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Künstler Flemming Fiedler (v.l.) mit den Waldbadfreunden Carola Besier, Simone Lammert-Müller, Kirsten Klann, Marcel Narkus, Finn Heuchert, Patrick Klose und Ingo Schwarz vor dem fast fertigen Graffiti-Kunstwerk. Es fehlen noch der Meeresboden und die vielen kleinen Details, die das Bild zum Suchspiel machen. Foto: cw
Künstler Flemming Fiedler (v.l.) mit den Waldbadfreunden Carola Besier, Simone Lammert-Müller, Kirsten Klann, Marcel Narkus, Finn Heuchert, Patrick Klose und Ingo Schwarz vor dem fast fertigen Graffiti-Kunstwerk. Es fehlen noch der Meeresboden und die vielen kleinen Details, die das Bild zum Suchspiel machen. Foto: cw

Graffiti-Kunst im Waldbad

cw Alt Garge. Mit ruhiger Hand zieht Flemming Fiedler die Spraydose über die Wand. Hier noch ein weißer Akzent, dort noch ein winziges Detail und plötzlich erwacht die Wand zum Leben: Der riesige lila Krake scheint im Wasser zu schwimmen und der orangefarbene Fantasie-Trompetenfisch bläst fröhlich Noten durch das blaue Nass.

Das rund 75 Quadratmeter große Graffiti-Kunstwerk ziert jetzt die Wand des ehemaligen Restaurants im Waldbad Alt Garge. Möglich wurde das Projekt, weil die Stadt Bleckede das Gebäude kürzlich gekauft hat. „Bis jetzt hatten wir ja immer unseren bunten Bretterzaun davor stehen, damit man nicht auf die marode Fassade schauen muss“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins, Kirsten Klann. Der umrahmt künftig den Spielplatz, links von der Graffiti-Wand.

Die Idee für das Projekt kam von den jüngeren Waldbadbenutzern. „Wir haben hier so zusammen gesessen und überlegt, was man machen könnte und dann sagte einer, er kennt einen Graffiti-Künstler“, erzählt Kirsten Klann. Der Förderverein hat daraufhin Kontakt zu Flemming Fiedler aufgenommen. „Er hat sich die Wand angesehen und einen Skizzenentwurf gemacht, von dem wir alle gleich begeistert waren“, freut sich Kirsten Klann.

Dabei ist der 19-jährige Lüneburger eher ein Naturtalent als ein routinierter Sprayer. „Ich habe das erst im letzten Jahr für mich entdeckt“, sagt Flemming Fiedler. Er arbeitet für das Rote-Rosen-Studio Hamburg und musste einen Wohnwagen für das Filmset mit Graffiti verzieren. Dann hat es ihn gepackt. „Ich habe zu Hause in der Garage eine ganze Wand frei geräumt und geübt“, erzählt er.

Im Gegensatz zu vielen anderen Sprayern hat er sich auf Cartoons spezialisiert. Gezeichnet habe er schon immer gern und jetzt bringt er seine Entwürfe überdimensional an die Wand. „Das ist echt ein Hammerprojekt“, freut er sich. „So etwas Großes durfte ich noch nie machen.“

Rund eine Woche hat Flemming Fiedler für die Wand gebraucht. Knapp 200 Sprühdosen waren im Einsatz, 80 davon hat der Künstler selbst noch mitgebracht. Doch von einer Bezahlung will der junge Lüneburger nichts hören. „Das ist doch eine Supersache hier“, sagt er und meint sowohl das Projekt als auch den Förderverein und sein Engagement.

Trotzdem ist die Aktion nicht kostenlos für den Förderverein. „Wir haben die Wand von einer Firma blau grundieren lassen“, erzählt Kirsten Klann. „Dafür waren noch einige Vorarbeiten nötig.“ Rund 2500 Euro kostete die Grundierung und die Sprühfarben kamen noch einmal auf 500 Euro. Doch Kirsten Klann ist sich sicher, dass sich der Einsatz gelohnt hat. „Es sieht einfach fantastisch aus.“

Fragen an Flemming Fiedler: Flemming.fiedler@arcor.de