Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Teils neue Teilnehmer, teils alte Hasen beim German-American Partnership Program: (v. l.) Klay Taylor, Kaitlin Yeomans, Jonathan Jones, Tobias Hedfeld, Eva-Maria Wolff und Steven Thompson. Foto: t&w
Teils neue Teilnehmer, teils alte Hasen beim German-American Partnership Program: (v. l.) Klay Taylor, Kaitlin Yeomans, Jonathan Jones, Tobias Hedfeld, Eva-Maria Wolff und Steven Thompson. Foto: t&w

Austausch an der Herderschule: Fahrräder verblüffen Amis

joh Lüneburg Pünktlich zum Stadtfest waren die 17 amerikanischen Austauschschüler aus Roseburg in Lüneburg angekommen. „Its really nice to throw a party for us“, sagt Jonathan Jones, einer der begleitenden Lehrer, augenzwinkernd. Es sei sehr freundlich, dass extra eine Feier für die Gäste geschmissen werde. Die US-Amerikaner hatten sogleich eine gute Gelegenheit, Lüneburgs Musikszene und die Innenstadt kennenzulernen. Angetan waren sie von der Architektur und dem Essen sowie erstaunt über die vielen Fahrräder.

Der Schüleraustausch zwischen der Herderschule und der Roseburg Highschool hat Tradition. 1988 fand er erstmals statt, seitdem besuchen Schüler der Klassen 10 bis 12 alle zwei Jahre die Partnerschule für jeweils drei Wochen. Die Herderschule wird dafür vom Kultusministerium als Partnerschule des „German-American Partnership Program“ gefördert.

Während auf der Seite des Gymnasiums immer aus einer großen Zahl von Bewerbern ausgewählt werden muss, ist es auf amerikanischer Seite etwas schwieriger, genügend Schüler zu finden, da nur wenige überhaupt Deutsch lernen und die Kosten für den Austausch relativ hoch sind. Viele suchen sich deshalb einen Ferienjob für die Finanzierung.

Steven Thompson wollte unbedingt nach Deutschland, „mal etwas anderes sehen“. Auch für seine Mitschülerin Kaitlin Yeomans war der Besuch des Landes das Ausschlaggebende, weniger die Verbesserung der eigenen sprachlichen Fähigkeiten. Das geschehe aber von selbst, sagt Tobias Hedfeld, Englischlehrer an der Herderschule. Sowohl in den deutschen als auch in den amerikanischen Familien würde die jeweilige Landessprache gesprochen, erzählt Herderschülerin Eva-Maria Wolff. Sie habe durch den Austausch auch den „American Way of Life“ erfahren, also die amerikanische Art zu leben: Westernreiten auf einer Ranch, riesige Shopping-Malls und extra groß angelegte Straßen und Städte. „Lüneburg ist ganz anders als Amerika“, hat Jones festgestellt. Enge Gassen und derart alte Häuser gebe es in Amerika nicht. Auch die vielen Fahrräder in der Stadt sind eine ganz neue Erfahrung für die amerikanischen Schüler. In Roseburg kämen maximal zehn Fahrräder auf mehrere Tausend Schüler.

In den nächsten zwei Wochen werden die amerikanischen Gäste noch viele Ausflüge ins Umland von Lüneburg unternehmen, bevor sie sich mit einem amerikanischen Abend von ihren Gastgebern verabschieden. „Dazu kommen immer auch ehemalige Austauschteilnehmer“, sagt Hedfeld. Er selbst war schon 1996 als Schüler bei dem Austausch dabei.