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Der Vorstand des Naturpark-Vereins: (v.l.) Ulrich Mentz (Landkreis Lüneburg), Julia Hallmann (Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide), Hans-Jürgen Stegen (Heidekreis), Sabine Schlüter (Gemeinde Bispingen), Kai Uffelmann (Landkreis Harburg), Vorsitzender Olaf Muus (Samtgemeinde Hanstedt), Oliver Schulze (Heidekreis), Michael Göbel (Samtgemeinde Amelinghausen), Geschäftsführerin Hilke Feddersen (Landkreis Harburg), Wolfgang Krause (Salzhausen), Meike Moog-Steffens (Stadt Schneverdingen) und Hans-Heinrich Höper (Samtgemeinde Jesteburg). Foto: dth
Der Vorstand des Naturpark-Vereins: (v.l.) Ulrich Mentz (Landkreis Lüneburg), Julia Hallmann (Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide), Hans-Jürgen Stegen (Heidekreis), Sabine Schlüter (Gemeinde Bispingen), Kai Uffelmann (Landkreis Harburg), Vorsitzender Olaf Muus (Samtgemeinde Hanstedt), Oliver Schulze (Heidekreis), Michael Göbel (Samtgemeinde Amelinghausen), Geschäftsführerin Hilke Feddersen (Landkreis Harburg), Wolfgang Krause (Salzhausen), Meike Moog-Steffens (Stadt Schneverdingen) und Hans-Heinrich Höper (Samtgemeinde Jesteburg). Foto: dth

Lüneburger Heide GmbH: Touristiker bremst Olympia-Euphorie

dth Westergellersen. Nicht nur für den Sport, auch für die Wirtschaft, insbesondere den Tourismus, in der Heide-Region bietet die Hamburger Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 eine große Chance. Dafür warb jetzt Dr. Malte Heyne, Geschäftsführer der IHK Nord ein Zusammenschluss von 13 Industrie- und Handelskammern in Norddeutschland bei der Mitgliederversammlung des Trägervereins „Naturpark Lüneburger Heide“. Wasser in den Wein der Olympia-Begeisterung goss der oberste Cheftouristiker der Region, Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH.

Von dem Bruch impfte den Naturparkmitgliedern aus drei Landkreisen ein, was für einen erfolgreichen Naturtourismus noch getan werden müsse. Wäre er bis zum Schluss geblieben, hätte er bei der Jahresbilanz der Naturparkregion erfahren, dass manche seiner Forderungen schon umgesetzt wurden und welche neuen Projekte auch in der neuen Leader-Region „Lüneburger Heide“ anstehen.

Den Olympia-Gedanken griff auch Hausherr Dr. Roland Wörner, Geschäftsführer vom Ausbildungszentrum Luhmühlen, auf: „Wir werden alles dran setzen, die Reitwettbewerbe nach Luhmühlen zu holen.“ Zusammen mit dem Schießplatz in Garlstorf (Kreis Harburg) wären damit zwei mögliche olympische Austragungsorte in der Heide-Region im Rennen.

Dr. Heyne (IHK Nord) skizzierte den weiteren Hamburger Bewerbungsweg über das Referendum im November, die Abgabe des Bewerbungsdokuments im Januar bis zur Auswahl der olympischen Kandidaten-Städte im Frühjahr 2016. Sollte Hamburg den Zuschlag erhalten, wäre das eine große Herausforderung für ganz Norddeutschland, so Heyne.

Die Spiele hätten die Dimension von „44 Weltmeisterschaften innerhalb von 16 Tagen“. Zu erwarten seien mehr als 10000 Athleten aus 204 Nationen. Heyne: „Benötigt würden 42000 Hotelzimmer allein für die olympische Familie, ohne Besucher.“ Zudem könnten die Spiele ein Katalysator sein, um die Umsetzung von Infrastrukturprojekten zu beschleunigen, seien es der weitere U-Bahnbau in Hamburg, Bundesautobahnen oder das Bahnprojekt Y-Trasse. Beim Wort Y-Trasse schwand im Plenum etwas die Olympia-Begeisterung. Schließlich saßen unter den Zuhörern viele Vertreter von Kreisen und Gemeinden, die sich derzeit im „Dialogforum Schiene Nord“ kritisch mit dem Bahnprojekt auseinandersetzen.

„Zwei olympische Austragungsorte in der Heide, das wäre der Ritterschlag auch für den Heide-Tourismus“, sagte von dem Bruch. „Aber mit einem Augusttermin hätte ich Bauchschmerzen, dann ist Hauptsaison, die meisten Betten sind belegt.“ Auch der Fachkräftemangel in Hotellerie und Gastronomie könne sich weiter verschärfen. Es sei schon heute so, wenn in Hamburg ein neues Fünf-Sterne-Hotel eröffnet werde, „dann müssen die nur in die Hände klatschen, und unser Personal wechselt dorthin“. Wenn Hamburg zu Olympia noch mehr Hotels baut, „dann haben wir ein Problem“.

Beim Jahresrückblick zog Naturpark-Geschäftsführerin Hilke Feddersen Bilanz, auch über das mit dem kürzlich in Südergellersen gebauten Turm abgeschlossene Projekt „Naturblicke“. Rund 20 neue Natur- und Landschaftsführer für die Heideregion seien ausgebildet, die Internetseite www.naturpark-lueneburger-heide.de neu gestaltet worden. Am 15. Juli startet der „Heide-Shuttle“ in seine zehnte Saison, erstmals mit einer vierten Bus-Ringlinie mit Fahrradanhänger, die künftig Schneverdingen und Bispingen zusätzlich mit Soltau und Neuenkirchen verbindet.

Für die Zukunft ist die Anerkennung der Naturpark-Region als Leader-Fördergebiet maßgeblich. 2,8 Millionen Euro Fördermittel stehen bis 2020 bereit. Naturpark-Vorsitzender Olaf Muus sagte: „Wir sind dabei, einen neuen Regional-Manager zu finden.“

Neue Vorstandsmitglieder

Der Vorstand um den Hanstedter Samtgemeindebürgermeister Olaf Muus als Vorsitzenden besteht vornehmlich aus Vertretern der Kommunen und Kreise. Nach den jüngsten Landrats- und Bürgermeisterwahlen kam es nun zum Stühlerücken. Zum neuen stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden wählten die Mitglieder einstimmig Oliver Schulze, Erster Kreisrat des Heidekreises. Er folgt damit im Gremium auf Helma Spöring, die jetzt Bürgermeisterin in Walsrode ist. Als Beisitzer des Heidekreises für zwei Jahre wiedergewählt wurden die Bispinger Bürgermeisterin Sabine Schlüter und die Schneverdinger Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens. Kai Uffelmann, jetzt neuer Erster Kreisrat in Harburg, rückt für Rainer Rempe nach, der mittlerweile Landrat in Harburg ist. Beisitzer aus dem Bereich Forst bleiben Norbert Leben und Wilhelm Isermann.