Aktuell
Home | Lokales | Gemeinde Hittbergen nimmt teil an Landeswettbewerb
Hittbergens Bürgermeister Alfred Ritters (r.) und Gemeinderatsmitglied Jürgen Siems präsentieren der Vorsitzenden der Schaukommission, Heike Reßmeyer, einen der schönsten Plätze Hittbergens im Schatten der 1000-jährigen Eiche. Foto: t&w
Hittbergens Bürgermeister Alfred Ritters (r.) und Gemeinderatsmitglied Jürgen Siems präsentieren der Vorsitzenden der Schaukommission, Heike Reßmeyer, einen der schönsten Plätze Hittbergens im Schatten der 1000-jährigen Eiche. Foto: t&w

Gemeinde Hittbergen nimmt teil an Landeswettbewerb

off Hittbergen. Angefangen hat alles mit einem Schreiben aus Hannover. Per E-Mail informierte die Landesregierung alle Kommunen im Land über den 25. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, auch Hittbergens Bürgermeister Alfred Ritters entdeckte die Mail in seinem Posteingang und stellte die Aktion dem Gemeinderat vor. Der diskutierte nicht lange und entschied im Dezember 2013: „Wir machen mit!“ Jetzt steht die erste große Entscheidung kurz bevor: Am Freitag, 26. Juni, werden in Rotenburg/Wümme die Bezirkssieger gekürt. Kommt Hittbergen unter die ersten vier, qualifiziert sich die Gemeinde für den Landesentscheid.

Wie sich Hittbergen und sein Nachbardorf Barförde im Wettbewerb gegen die zwölf anderen Kommunen auf Bezirksebene behaupten, entscheiden die Bewerbungsunterlagen. Und der Eindruck, den die Mitglieder einer achtköpfigen Schaukommission am Montag aus Hittbergen mit nach Hause genommen haben. „Knapp zwei Stunden hat sich die Kommission einen Eindruck von unserer Gemeinde gemacht“, sagt Bürgermeister Ritters. „Und mein Bauchgefühl sagt mir: Wir haben uns nicht schlecht verkauft.“

Wir — damit meint Ritters die Dorfgemeinschaft, die ihn bei der Vorbereitung und beim Besuch der Kommission unterstützt hat. „Aus fast allen Vereinen und Gruppen, die sich hier in der Gemeinde einsetzen, war jemand dabei“, sagt der Barförder. Außerdem haben alle Gruppen an der Borschüre mitgewirkt, die der Komission zum Abschied mit auf den Weg gegeben wurde. Ein Signal, das den Jurymitgliedern gefallen haben dürfte, denn bei dem Wettbewerb geht es vor allem darum, „die Dörfer, die Engagement zeigen, anzuerkennen und herauszustellen“. Und damit die Menschen zu motivieren, sich gemeinsam für die Zukunft ihrer Dörfer einzusetzen.

Finanziell bietet der Wettbewerb direkt keine Anreize, es locken weder Fördermittel noch Preisgeld. Trotzdem ist Gemeindeoberhaupt Ritters überzeugt, „dass wir von einer Auszeichnung profitieren würden.“ Hittbergen würde von sich Reden machen, „wir könnten zeigen, was wir zu bieten haben“. Werbung bei potenziellen Neubürgern, Gewerbetreibenden und Politik.

Doch was macht eine Gemeinde preisverdächtig? Die Wettbewerbs-Ausschreibung nennt fünf Merkmale für zukunftsfähige Dörfer. 1. Konzepte und Pläne für eine nachhaltige Entwicklung. 2. Berücksichtigung von demographischem Wandel und Klimawandel. 3. Sozialer Zusammenhalt und Integration. 4. Erhalt und Entwicklung der dörflichen Strukturen, der Versorgungseinrichtungen und der Einkommensgrundlagen. 5. Grüngestaltung im privaten und öffentlichen Bereich unter Beachtung der dorf- und landschaftstypischen Pflanzengesellschaften.

Hittbergen nennt in den Bewerbungsunterlagen vier große Entwicklungsziele: die Förderung der Dorfgemeinschaft, die Integration aller Generationsgruppen, die Verbesserung der Infrastruktur (vor allem Breitbandversorgung) und der Erhalt der ortsbildprägenden Strukturen. Auch die Frage, warum ihr Dorf Zukunft hat, musste die Gemeinde beantworten. Erster und wichtigster Punkt in der Auflistung: „Weil in unserem Ort eine Dorfgemeinschaft aus vielen unterschiedlichen Interessengruppen und Altersschichten das Dorfleben aktiv gestalten.“

Hittbergen in Kürze
Einwohnerzahl: 1980: 750; 1990: 830; 2000: 851; 2010: 947.
Beschäftigte: 67 Dienstleistungen/Handel; 50 Land- und Forstwirtschaft; 74 Handwerk/Industrie, 200 Sonstige
Dorfstruktur: Kirche, Friedhof, Kinderbetreuung, Dorfgemeinschaft, Sportanlagen, landwirtschaftliche Direktvermarktung, mobile Bäckerei
Denkmalgeschützte Elemente: 13 (Private Fachwerkhäuser, Windmühle, Kirche, 1000-jährige Eiche)
Neubaugebiete: 2
Wiederkehrende Aktionen im Dorf: 10 (Kinderfasching, Osterfeuer, Maifest, Schützenfest, Reitturnier, Königsball, Laternen­umzug, Kameradschaftsabend, Altennachmittag, Skat- und Knobelabend)
Vereine und Gruppen: 18 (Feuerwehren Hittbergen und Barförde, Schützenverein, Elterninitiative Kinderfasching, Schülerhilfe, Posaunenchor, Bogensportverein, Jagdhornbläser, DRK, SoVD, Landfrauen, VSKE, Kirchengemeinde, Reitverein, Fremdenverkehrsverein Samtgemeinde Scharnebeck, Kindergarten Hittbergen-Echem-Lüdersburg, Jugendfeuerwehr, Seniorennachmittag)