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Die Mitarbeiter des Lüneburger Klinikums symbolisieren mit ihren nummerierten Zetteln, wie viel Personal ihrer Ansicht nach fehlt in den Kliniken. Foto: t&w
Die Mitarbeiter des Lüneburger Klinikums symbolisieren mit ihren nummerierten Zetteln, wie viel Personal ihrer Ansicht nach fehlt in den Kliniken. Foto: t&w

Protestkette für Pflegepersonal

as Lüneburg. 150 Mitarbeiter des Lüneburger Klinikums und der Psychiatrischen Klinik haben am Mittwoch ihre Mittagspause genutzt, um bei einer bundesweiten Protestaktion mitzumachen und auf die Personalnot hinzuweisen. Sie reihten sich ein in eine Kette, die sich von Flensburg bis Oberstorf zog und bei der Schilder mit den Zahlen von 1 bis 162000 hoch gehalten wurden: Nach Berechnung der Gewerkschaft ver.di fehlen 162000 Beschäftigte in deutschen Kliniken.

Lars Stubbe, Lüneburger ver.di-Sekretär, machte deutlich, dass allein 70000 Mitarbeiter in der Pflege fehlten. Trotz extremen Arbeitseinsatzes sei die Arbeit nicht mehr zu schaffen. Der Anfang Juni vorgelegte Entwurf des Krankenhausstrukturgesetzes biete keine Lösung für den Mangel. Mindestens acht Milliarden Euro müssten in die Hand genommen werden, die Bundesregierung wolle aber nur ein Pflegeförderprogramm mit 600 Millionen auflegen. „Wir brauchen endlich ein Gesetz mit einer verbindlichen Personalvorgabe und entsprechender Finanzierung.“ Anlässlich der Konferenz der Gesundheitsminister der Länder in Bad Dürkheim und des Gesundheitsausschusses des Bundestages in Berlin wolle man mit dieser Aktion Druck machen.

Birgit Ziemer, stellvertretende Stationsleiterin im Medizinischen Zentrum des Klinikums, sieht guten Grund für die Aktion. „Auch mit Blick auf den demografischen Wandel muss der Personalschlüssel unbedingt erhöht werden.“ Denn zunehmend ältere Patienten würden auch noch mehr Pflege bedeuten. Susanne Jarke, Betriebsratsvorsitzende des Klinikums, sagt: „Wir versuchen alle Stellen zu besetzen, aber es ist mittlerweile schwierig, Mitarbeiter zu bekommen.“ Denn der Beruf der Pflegekräfte sei aufgrund der hohen Belastung nicht mehr attraktiv. Die Politik wie auch die Kassen müssten unbedingt die Weichen dafür stellen, dass es mehr Personal und die entsprechende Finanzierung dafür gebe.