Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Dominique Ru­dolph, Bezirksförsterin in Kirchgellersen vom Forstamt Uelzen, begutachtet den Kiefernwald nach dem Brand zwischen Dachtmissen und Mechtersen. Foto: dth
Dominique Ru­dolph, Bezirksförsterin in Kirchgellersen vom Forstamt Uelzen, begutachtet den Kiefernwald nach dem Brand zwischen Dachtmissen und Mechtersen. Foto: dth

Försterin zieht Schadensbilanz: Feuer weniger verheerend

dth Dachtmissen. Ein Funke genügt, um einen Flächenbrand auszulösen. Als Ursache für den Waldbrand zwischen Mechtersen und Dachtmissen vermuten Feuerwehr und Forstamt eine weggeworfene Zigarettenkippe. Ähnlich sieht das die Polizei. Brandermittler und Kriminalhauptkommissar Frank Erdmann sagt: „Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zigarettenkippe für den Brand ursächlich ist, ist hoch. Jedoch können auch andere Ursachen nicht abschließend ausgeschlossen werden.“ Den derweil vorhergesagten Regen der kommenden Tage erwartet auch Dominique Rudolph sehnsüchtig. Gleichwohl appelliert die Kirchgellerser Bezirksförsterin von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen an die Umsicht der Waldnutzer nicht nur in Zeiten der Waldbrandgefahr.

Wie berichtet ist laut Deutschem Wetterdienst der Boden in der Region so trocken wie seit 1961 nicht mehr. Eine Ausnahme bildet derzeit das Waldstück zwischen Dachtmissen und Mechtersen, das auch anderthalb Wochen nach dem Brand noch vom Löschwasser getränkt ist. Die Freiwilligen Feuerwehren aus der Samtgemeinde Bardowick sowie Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) hatten den Flächenbrand im Schichtbetrieb bekämpft. Entgegen erster Annahmen ist die betroffene Fläche allerdings wesentlich kleiner. Zunächst war noch von 24 Hektar die Rede. Försterin Rudolph sagt: „Ich bin die Fläche abgelaufen. Es sind ungefähr nur rund 1,6 Hektar.“

Der Boden im betroffenen Forstbereich des Kiefernwaldes ist mit Asche überzogen, überall liegen verkohlte Kiefernzapfen herum. Das Gras ist grau, braun bis schwarz gefärbt. Doch inmitten der Fläche, umringt von verrußten Kiefernstämmen, steht in sattem Grün eine Eiche. Laubbäume speichern im Boden rund um den Wurzelbereich mehr Wasser. Das Feuer machte buchstäblich einen Bogen um den Baum. Auch sonst besteht für das Stück Privatwald noch Hoffnung.

Rudolph sagt: „Es gab zwar eine riesige Rauchenentwicklung, aber das Feuer ist nicht bis in die Baumkronen vorgedrungen.“ Sogar manches Vogelnest scheint wieder besetzt zu sein. „Wir werden jetzt den Sommer abwarten, um zu sehen, welche Bäume das Feuer überstanden haben und welche gefällt werden müssen.“ Erst dann könne auch der finanzielle Schaden beziffert werden.

Die Feuerwehr hat Schlimmeres verhindert. Umso eindringlicher bittet Försterin Rudolph darum, als Waldbesucher vorsichtig zu sein, nicht nur auf das Rauchen im Forst zu verzichten — was in Niedersachsen vom 1. März bis 31. Oktober ohnehin verboten ist. Nutzer sollten ebenso beim Parken von Fahrzeugen im Waldbereich vorsichtig sein: „Auch ein heißer Auspuff kann ein Feuer entfachen.“ Um letzterem vorzubeugen, hat die Gemeinde Reppenstedt den Waldweg vom Mechterser zum Dachtmisser Berg sperren lassen. Gemeindedirektorin Susanne Stille sagt: „Wir haben auf Bitten der Polizei den Weg gesperrt, um den Waldbrand-Tourismus der vergangenen Tage zu unterbinden.“ Die Reitwege sind von der Sperrung nicht betroffen.

Im Falle einer unachtsam weggeworfenen Zigarette im Wald spricht übrigens das Strafgesetzbuch vom „fahrlässigen Herbeiführen einer Brandgefahr“. Das kann laut Polizeisprecher Kai Richter mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden.