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Protagonist, Kameramann und Cutter in Personalunion: Mike Schedler bewarb sich mit seinem Beitrag für die Kategorie Lüneburg24. Das Thema in Anspielung auf das Stadtfest lautete Stattfest. Foto: ada
Protagonist, Kameramann und Cutter in Personalunion: Mike Schedler bewarb sich mit seinem Beitrag für die Kategorie Lüneburg24. Das Thema in Anspielung auf das Stadtfest lautete Stattfest. Foto: ada

Film-Fans drehen Beiträge für den Video Contest Lüneburg + + + Mit LZplay-Video

ada Lüneburg. Ein Raunen geht durch das Lüneburger Stadtarchiv. Es ist Sonnabend, 14 Uhr, als die einen beginnen zu tuscheln und die anderen erstarren. Vor wenigen Sekunden haben die Nachwuchsfilmer erfahren, welches Thema sie bei „Views 2015“, dem Video Contest Lüneburg, filmisch umsetzen sollen. Jetzt bleiben ihnen 24 Stunden Zeit, um zum Thema „Stattfest“ eine Filmidee zu entwickeln, sie zu drehen und den Clip fertig zu schneiden.

„Lüneburg24“ ist eine der drei Wettbewerbskategorien. In diesem Jahr sucht die Jury außerdem die besten Filme in den Sparten „DokuDigital“ und „MusikVideo“. Bis Sonntag, 14 Uhr, haben die Teilnehmer Zeit, ihre Filme einzureichen. Danach werden Experten aus der Film- und Videobranche die eingereichten Werke beurteilen. Am Freitag, 26. Juni, folgt die Präsentation der Gewinnerfilme und die Preisverleihung im Scala-Kino. Olaf Krafft vom Medien- und Rechenzentrum der Leuphana gehört der Jury an. „Es geht mir darum, ob das Thema stimmt und wie die Idee umgesetzt wurde. Technik allein reicht nicht. Wenn die Idee nicht gut umgesetzt oder nicht vorhanden ist, würde ich das schlechter bewerten“, verrät er.

Diese Worte dürften Mike Schedler beruhigen. Der 32-Jährige ist blutiger Anfänger in der Videoproduktion. Ein Stativ und sein Smartphone — mehr Hilfsmittel hat der Lüneburger nicht für seine Filme. Über die Leidenschaft zur Fotografie sei er zum Film gekommen. Am liebsten drehe er allein, ohne sich rechtfertigen zu müssen, wenn manche Szenen ein ums andere Mal wiederholt werden müssten. „Ich hatte Angst, dass es ein Thema gibt, das ich nicht alleine bewältigen kann“ sagt er. Doch er hatte Glück. „Mit meinem Video werde ich die Leute immer weiter in die Natur entführen“, sagt er, richtet das Smartphone erneut ein und joggt an der Linse vorbei.

Brainstorming, Dreharbeiten, Schnitt — all das hat Holger Voss bereits hinter sich. Der 52-Jährige tritt mit seinem Clip in der Kategorie „Musikvideo“ an. Seit mehr als 30 Jahren schlägt sein Herz für die Musik, seit knapp zehn Jahren auch für Musikvideos. „Ich habe zu fast jedem meiner Songs ein Video produziert, in dem die Story erzählt wird“, sagt er. Rund zwölf Stunden habe er an seinem aktuellen Werk gearbeitet, einem animierten Video mit Kuscheltier „Herr Pferd“ in der Hauptrolle. „Es macht Spaß, sich ganz genau zu überlegen, wie der Clip später aussehen soll. Bei den einzelnen Bildern sieht man ja nicht viel, anders beim fertigen Video“.

Mit acht Einreichungen ist die Kategorie „Musikvideo“ die beliebteste. „Das zeigt, dass wir dieser Sparte den Zahn der Zeit getroffen haben“, sagt Katja Grundmann von LZplay, die den Video Contest mitorganisiert hat. „Die besondere Herausforderung ist aber auch in diesem Jahr die Kategorie ,Lüneburg24, da die Filmer nur 24 Stunden Zeit haben, um ihre Filme fertig zu stellen.“

Eine Herausforderung, die Jonas Muschack und Joris Bartsch gerne annehmen. Bereits im vergangenen Jahr nahmen beide am Wettbewerb teil und zählten mit ihrem Beitrag zu den Gewinnern. Auch diesmal sind sie wieder dabei: Joris Bartsch reiste extra aus Hannover an und verbringt seinen 17. Geburtstag hinter der Kamera. Das Konzept der beiden Nachwuchsfilmer: kein Drehbuch. „Wir mögen es, zu improvisieren, das hat im letzten Jahr ganz gut geklappt“, erzählt Jonas.

Ein Raunen geht über den Platz Am Sande. Es ist Sonnabend, 17.30 Uhr, als Passanten staunend stehenbleiben, tuscheln, sich verwundert umdrehen. Jonas Muschack und Joris Bartsch stehen mitten in der Menschenmenge, blicken in die Kamera und erstarren. Sie drehen die erste Szene für ihr Video. Nun bleiben ihnen noch 20 Stunden und 30 Minuten.