucha, Groß Thondorf, Klasse III bis 55 PS Alexander Meuschke, Karwitz, Klasse IV bis 75 PS Matthias Schöck, Wrestedt.