Aktuell
Home | Lokales | Mit Demo-Beats für ein anderes Bildungssystem + + + Mit LZplay-Video
Vom Campus durch die Stadt zum Liebesgrund: Studenten und Schüler meutern gegen Lernfabriken. Foto: be
Vom Campus durch die Stadt zum Liebesgrund: Studenten und Schüler meutern gegen Lernfabriken. Foto: be

Mit Demo-Beats für ein anderes Bildungssystem + + + Mit LZplay-Video

ca Lüneburg. Tanzend von der Uni zur Wilhelm-Raabe-Schule und bis zum Liebesgrund ein ungewöhnlicher Demonstrationszug schlängelte sich am Mittwoch Abend durch Lüneburg. Das Motto: Raven gegen Lernfabriken. Das „Musikkollektiv Headshell“ gab den Beat vor, zu dem sich Studenten, Schüler und Flüchtlinge bewegten. Dass es um eine politische Botschaft ging, dürfte sich den vielen Anwohnern, die zum Beispiel im Roten Feld verwundert aus ihren Fenstern schauten, nicht auf den ersten Blick erschlossen haben.

An der Uni sprach „Fabi vom AStA“ und hatte die Botschaft: „Moin, Ihr Menschen. Bildung geht uns alle an.“ Dann folgte ein Parforceritt durchs System: Die Wirtschaft spiele eine immer größere Rolle an den Hochschulen, über sogenannte Drittmittel würden Inhalte vorgegeben, die freie Forschung verkümmere. Zudem würden viele Stellen an der Uni nicht ausreichend bezahlt, was schlecht sei für die Lebensplanung. Der Leistungsdruck nehme zu, das treffe Studenten und Schüler, die so schwer darunter litten, dass sich bei manchen ein „Burnout“ zeige. Überdies müsse Flüchtlingen sehr viel schneller ein Zugang an die Hochschulen gewährt werden.

Vor der Raabe-Schule forderte Schülervertreterin Sophie mehr Mitspracherechte für die Schüler, beispielsweise wenn es um den Haushalt gehe. Im Schulvorstand müsse die Schülerschaft ein größeres Gewicht erhalten. Es solle ein Bewusstsein geschaffen werden, das Veränderungen möglich mache. Ihr Kollege Ben hingegen brauchte nur einen Satz für seine Bilanz: „Das System ist scheiße!“

Den Demonstrationsaufruf hatten rund 20 Organisationen und Initiativen unterzeichnet. Dafür blieb die Teilnehmerzahl überschaubar. Die Polizei schätzte sie freundlich auf rund 200. Die Veranstalter hatten im Vorfeld mit 500 Aktivisten gerechnet.