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Testeten die Radwege in Bienenbüttel (v.l.):  Ulrich Niehoff, Reinhard Schelle-Grote, Petra Andreas-Siller, Sigrid Grote, Claudia Schmidt, Reiner Stefan und Christopher Tieding. Foto: lj
Testeten die Radwege in Bienenbüttel (v.l.): Ulrich Niehoff, Reinhard Schelle-Grote, Petra Andreas-Siller, Sigrid Grote, Claudia Schmidt, Reiner Stefan und Christopher Tieding. Foto: lj

Bienenbüttel: Radwege auf dem Prüfstand

lj Bienenbüttel. Wie gut und sicher ist das Fahrradfahren im Ortszentrum von Bienenbüttel? Sind alle Hinweise für Fahrradfahrer klar und verständlich? Das wollte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Gemeinderat Bienenbüttel in einem öffentlichen Selbstversuch testen. Politiker, Bürger und die eingeladene Expertin Claudia Schmidt, Radverkehrsbeauftragte des Regionalverbands Elbe-Heide im Verkehrsclub Deutschland (VCD) radelten jetzt durch das Ortszentrum von Bienenbüttel. Start war am Bahnhof, danach ging es Richtung Freibad und von dort aus durch das Zentrum des Ortes in Richtung des Kreisverkehrs nahe der Michaeliskirche.

„Anlass für diese Veranstaltung waren besonders die Diskussionen über den Bau des Kreisels an der Kirche,“ sagt der Vorsitzende der Grünen, Reinhard Schelle-Grote, „uns als Partei ist dieser Kreisverkehr zu autozentriert. Aber auch so ist Radfahren in Bienenbüttel seit langem ein Thema. Wir wollen nun gemeinsam feststellen, was verbessert werden kann.“

Der Radverkehrsbeauftragten Claudia Schmidt fallen positive wie negative Aspekte an der Situation für Radfahrer in Bienenbüttel auf. Einen Kritikpunkt gibt es bereits auf der ersten Etappe: Der Zwei-Richtungs-Radweg an der Schützenallee in Richtung Freibad ist nicht die vorgeschriebenen fünf Meter breit. „An dieser Stelle wäre es besser, mit einem ,Radfahrer frei-Schild lediglich die Möglichkeit zu geben auf diesem Bürgersteig zu fahren, anstatt es vorzuschreiben. Gleichzeitig können Radfahrer, die wollen, dann nämlich auf der Straße fahren,“ erklärt Claudia Schmidt, „damit wäre das Problem gut gelöst.“

Auch sogenannte „Schutzstreifen“ auf der Fahrbahn, die allen Verkehrsteilnehmern zeigen, dass Radler auf der Straße unterwegs sind, schlägt die Expertin vor und plädiert für Gesamtkonzepte bei der Planung von Radwegen.

„Wir wollen die Situation für Radfahrer hier im Ort vereinfachen und sicherer machen, denn momentan haben wir den Eindruck, dass einige Stellen und Beschilderungen zu Konfusion führen,“ sagt Reinhard Schelle-Grote, während er das Maßband einrollt, „und vieles ist auch einfach veraltet.“

Zuschuss wird gesenkt
Der Zuschuss des Landes für den Radwegebau an Uelzener Kreisstraßen wird ab 2016 von 70 auf 60 Prozent gesenkt, das bestätigt Uelzens Kreissprecher Martin Theine auf LZ-Nachfrage. Grund ist eine Neuberechnung der Finanzkraft des Kreises durch das Land. Von dieser Entscheidung wäre auch die Gemeinde Bienenbüttel betroffen. Deren Verantwortliche wollen die Förderung für mindestens zwei Wege in Anspruch nehmen. Nun muss die Gemeinde selbst tiefer als geplant in die Tasche greifen. Wie hoch die Mehrkosten für die Einheitsgemeinde wären, kann Bienenbüttels Bürgermeister derzeit noch nicht absehen. „Die grobe Kostenschätzung liegt erst mit Vorlage des Entwurfes vor“, sagt Dr. Merlin Franke. Er rechnet aber mit Mehrkosten in Höhe von 40000 bis 60000 Euro.
Trotzdem können aus seiner Sicht beide Radwege „vorbehaltlich der Zustimmung und Genehmigung des Haushaltes 2016“ realisiert werden. Franke erläutert: „Die genauen Kosten stehen erst mit der Ausschreibung fest. Da der Haushalt 2016 noch nicht beschlossen ist, bleibt ausreichend Zeit, darauf zu reagieren. Die Planungskosten wurden bereits im Haushalt 2015 berücksichtigt.“emi