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Johanna Fritz bändigt mit Hilfe von Jacques Gleischner ein C-Rohr. Im Hintergrund wacht Feuerwehrmann Stefan Roschmann. Foto: t&w
Johanna Fritz bändigt mit Hilfe von Jacques Gleischner ein C-Rohr. Im Hintergrund wacht Feuerwehrmann Stefan Roschmann. Foto: t&w

Jugendliche werden auf den Notfall vorbereitet

pet Lüneburg. Dass Feuerwehrleute nicht nur an Verantwortung schwer zu tragen haben, wenn sie in den Einsatz gehen, sondern auch an Ausrüstung, das weiß Agit Turgut seit gestern ganz genau. Stück für Stück hat Christine Gebhardt von der Lüneburger Feuerwehr dem Schüler die zur persönlichen Schutzausrüstung gehörenden Kleidungs- und Ausrüstungsstücke gereicht. 27 Kilogramm hat der Schüler der Georg-Sonnin-Schule (Berufsbildende Schulen/BBS II) auf dem Schwalbenberg am Ende zu tragen. Für den „Erstangriff“ können noch Atemluftflasche, Schlauchpaket und Atemschutzmaske dazu kommen.

Statt Mathematik, Bautechnik oder Deutsch stand gestern an der Georg-Sonnin-Schule eine Brandschutzhelferausbildung auf dem Programm eine Ausbildung, die den Schülerinnen und Schülern, allesamt in der Lehre oder kurz davor, auch bei einer späteren Jobsuche vielleicht ein Stück weiterhelfen kann: Seit dem vergangenen Jahr sind Brandschutzhelfer in Betrieben und Behörden gesetzlich vorgeschrieben.

Koordiniert haben Stefan Ostermann und Joachim Prüß aus dem Brandschutzteam der Georg-Sonnin-Schule die Brandschutztage, die gestern begonnen haben und heute fortgesetzt werden. Die Feuerwehr Lüneburg hat ebenso Personal und Geräte bereit gestellt wie der Förderverein der Feuerwehr Melbeck, das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz.
Worauf sie bei der Wiederbelebung von Patienten mit Herz- oder Kreislaufstillstand achten müssen, zeigen etwa Anna-Lena Lahme und Marcel Stürmer vom DRK den Schülern. „Wichtig ist es, den richtigen Druckpunkt zu finden“, erklärt Lahme. Wie Wiederbelebung mit dem Defibrillator funktioniert, erklärte Lehrer Stefan Bohr den Schülern.

Neben dem Stand des DRK haben die Männer vom THW Fahrzeuge und Ausrüstung aufgebaut. Ingo Perkuhn und Olaf Braasch bauen aus Latten, einer Decke oder auch einer Jacke eine provisorische Trage, mit der Verletzte vom Unglücksort entfernt werden können.

Dass ein „C-Rohr“ anders in der Hand liegt als ein Gartenschlauch, erklärt Stefan Roschmann von der Feuerwehr Lüneburg, die sich ihr Wasser im 2800-Liter-Tank selbst mitgebracht hat. Heiß und laut ist es dagegen am Stand der Melbecker Feuerwehrleute: Patrick Ostermann, Klaus Kasten und Michael Bock haben auch Übungsfeuerlöscher dabei, mit denen jeder Schüler einmal selbst einen Brand löschen kann. Die Melbecker demonstrieren mit ihrem Feuertrainer auch, wie leicht eine Spraydose explodieren kann, wenn sie zu heiß wird und welche verheerenden Folgen eine solche Explosion haben kann. „Das ist wie eine Bombe“, erklärt Patrick Ostermann.

Dass es fast unmöglich ist, sich in dichtem Rauch zu orientieren, können die Jugendlichen am 36-Quadratmeter-Zelt erfahren, das auch die Melbecker mitgebracht haben: Die Schüler dürfen einen Blick in das Zelt werfen, dann wird das Zelt vernebelt, die Jugendlichen gehen hinein, machen drei Drehungen um die eigene Achse und versuchen, den Ausgang zu finden. „Das ist richtig schwer“, weiß Stefan Ostermann.

Insgesamt 13 Klassen der Georg-Sonnin-Schule kommen in den Genuss der Brandschutzhelferausbildung. Und sie alle, wie auch Agit Turgut, können sich nach einem langen Tag viel besser in die Arbeit der Helfer in Not- und Unglücksfällen hineinversetzen und im Falle eines Falles auch besser helfen.