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Lukas Benz, Henri Fasterling und Lukas Lempke (v.l.) im Keller des Hauses von Lukas Lempkes Eltern in Reppenstedt. Hier tüfteln die drei Jungs von M.S.H nach der Schule an neuen Songs. Foto: ina
Lukas Benz, Henri Fasterling und Lukas Lempke (v.l.) im Keller des Hauses von Lukas Lempkes Eltern in Reppenstedt. Hier tüfteln die drei Jungs von M.S.H nach der Schule an neuen Songs. Foto: ina

Drei Lüneburger Jugendliche hoffen auf ihren Durchbruch als DJs

ina Lüneburg. Drei Computerbildschirme blinken, sie zeigen Tabellen, bunte Blöcke, Kurven wie bei einem Elektrokardiogramm. Hier entsteht Musik. Lieder des Genres Electro House werden bearbeitet und neu kreiert. Lukas Lempke, Lukas Benz und Henri Fasterling verbringen an den Bildschirmen viel Zeit, um ihr Projekt zu planen. Unter dem Kürzel M.S.H wollen die Gymnasiasten ihre Leistungen an den Schaltpulten anbieten. Die Jungs träumen von einer Karriere als DJs, davon, andere mit ihrer eigenen Musikmischung zu begeistern.

Seinen ersten größeren Auftritt hatte das Trio am 6. März in der Disco Garage. „Wir haben bei einem DJ-Contest mitgemacht, der ein bisschen schräg gelaufen ist“, erinnert sich Lukas Benz. Im Vorfeld sollten sich DJs mit ihren Sets, wie die eigenen Aufnahmen genannt werden, auf der Internetseite der Discothek vorstellen. Jene, die die meisten Abrufe oder Likes für ihren Mix generieren konnten, wurden zum Auflegen eingeladen. Da ein Teilnehmer geschummelt habe, sei das Prinzip verändert worden. Die Jungs belegten zwar nur den vierten Platz, wurden aber trotzdem eingeladen. Seitdem sind die drei Lüneburger als DJ-Team auch bei Facebook präsent.

Lukas Lempke, genannt Speedy, widmet sich der Seitenpflege. Unter anderem findet der Besucher dort ein professionell erstelltes Video über einen Auftritt von M.S.H beim Stadtfest in Winsen, Fotos sowie jede Menge Songs. „Neue Beiträge werden stets Punkt 20 Uhr hochgeladen, damit man sich auf die Regelmäßigkeit der Präsentationen verlassen kann“, sagt Lukas Lempke. Als selbsternanntes „Studiokind“ bearbeitet der kreative 16-Jährige nicht nur bekannte Lieder, sondern komponiert auch eigene, die in die Soundlisten der DJ-Gruppe mit aufgenommen werden.

Die anderen beiden organisieren die Auftritte, halten die Technik am Laufen, agieren am Pult. Henri Fasterling erklärt: „Wir machen unseren Job immer zu Dritt, außer wenn mal einer keine Zeit hat.“ Ihr Job, wie sie es nennen, verlangt musikalisches und technisches Fachwissen, zum Beispiel über Subwoofer (Lautsprecherbox), mashups (Mixen von Songs), releasen (freigeben), layers (Schichten), stems (Songelemente) und DJ-Pools (kommerzielle Angebote im Internet zum Runterladen von Liedern als Rohmaterial).

Die fertigen M.S.H-Remixes klingen durchaus professionell. Der 80er-Jahre-Song „Sweet Dreams“ (zu Deutsch: „Süße Träume“) von „Eurythmics“ wird durch dynamische Sounds befeuert, und auch dem aktuellen Chart-Hit „Goldskies“ von Martin Garrix, Sander van Doorn und DVBBS haben sie durch ihre Bearbeitung eine ganz eigene Note verpasst.

„Erstmal gilt es für uns, von Lüneburg aus einen großen Schritt nach draußen zu machen“, sagt Lukas Lempke. Die beiden anderen nicken. Geld stehe dabei nicht im Mittelpunkt, versichern sie geschlossen. Sie wissen, dass es nicht leicht ist, in der Branche Fuß zu fassen. „Ich würde gerne Producer werden“, sagt Lukas Lempke selbstbewusst. „Aber ich habe noch einen Plan B in der Tasche.“ Psychologie würde ihn interessieren, Henri Fasterling zieht das Hotelfach als Alternative in Betracht, Lukas Benz kann sich auch im Bereich Produktdesign eine Karriere vorstellen, wenn es mit der Musik nicht klappen sollte. Dennoch haben die Jugendlichen ein gemeinsames Ziel vor Augen: ihre Vision von Electro House leben und sie vom DJ-Pult aus brüderlich mit der Welt zu teilen.