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Auch in der Samtgemeinde Gellersen wurden im Mai die kommunalen Kindergärten in Wester- und Kirchgellersen bestreikt. Eine Auszahlung von insgesamt 17 000 Euro an die Eltern ist nun in der Vorbereitung  der Restbetrag soll an die Einrichtungen gehen. Foto: A./t&w
Auch in der Samtgemeinde Gellersen wurden im Mai die kommunalen Kindergärten in Wester- und Kirchgellersen bestreikt. Eine Auszahlung von insgesamt 17 000 Euro an die Eltern ist nun in der Vorbereitung der Restbetrag soll an die Einrichtungen gehen. Foto: A./t&w

Kita-Streik: Eltern erhalten Gebühren zurück

dth Reppenstedt. „Die Samtgemeinde Gellersen will keinen Nettogewinn aus dem Kita-Streik ziehen, sondern das eingesparte Geld den Eltern sowie den Kindergärten und Krippen zurückgeben“, fasst der Vorsitzende des Gellerser Kita-Ausschusses, Dr. Hinrich Bonin, das zentrale Anliegen der jüngsten Gremiensitzung zusammen. So sollen den Eltern in 110 Fällen ganz oder teilweise Gebühren zurückerstattet werden: Allein insgesamt rund 17000 Euro an Gebühren sollen ausgezahlt werden.

In der Samtgemeinde Gellersen wurden im Mai die kommunalen Kindergärten in Wester- und Kirchgellersen bestreikt und wie angekündigt eine Notbetreuung in Kirchgellersen für beide Einrichtungen durchgeführt. Wegen eines Krankheitsfalls musste zudem die Krippe Westergellersen geschlossen werden. Auch die Krippen-Eltern hatten sich vorwiegend selbst Alternativen organisiert, hieß es. Die eingesparten Personalkosten betragen für die Gellerser insgesamt rund 30800 Euro, plus weitere rund 6000 Euro, die auf Einzelstreiktage entfallen. Dass eine deutlich kleinere Summe an die Eltern zurückgezahlt wird, liegt da­ran, dass die Gebühren grundsätzlich nur einen Bruchteil der Personal- und Betriebskosten decken.

Da die Kinderkrippe in Westergellersen 14 Tage geschlossen war, sollen die Eltern auch die Hälfte der Gebühren eines Monatsbeitrags zurück erhalten, insgesamt 1600 Euro werden so ausgezahlt. Für die Kindergärten Westergellersen und Kirchgellersen werden die Gebühren für einen ganzen Monat erstattet. Für Westergellersen entspricht das einem Gesamtbetrag von rund 5800 Euro, in Kirchgellersen rund 9600 Euro.

„Für diejenigen Eltern, die die Notbetreuung in Anspruch genommen haben, wird in die entsprechenden Schreiben ein zusätzlicher Passus aufgenommen, dass sie bitte eine Spende an den jeweiligen Kindergartenförderverein in entsprechender Höhe für die in Anspruch genommene Notbetreuung weiterleiten mögen“, heißt es in der Sitzungsvorlage der Verwaltung. Diesem Vorschlag folgte der Kita-Ausschuss einstimmig. Zur Auszahlung steht noch ein Beschluss des Samtgemeindeausschusses aus.
Zudem will die Samtgemeindeverwaltung einen kleineren Betrag zurücklegen für mögliche Rückforderungen von Kostenzuschüssen durch Landkreis oder das Land Niedersachsen. Und: Es schlagen rund 4000 Euro für Überstunden in der Verwaltung zu Buche.
Der Restbetrag sollte nach dem ursprünglichen Vorschlag der Verwaltung auf die drei Einrichtungen in Gellersen verteilt werden, die nicht gestreikt haben und sogar während der Streikphase zusätzliches Personal in den Kindergarten Kirchgellersen und die Krippe Westergellersen entsandt haben.
Doch von der Idee, der Krippe Reppenstedt, dem Kindergarten Reppenstedt sowie dem Kindergarten Südergellersen je 1500 Euro als „Dankeschön“ für Sachanschaffungen zu zahlen, nahmen die Kommunalpolitiker Abstand. Ausschussvorsitzender Bonin sagte: „Wir wollen nicht als Belobiger auftreten, ob jemand gestreikt hat oder nicht.“ Stattdessen soll der Restbetrag aus den eingesparten Personalkosten von 5400 Euro dem allgemeinen Budget für die frühkindliche Erziehung zugute kommen, um Anschaffungen oder Projekte in allen Einrichtungen zu unterstützen.
Die Samtgemeinde Gellersen ist die einzige Samtgemeinde im Kreis, die die Trägerschaft sowohl über Krippen als auch Kindergärten in ihrem Bereich inne hat. In der Regel liegt die Trägerschaft sonst bei den jeweiligen Kommunen.

Andere Kommunen ziehen mit

Auch andere Kommunen denken über die Rückzahlung von Gebühren an die Eltern nach. „Die Stadt Lüneburg beabsichtigt, Eltern möglichst unbürokratisch und ohne gesonderten Antrag, Kita-Beiträge für die Streikzeit zurückerstatten“, sagt Sprecherin Suzanne Moenck. „Wir sind dazu noch in Gesprächen, unter anderem mit dem Stadtelternrat, um Einzelheiten zu klären.“ Schon weiter ist die Gemeinde Adendorf. „Wir wollen das Problem unkompliziert lösen“, erklärt Bürgermeister Thomas Maack.

Für die vierwöchige Streikpause in den Kindergärten Emmi Senking und Adolph Holm, in der Krippe am Schwimmbad und in Kindergarten/Kinderkrippe am Feuerwehrhaus soll den Eltern die komplette Monatsgebühr zurückgezahlt werden. Darüber habe man sich im Verwaltungsausschuss geeinigt, der Ratsbeschluss stehe noch aus, sagt Maack. Betreuungsstunden im Zuge der Notbetreuung sollen nicht gegengerechnet werden. Maack: „Auch Eltern, die die Notbetreuung genutzt haben, sollen den vollen Monatsbeitrag bekommen.“ Sie werden aber gebeten, ihrer Einrichtung freiwillig einen Betrag zu spenden. „Wir sind gespannt, was zusammenkommt.“

Er weist darauf hin, dass die etwa 50 000 Euro die in Adendorf mit etwa 370 betreuten Kindern für die Rückzahlung aufgebracht werden müssen, die Gemeindekasse nicht so stark belasten, denn die Gemeinde habe während der Streikwochen ja auch erheblich an Personalkosten gespart. Über Rückzahlungen dürfen sich auch Eltern freuen, deren Kinder während des Streiks die Kindergärten in Deutsch Evern und in Embsen nicht besuchen konnten. Das bestätigte Peter Rowohlt, Bürgermeister der Samtgemeinde Ilmenau.