Aktuell
Home | Lokales | Der Fischer und der Riesen-Wels
Eckhard Panz mit seinem Rekord-Wels. 1,88 Meter misst der Raubfisch  und ist damit genauso lang wie der Hohnstorfer Fischer. Foto: phs
Eckhard Panz mit seinem Rekord-Wels. 1,88 Meter misst der Raubfisch und ist damit genauso lang wie der Hohnstorfer Fischer. Foto: phs

Der Fischer und der Riesen-Wels

off Hohnstorf. Auf der Elbe bei Obermarschacht, Eckhard Panz zieht am Seil seiner Reuse. Der Elbfischer merkt sofort, da steckt was Schweres drin. Sein erster Gedanke: eine Ladung Steine. Erst als eine Schwanzspitze aus dem Wasser ragt, kommt ihm in den Sinn, dass ein Wels den Weg in seine Reuse gefunden haben könnte. Tatsächlich zieht der Hohnstorfer nicht nur irgendeinen Wels aus der Elbe an Bord seines Fischerbootes. Es ist der größte Fang seines Lebens.

40 Kilogramm schwer und 1,88 Meter lang ist der jüngste Rekordfang des Fischers. Zehn Kilo leichter und 30 Zentimeter kürzer war sein letzter. Im Spätsommer 2006 hatte Panz zwischen Hohnstorf und Art­lenburg zum letzten Mal einen Raubfisch dieses Kalibers gefangen, die LZ titelte am 26. August: „Eckhard Panz macht größten Fang seit 1896“. Verkauft hatte der Hohnstorfer den Wels damals ans Strandhaus Stiepelse, wo er im Ganzen geräuchert und serviert wurde. Dieses Mal kommt sein Fang im Fünf-Sterne-Hotel „Waldhaus Reinbek“ auf den Tisch als Filet in Limonenblätterdampf gegart, mit glasierten Möhren, Kräuterkartoffeln und Meerrettichsoße serviert.

Wie und warum sich der Wels in einer der Aalreusen verfangen hat, kann auch Panz nur vermuten. „Auf jeden Fall steckte er da so fest drin, dass er sich nicht mehr rühren konnte.“ In der Reuse davor hatte der Fischer Überreste einer verdauten Brasse gefunden, seine Vermutung: „Der Wels hatte sich vorher in der anderen Reuse verfangen und seinen Mageninhalt ausgespuckt, um dünner zu werden.“ Ein Taktik, für die Welse bekannt sind. Doch geklappt hatte der Befreiungsversuch offenbar nur einmal, „aus der zweiten Reuse konnte er sich nicht mehr befreien“.

Die Ausmaße des Raubfisches sind für Welse, die größten reinen Süßwasserfisch Europas, grundsätzlich nicht ungewöhnlich. „In Spanien werden die Tiere aufgrund der höheren Temperaturen auch schon mal mehr als 100 Kilogramm schwer.“ Anders in der Elbe, „da sind 40 Kilogramm schon ordentlich“, sagt Panz.

Früher waren die größten Fische, die aus der Elbe gezogen wurden, Karpfen oder Störe. „Dass es hier heute so viele Welse gibt, liegt vor allem an einer Besatzaktion aus dem Jahr 1993“, erzählt der Hohnstorfer. 2000 Welse seien damals in der Elbe ausgesetzt worden und haben sich offenbar prächtig entwickelt. Nicht ganz unproblematisch, sagt der Fischer. „Immerhin nehmen die Welse als Raubfisch auch Einfluss auf den Bestand kleinerer Fischarten.“

Wie lange sein 40-Kilo-Wels in der Elbe gelebt hat, kann Panz nur schätzen. „Vielleicht 15 Jahre“, sagt er. Der Fang, „reiner Zufall“. Ein Erlebnis, das er nicht vergessen wird. An einem Ort, der Panz ebenfalls im Gedächtnis bleiben wird. „Das ist nämlich die Lieblings-Badestelle meines Schwagers.“

3 Kommentare

  1. Was für ein Mann!

    Ich kann nicht verstehen, worin der Reiz liegt, Fischen eine Falle zu stellen und einen Fisch, der 15 Jahre seine Runden gedreht hat, aus dem Wasser zu ziehen.

    • Warum ?! Weil Fische (genau wie Rinder, Schweine, Getreide,…) zur Nahrung des Menschen gehören. Ich will jetzt nicht Diskussion „Fleisch JA/NEIN“ starten. Aber das ist der Grund ….. wir fange Tiere um sie zu essen. So auch hier…

      • Der Mann fischt um zu Überleben! Echt jetzt?
        Hierzulande ist es möglich lecker tierleidfrei zu essen und gut zu leben.

        Derselbe Artikel mit dem Foto eines Hundes am Haken hätte Proteststürme ausgelöst. Unser Mitleid mit Tieren ist ungerecht verteilt…