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Der Raddampfer wurde auf der Hitzler-Werft gerade noch einmal überholt, damit die Reise nach Dresden auch technisch glückt. Die Metropolregion förderte die Arbeiten mit 50.000 Euro. Foto: tja
Der Raddampfer wurde auf der Hitzler-Werft gerade noch einmal überholt, damit die Reise nach Dresden auch technisch glückt. Die Metropolregion förderte die Arbeiten mit 50.000 Euro. Foto: tja

Frisch überholter Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ startet Reise in Geburtsstadt Dresden

tja Lauenburg. 105 Jahre ist es her, da war der 1900 gebaute Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ zuletzt in Dresden. Dort lief er nicht nur vor 115 Jahren vom Stapel, zehn Jahre später wurde er dort auch verlängert. Jetzt steht eine Reise in die Heimat des unter Denkmalschutz stehenden Dampfers an: 17 Tage soll eine Schiffsreise die Crew und ihre Passagiere im August und September nach Dresden und zurück führen. Die Rückfahrt mit 120 Übernachtungsplätzen ist bereits ausgebucht, für die Bergfahrt und für die Tagestouren gibt es noch Tickets.

Die Reisepläne präsentierten jetzt Markus Reich, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums, sein Stellvertreter Wilhelm Bischoff und Geschäftsführer Holger Böttcher gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Thiede sowie Marion Köhler und Anne Bleimeister von der Metropolregion Hamburg.

Mit der Baunummer 386 wurde der Raddampfer 1899 bis 1900 auf der Dresdner Maschinenfabrik und Schiffswerft AG für den Einsatz auf der Weser gebaut. Während der Überführung kam der Raddampfer das erste Mal auch an Lauenburg vorbei. Auf der Werft in Dresden-Übigau wurde das Schiff 1910 in drei Stücke zerteilt und auf sein heutiges Maß von 57,20 Meter verlängert. Auch weitere Umbauten fanden damals statt, anschließend ging es an Lauenburg vorbei erneut auf die Weser. 1970, als der „Kaiser“ an der Weser ausgedient hatte, holten Schifffahrt-Fans um den Großhansdorfer Dr. Ernst Schmidt den Raddampfer schließlich nach Lauenburg. Bis 2011 war der damals 84-Jährige der Chef an Bord. Mehr als 200000 Passagiere fuhren in der Zeit mit.

Jetzt steht die nächste große Reise bevor. „Wir packen endlich das Dresden-Projekt an“, freut sich Böttcher. Zwischen 25 und 30 Mann Besatzung werden täglich an Bord sein, um die Reise zu ermöglichen. „Auf den langen Routen brauchen wir nicht nur einen, sondern auch mal zwei oder drei Heizer.“ Gerade bergauf ist die Fahrt mühsam, es geht mit etwa zehn Stundenkilometern voran.

Das Kommando wird Reich führen. „Leider hat man uns in Dresden verboten, Werbung für unsere Fahrt nach Königstein zu machen, aber man sieht uns als Verein dort wohl zu sehr als Konkurrenz für die Touristenschiffe“, berichtet der Kapitän. Dennoch freut er sich, denn dem Verein ist entlang der Strecke die Unterstützung vieler Dampfer-Freunde sicher. Außerdem sind zahlreiche internationale Dampfer-Fans an Bord. Die Reise vom 25. August bis zum 10. September dürfte ein großes Spektakel werden.

Damit die Reise auch technisch glückt, wurde der Raddampfer auf der Hitzler-Werft gerade noch einmal überholt. Die Metropolregion förderte die Arbeiten mit 50000 Euro. „Der Kaiser Wilhelm ist das Flaggschiff beim Projekt Kurs.Elbe, deshalb hat er auch eine Extra-Förderung von uns bekommen“, erklärte Marion Köhler. „Lauenburg ist eine alte Schifferstadt mit tollen Traditionen und der Kaiser Wilhelm ist das größte Exponat unseres Elbschifffahrtsmuseums“, berichtete Bürgermeister Andreas Thiede. Er lobte ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement des Vereins, der den Raddampfer gerettet hat. Reich: „Wir wollen das Schiff jetzt soweit fit machen, dass wir die nächsten 50 oder 100 Jahre noch damit fahren können.“

Dem Dresden-Projekt könnte jetzt nur noch der niedrige Wasserstand der Elbe einen Strich durch die Rechnung machen. „Aber ich gehe davon aus, dass der nötige Regen bis August noch fällt“, so Reich.

Reiseinfos können per E-Mail unter info@raddampfer-kaiser-wilhelm.de erfragt werden.