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Gastwirt Werner Flindt (vorn) plant mittelfristig seinen Ruhestand. Die Planer Robert Läer und Andre Novotny und Bürgermeister Torsten Rödenbeck (hinten, v. l.) haben Ideen, wie das zentrale Gasthaus mit Festsaal erhalten bleiben könnte. Foto: t&w
Gastwirt Werner Flindt (vorn) plant mittelfristig seinen Ruhestand. Die Planer Robert Läer und Andre Novotny und Bürgermeister Torsten Rödenbeck (hinten, v. l.) haben Ideen, wie das zentrale Gasthaus mit Festsaal erhalten bleiben könnte. Foto: t&w

Gemeinde Barum will Gasthaus Flindt erwerben als Projekt zur Dorferneuerung

dth Barum. „In einem Ort, in dem es keine Kneipe gibt, möchte ich nicht wohnen“, sagt Gastwirt Werner Flindt. Doch der 67-Jährige plant seinen Ruhestand. „Spätestens im Dezember 2017, wenn ich 70 Jahre alt werde, möchte ich aufhören.“ Dann geht in Barum eine Ära zu Ende. Seit 1848 betreibt die Familie Flindt das örtliche Gasthaus. Damit dem Lokal mit Festsaal und seit 1980 mit Bundeskegelbahn nicht, wie in anderen Gemeinden, das endgültige Aus droht, will sich die Gemeinde Barum für den Erhalt und Weiterbetrieb einsetzen. „Wir könnten das Ensemble im Ortskern aufwerten als Treffpunkt für Einheimische und Gäste. Die Chance dazu hätten wir im Rahmen der Dorferneuerung“, sagt Barums ehrenamtlicher Bürgermeister Torsten Rödenbeck (CDU). „Aber wir gehen das nur an, wenn das auch der Wille der Bürger ist.“ Dazu findet kommende Woche eine Versammlung statt.

Bislang hat die Gemeinde Barum die Neugestaltung der Alten Dorfstraße sowie des Schulwegs als nächstes auf der Agenda, um im Rahmen der Dorferneuerung um Fördermittel beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) zu werben. Rödenbeck: „Im Februar sollen neue Förderrichtlinien erlassen werden. Da könnten wir mit dem neuen Projekt gut reinpassen.“ Dafür müsste aber die Prioritätenliste geändert werden. Als positives Beispiel nennt Rödenbeck die Sanierung vom „Harms Hus“ als Dorfgemeinschaftshaus im Nachbarort Oldershausen, wofür ebenfalls Fördermittel geflossen sind. Potenzial sehen in dem Barumer Vorhaben neben Barums Dorferneuerungsplaner Volker Warnecke auch Ingenieur An­dre Novotny sowie Architekt Robert Läer.

Novotny, der auch die Planung für die Alte Dorfstraße, in der das Gasthaus steht, erarbeitet hat, sagt: „Wir könnten das Konzept auf weiten, dabei den Bereich der Straße verlassen und den Innenhof des Bauensembles neu gestalten.“ Der würde sich als Ort für einen Biergarten anbieten und hätte zugleich Anbindung an den Barumer See. Zudem wäre eine zusätzliche Anlegestelle für Paddler denkbar.

Rödenbeck: „Wir liegen außerdem an mehreren Fahrradrouten und der Storchenstraße, da würden sich vielleicht auch Gästezimmer lohnen.“

Aber allem voran solle der Festsaal, Baujahr 1908, für die Gemeinde und ihre Vereine und Verbände als Veranstaltungsraum erhalten bleiben. Die wahre Größe des Saals verbirgt sich indes hinter einer abgehängten Decke, darüber erstreckt sich ein teilweise mit Blumenmustern verziertes Gewölbe. Die Galerie, auf der einst die Musik spielte, war laut Flindt in der Nachkriegszeit einst in einer Einliegerwohnung für Flüchtlinge integriert worden. Wie im Inneren so könnte auch im Außenbereich manches zurückgebaut und modernisiert werden, um beispielsweise „das Fachwerkhaus der Gaststätte neu in Szene zu setzen“, schlägt Architekt Läer vor.

Und wer soll das bezahlen? Dazu Rödenbeck: „Die Gemeinde hat Rücklagen von rund 600.000 Euro. Sollten wir in das Förderprogramm kommen, rechnen wir mit einer Förderquote von 50 Prozent plus X.“ Auch die Aufnahme eines zinsgünstigen Kommunalkredits sei denkbar, um Barums Gasthaus zu erhalten und die Dorfmitte mit neuem Leben zu erfüllen.

Wenn die Bürger es denn wollen. Um das in Erfahrung zu bringen, laden Gemeinde und die Sprecher des Arbeitskreises Dorferneuerung zu einer Bürgerversammlung ein für Donnerstag, 25. Juni, um 19.30 Uhr im Gasthaus Flindt (Alte Dorfstraße 1). Auch Gastwirt Flindt, der 1947 in dem Haus geboren wurde, hofft, dass der Saal voll wird „und der Umsatz höher ist als bei den Ratssitzungen“.

One comment

  1. werner ist schon immer ein schlitzohr gewesen und ziemlich clever. seine curry-wurst schmeckt übrigens ausgezeichnet.