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Keine Ausnahme: Die Bäckerstraße in Lüneburg ist eine beliebte Einkaufsmeile auch über Stadtgrenzen hinaus. Foto: A/be
Keine Ausnahme: Die Bäckerstraße in Lüneburg ist eine beliebte Einkaufsmeile auch über Stadtgrenzen hinaus. Foto: A/be

Bäckerstraße auf dem Niveau der Düsseldorfer Königsallee

red Lüneburg. Platz fünf im Norden und sogar Platz eins bundesweit in der Kategorie „Städte bis 100000 Einwohner“: In Lüneburgs Fußgängerzone ist mächtig was los. Die Große Bäckerstraße hat jetzt bei einem deutschlandweiten Vergleich der Passantenfrequenz ihren Ruf als beliebte Einkaufsmeile untermauert.

Im ganzen Land wurden zeitgleich die Passanten in den Haupteinkaufsstraßen gezählt, und zwar am Sonnabend, 21. März, von 13 bis 14 Uhr. 4730 Menschen waren es in der Hansestadt das bedeutet Rang 54 bundesweit. Doch betrachtet man Äpfel und Birnen, also Metropolen und eher kleine und mittelgroße Städte getrennt, ist Lüneburg spitze: In keiner anderen Stadt bis 100000 Einwohner ist zu dem Zeitpunkt mehr los gewesen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Immobilienberatungsunternehmens JLL.

Die Münchner Kaufingerstraße ist mit 15655 Passanten pro Stunde die meistbesuchte Einkaufsstraße des Jahres. Wie zuletzt 2009 weise damit die Einkaufsmeile mit den höchsten Ladenmieten zugleich die meisten Besucher auf. Die Frankfurter Zeil (13480) belegt Rang zwei. Die Kölner Schildergasse (13440), Spitzenreiter von 2014, folgt auf Rang drei vor der Kirchgasse in Wiesbaden (13110) und der Spitalerstraße in Hamburg (13070). Die Erhebung findet seit 1999 statt, diesmal in den 170 wichtigsten deutschen Einkaufsstraßen. Lüneburg war zum ersten Mal dabei, verdrängt auf Anhieb in der Kategorie unter 100000 Einwohner den langjährigen Spitzenreiter Seltersweg in Gießen (4015) auf Rang zwei.

Dirk Wichner, Leiter Einzelhandelsvermietung Deutschland bei JLL, sagt: „Die Passantenfrequenzen sind nicht das alleinentscheidende Kriterium für die Expansionsentscheidungen von Handelsunternehmen. Hierfür ist die Erhebung von zu vielen variablen Einflussgrößen abhängig. Dennoch bietet unsere Zählung interessante Anhaltspunkte für einen punktuellen bundesweiten Standortvergleich und die Umsatzchancen der Händler. Kennziffern wie die Spitzenmiete, Zentralität oder Kaufkraft erhalten auf diese Weise zusätzliche Aussagekraft.“

Betrachtet wurden auch die wenigen renommierten Luxusmeilen. Hier liegt die Düsseldorfer Königsallee (4775) auf Rang 1. Mit einigem Abstand folgen der Neue Wall in Hamburg (2925), die Stuttgarter Stiftstraße (2590), die Münchner Maximilianstraße (1880) und die Goethestraße in Frankfurt (1005).

Wichners Fazit: „Es zeigt sich einmal mehr, dass die 50 wichtigsten Einkaufsstraßen in Deutschland in sehr stabiler Verfassung sind und den Onlinehandel nicht fürchten müssen. Die Konsumenten schätzen nach wie vor einen ausgedehnten Einkaufsbummel in ihrer Einkaufsstraße, wenn sie einen kompletten Mietermix und eine hohe Aufenthaltsqualität vorfinden.“