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Im Speicherquartier sollen neben den eher gehobenen Wohnungen nun auch günstige entstehen. Foto: be
Im Speicherquartier sollen neben den eher gehobenen Wohnungen nun auch günstige entstehen. Foto: be

Lüneburger Speicherquartier: Günstig wohnen im neuen Viertel

as Lüneburg. Die Nachfrage nach Wohnraum in Lüneburg ist groß. Insbesondere im preisgünstigen Segment mangelt es an Angeboten. Die Stadt wird nun die letzte freie Fläche im Speicherquartier für Wohnungsbau nutzen und dabei auch bezahlbaren Wohnraum schaffen. Der Bauausschuss votierte einstimmig für den Bebauungsplan „Am Meisterweg“. Der Rat hat am Donnerstag, 25. Juni, das letzte Wort und wird den Satzungsbeschluss fassen.

Im Mai 2012 hatte der Verwaltungsausschuss der Stadt entschieden, dass der bestehende Bebauungsplan geändert werden sollte. Wie berichtet, hatte die Lebenshilfe geplant, sich dort mit Werkstätten anzusiedeln. Daraus wurde nichts. Die Stadt entschloss sich daraufhin, auf dem 1,26 Hektar großen Areal zwischen Meisterweg und Bahnlinie Lüneburg-Lübeck Wohngebäude anzusiedeln. Statt dem ehedem ausgewiesenen Gewerbegebiet, wird es nun ein Mischgebiet

Stadtbaurätin Heike Gundermann erläuterte, was auf dem Grundstück, das der Stadt gehört, entstehen soll. Die Stadt wird das Grundstück an eine ihrer Stiftungen vergeben, diese wird dann im Erbbaurecht die Flächen zur Verfügung stellen. Auf der Seite zur Bahnstrecke wird die Stiftung ein Gebäude mit zirka 30 Seniorenwohnungen errichten, geplant ist auch ein Pflegestützpunkt. Die Lüneburger Wohnbaugesellschaft (Lüwobau) wird ebenfalls ein Gebäude mit 30 Wohnungen erstellen und zwar im preisgünstigen Segment. Auf der Seite zum Meisterweg errichtet die Lüwobau im nördlichen Teil fünf Reihenhäuser für Familien mit mehreren Kindern. Zur Dorette-von-Stern-Straße sind außerdem insgesamt elf Reihenhäuser geplant, die Erbbaurechte sollen dafür an private Investoren vergeben werden.

Erschlossen wird das Gebiet über eine Stichstraße mit Wendehammer. Der soll größer als geplant werden. Die AGL hatte sich dafür im Rahmen der frühzeitigen öffentlichen Beteiligung ausgesprochen, damit Müllfahrzeuge mehr Platz zum Rangieren haben. Die Stadtbaurätin erläuterte, dass auch Umweltverbände Einwände und Änderungswünsche eingebracht hätten. Nach Abwägung habe man einer „baurechtlichen Viergeschossigkeit“ der Gebäude nicht entsprechen können. Entstehen sollen dreigeschossige Gebäude mit Staffelgeschoss. Auch der Forderung nach einer Tiefgarage habe man nicht nachkommen können, da dies mit den Anforderungen für bezahlbaren Wohnraum nicht vereinbar sei. Berücksichtigung finden unter anderem folgende Vorschläge der Umweltverbände: mehr Bäume rund um die Stellplätze und auf Privatgrundstücken, Erhöhung des Einsatzes von regenerativer Energie oder alternativ Erhöhung der Dämmstandards, die Straßenbeleuchtung soll Nachtfalter-freundlich sein.

Dirk Esche (SPD) lobte die zügige Planung und das Projekt, das Wohnraum schafft für unterschiedliche Generationen — auch im „bezahlbaren Segment“. Das ist auch Rainer Petroll (Linke) wichtig, gleichwohl hinke Lüneburg bei der Schaffung von Sozialwohnungen hinterher. Rechne man das Hanseviertel und das Speicherquarier zusammen, liege der Anteil der günstigen Wohnungen gerade mal bei 5 Prozent, meinte er und bemängelte auch, dass für das Projekt im Speicherquartier viel Zeit ins Land gegangen sei. Gundermann hielt dagegen, dass es im Hanseviertel bereits bezahlbaren Wohnraum gebe. „Warten Sie ab, bis wir das Hanseviertel III umgesetzt haben.“

Dem Projekt im Speicherquartier sei ein langer Prozess vorausgegangen. Die Stadt habe das Wohnbauland ausgeschrieben, doch keine privaten Interessenten für den Bau günstigen Wohnraums gefunden. „Danach haben wir entschieden, dass die Stiftungen und die Lüwobau das umsetzen sollen.“ Dass für private Investoren das Projekt nicht so interessant sei, könne auch daran liegen, dass es nicht ein Filetstück sei — zumal, wenn noch mehr Güterverkehr rollt, meinte Ulrich Löb (Grüne). Hubert Meißner (SPD) hielt dagegen, dass der soziale Wohnungsbau für Privat-Investoren aufgrund der schlechten Förderkulisse von Bund und Land nicht attraktiv sei. Birte Schellmann (FDP) fasste den allgemeinen Tenor zusammen: „Wir sind alle froh, dass entgegen ersten Planungen hier ein Wohngebiet entsteht.“