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Das von der Adendorf Golf Resort KG geplante Wohnbaugebiet Nördlich Rehkuhle nimmt Abstand zu den Sportanlagen und wir dafür im Norden erweitert (Plangebiet links). Zudem will Adendorf einen neuen Bebauungsplan für das Tagungszentrum Castanea Forum aufstellen, das nördlich von Eis- und Tennishalle entstehen soll in Nachbarschaft zum Golfhotel. Grafik: hm
Das von der Adendorf Golf Resort KG geplante Wohnbaugebiet Nördlich Rehkuhle nimmt Abstand zu den Sportanlagen und wir dafür im Norden erweitert (Plangebiet links). Zudem will Adendorf einen neuen Bebauungsplan für das Tagungszentrum Castanea Forum aufstellen, das nördlich von Eis- und Tennishalle entstehen soll in Nachbarschaft zum Golfhotel. Grafik: hm

Neues Tagungszentrum für Adendorf geplant

dth Adendorf. Investor Rainer Adank plant im Namen der Golf Resort Adendorf KG den Bau eines neuen Seminar- und Tagungszentrums in Adendorf nördlich der Eis- und Tennishalle. Der dafür notwendige Bebauungsplan nahm Dienstagabend die erste Hürde im Ausschuss für Umweltschutz und Planung. Bei der öffentlichen Sitzung im Adendorfer Rathaus machte das Gremium zudem in Sachen des neuen Wohnbaugebietes „Nördlich Rehkuhle“ einen Schritt zurück und einen vor: Das Wohngebiet wird anders als bisher konzipiert, und der angrenzende Golfkurs soll umgebaut werden. Einen Rückschlag gab es zudem für die Anwohner, die sich gegen den geplanten Ausbau der Straße Im Suren Winkel wehren.

„Geplant ist ein Gebäude für größere Tagungen, Familienfeiern, Ausstellungen, Empfänge und öffentliche Veranstaltungen“, skizzierte Adendorfs Bauamtsleiter das Ziel, das die „Golf Resort Adendorf KG“ mit dem vorgesehenen Bau des „Castanea Forums“ verfolgt. Damit werde das Angebot im „Golf Resort“ abgerundet. Das Gebäude soll auf einer Bruttogeschossfläche von 1350 Quadratmetern beispielsweise Platz für zirka 415 Sitzplätze in Stuhlreihen bieten. Zudem sind drei Seminarräume mit je 175 Quadratmetern Größe geplant.

Jürgen Schreiber (SPD) bezeichnete die Ansiedlung des Tagungszentrums „Castanea Forum“ als „Win-Win-Situation für das Hotel und den Ort Adendorf“. Dem pflichtete Gunther von Mirbach (CDU) bei: „Man fährt künftig nach Adendorf zur Tagung und nicht mehr nach Lüneburg.“ Bärbel Sasse (Grüne) hingegen zeigte sich skeptisch: „Die Anwohner sind schon durch das Sportzentrum gebeutelt.“ Es dürfe kein zusätzlicher Verkehr in das Wohngebiet gelockt werden. Bei zwei Gegenstimmen empfahl der Ausschuss, den Bebauungsplan aufzustellen.

Einen Rückzieher machte die Gemeinde Adendorf beim bereits Ende 2014 gefassten Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 41 „Nördlich Rehkuhle“, um ihn im nächsten Schritt in neuer Fassung wieder auf den Weg zu bringen. Vorgesehen ist die Schaffung eines neuen Wohnbaugebietes im Norden der Gemeinde. Antragsteller ist ebenfalls die „Golf Resort Adendorf KG“. Bei der ersten Planungsversion hatte nachträglich ein Gutachten ergeben, dass notwendige Lärmschutzmaßnahmen aufgrund der angrenzenden Sport- und Freizeiteinrichtungen mit „erheblichem Aufwand“ verbunden wären, so Bauamtsleiter Ninnemann.

In der neuen Planungsvariante soll das Baugebiet einen größeren Abstand zu den Sport- und Freizeiteinrichtungen einhalten, ein Teilbereich östlich der Siedlung Bei den Eichen sowie ein Teil der Tennisplätze blieben davon unberührt. Dafür soll das geplante Areal nördlich ausgedehnt werden. Um Platz zu schaffen, müsste der angrenzende Golfplatz umgestaltet werden. Die Erschließungsstraße soll von der Moorchaussee ausgehen. Ninnemann: „Geplant sind zirka 18 Grundstücke für eine Einzelhausbebauung.“ Laut Investor Adank sind Grundstücksgrößen von rund 1500 bis 2000 Quadratmeter vorgesehen.

Der Aufhebungsbeschluss zur alten Entscheidung fiel noch einstimmig. Dazu Bärbel Sasse (Grüne): „Jetzt zeigt sich, dass wir mit unserer Kritik zum Lärmschutz Recht hatten. Das hätten wir uns alles sparen können.“ Zumindest finanziell kann der Gemeinde das Hin und Her bei der Planung egal sein. Ninnemann: „Der Investor ist weiterhin bereit, sämtliche Planungs- und Erschließungskosten zu übernehmen und einen Infrastrukturausgleich zu leisten.“

Zur Neufassung des B-Plans sagte Manfred Sören Schierholz (SPD): „Mit der Lösung können wir gut leben.“ Ratsherr Gunther von Mirbach (CDU) sagte: „Das wird ein tolles Baugebiet.“ Und zwar „attraktive Wohnbauflächen für gehobene Ansprüche“. Sasse hingegen erneuerte ihre Kritik vom Herbst: Nach wie vor sehe sie „keine städtebauliche Erfordernis so in den Außenbereich zu gehen“. Bei drei Gegenstimmen empfahl das Gremium dem nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss, den neuen Aufstellungsbeschluss zu fassen.

Formal haben die Kritiker des umstrittenen Ausbaus des Straßenzugs Im Suren Winkel künftig ein Argument weniger. Die Bürgerinitiative der „Anwohner zur Verkehrsberuhigung Im Suren Winkel/Lindenweg/Grüner Weg“ hatte wiederholt vorgebracht, dass Teile der Strecke nicht wie geplant ausbaut werden dürften. Die Straßenzüge seien offiziell keine Hauptverkehrs-, sondern lediglich Anwohnerstraßen.

Daraufhin hat nun die Gruppe CDU/Jacobi im Gemeinderat den Antrag gestellt, den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern. Einstimmig empfahl der Planungsausschuss, die Straßen Im Suren Winkel, Grüner Weg und Lindenweg als Hauptverkehrsstraßen zu deklarieren. Auf Anregung des SPD-Ratsherrn Rainer Dittmers soll hingegen der Bereich Schwarzer Weg als Anwohnerstraße klassifiziert werden. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat.