Aktuell
Home | Lokales | Ochtmisser Platzfrage
Die freie Fläche hinter dem Schützenhaus und dem Sportplatz soll Ausgleichsfläche werden. Dann aber könnten die Sportvereine sie nicht mehr für eine mögliche Erweiterung nutzen. Foto: t&w
Die freie Fläche hinter dem Schützenhaus und dem Sportplatz soll Ausgleichsfläche werden. Dann aber könnten die Sportvereine sie nicht mehr für eine mögliche Erweiterung nutzen. Foto: t&w

Ochtmisser Platzfrage

ca Lüneburg. Noch ein Container soll an der Grundschule in Ochtmissen Platz finden, auf dem Lehrer-Parkplatz, um möglichst wenig Fläche des Schulhofs zu nutzen. Die Stadt will so die Nachmittagsbetreuung für Kinder verbessern. Das begrüßte der Ortsrat bei seiner Sitzung parteiübergreifend. Was ihm allerdings weniger schmeckt, ist, dass sich aus einer Übergangs- eine Dauerlösung entwickeln könnte. Uwe Plikat (CDU) sagte, es sei schon ein Container für die Kinder aufgestellt worden. Der hätte ein Jahr bleiben sollen, habe es geheißen, doch nun werde er für Jahre bleiben. Die Perspektive sieht er auch für die nächste Box, die von der Herderschule umgesetzt werden soll.

Bildungsdezernentin Pia Steinrücke und Schulamtsleiter Thomas Wiebe stellten ihre Betreuungskonzeption im Heim des OSV vor rund 30 Bürgern vor. Die LZ hatte bereits darüber berichtet. Die Einwohnerzahl Ochtmissens wächst und damit auch der Betreuungsbedarf. Im Auftrag der Stadt kümmert sich der Träger PädIn aktuell um rund 30 Kinder in einem Container und einem Werkraum. Durch das neue mobile Zimmer sollen 20 zusätzliche Plätze geschaffen werden.

Die Stadt will zwei Jahre lang beobachten, wie sich Bedarf und Schülerzahlen entwickeln. Auch soll bedacht werden, ob die Grundschule zur Ganztagsschule werden könnte. Dann soll eine Entscheidung für die Zukunft fallen. Für das Warten zeigten weder Plikat noch Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz (SPD), Frank Soldan (FDP) oder Hartmut Deja (SPD) Verständnis. Die Planung könne jetzt beginnen, schließlich sei klar, dass die Nachfrage im 3300-Einwohner-Stadtteil steige.

Bis am Ende eine Erweiterung der Schule umgesetzt werde und Haushaltsmittel zur Verfügung stünden, gingen Jahre ins Land. Zudem sei die Ganztagsschule doch von Hannover politisch gewollt. Am Ende stimmte der Ortsrat der „Erweiterung der Nachmittagsbetreuung“ einheitlich zu. Aber die Botschaft ist auch: Die Stadt möge sich überlegen, wie sie die Schule Am Sandberg ausbauen kann. Ohne Container.

Ähnlich einig war sich der Ortsrat bei einer Änderung des Flächennutzungsplanes. Bekanntlich möchte die Stadt einen „Ausgleichsflächenpool“ schaffen: Wenn gebaut wird, verschwinden Wiesen und Wald, dafür muss es laut Gesetz quasi einen ökologischen Ausgleich geben. Bislang habe die Stadt dafür innerhalb der Baugebiete oder an anderen Rändern Areale ausgewiesen, erläuterten Matthias Eberhard und Peter Zurheide von der Bauverwaltung. Das nehme aber vor Ort Kapazität und vor allem komme man an die Grenzen des Machbaren. Daher sollen Gebiete an den Stadträndern als Puffer dienen. Insgesamt 84 Hektar, von denen der größte Teil in der Gemarkung Ochtmissen liegen soll, nämlich rund 69 Hektar.

Mit einem Gelände am Wilhelm-Hänel-Weg, Flächen am Treidelpfad sowie einem Areal zwischen Krähornsberg, rund um den Nordwest-Friedhof bis zum Wienebüttler Weg hatten die Ortsratsmitglieder kaum Probleme. Doch Widerspruch erntete die Verwaltung bei dem Vorschlag Butterberg, der sich neben dem Gelände von OSV und KKSV in Richtung Vögelsen befindet. Die Vereine wollen die achteinhalb Hektar als Entwicklungsfläche nutzen, sagte KKSV-Vorsitzender Axel Keller. Ähnlich sehen es die Ortsratsmitglieder. Die Vereine bräuchten Platz, um sich weiterentwickeln zu können, wenn sie beispielsweise Bogenschießen anbieten möchten.

Schultz sagte, angesichts der Masse, die Ochtmissen tragen solle, könnte auch ein anderer Bereich stattdessen infrage kommen, nämlich ein Acker gegenüber den Sportplätzen. Allerdings gehöre das Land einem Bauern, mit dem die Stadt reden müsse.

Eigentlich sollte der Ortsrat die Thematik nur zur Kenntnis und Stellung nehmen, doch die Politik folgte einem Vorschlag Frank Soldans und formulierte den Antrag: „Der Ortsrat bittet die Stadt, den Butterberg aus dem Ausgleichsflächenpool herauszunehmen.“

Zwei Punkte in Kürze: In das ehemalige Motel Landwehr ziehen in den nächsten Tagen rund 30 Flüchtlinge ein, zusätzliche Container, die dort vorgesehen waren, werden zumindest vorerst nicht kommen. Für die Vereine sagte Plikat, man würde sich freuen, unter den Ankömmlingen neue Sportler zu finden.

Zudem wünschen sich Ortsrat und Bürgerverein, dass der Weg zwischen Krähornsberg und Ochtmisser Teich von der Stadt mit Laternen ausgestattet wird.

One comment

  1. Seit Jahren betonen alle Parteien wie wichtig Bildung ist. Aber sie kostet natürlich auch Geld. Eine Investition in die Zukunft, denn Deutschland braucht gut (aus-) gebildete Fachkräfte und Akademiker (Ingenieure in allen Fachbereichen) dringend. Aber leider fehlt das Geld für den Ausbau von Schulen und die Beschäftigung zusätzlicher Lehrer. Da müssen die Schüler dann eben mit Containern und Unterrichtsausfällen leben.

    Komisch nur das auf der anderen Seite Millionen für Protz- und Statusbauten wie ein neues Museum und den Libeskind-Bau vorhanden sind. Können unsere Politiker nicht perspektivisch denken und entscheiden?