Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Vorhang auf für die Gewinnerbeiträge: Insgesamt wurden neun Beiträge mit Preisen ausgezeichnet. Foto: t&w
Vorhang auf für die Gewinnerbeiträge: Insgesamt wurden neun Beiträge mit Preisen ausgezeichnet. Foto: t&w

Wettbewerb Views: Liebesbrief bringt den Erfolg +++ mit LZplay-Video

mm Lüneburg. In Zeiten von Chatdiensten wie WhatsApp und Co. gehe eines verloren: die Nachricht. Das meinen die fünf Nachwuchsfilmer von Kolafilms. In ihrem Musikvideo, das sie für den zweiten Video-Contest Lüneburg von LZplay produzierten, dreht sich die Szenerie um eine handgeschriebene Liebesbotschaft, die zwei sich liebende Jugendliche wieder zusammenführt. „Das Rumgeschreibe durch neue Medien macht alles komplizierter, der klassische Liebesbrief vieles einfacher“, findet die 14-jährige Herderschülerin Johanne Hobel, Protagonistin im Video. Für diese Botschaft erhält ihr junges Filmteam viel Applaus, nachdem der Beitrag am Freitagabend bei der Siegerehrung auf der Leinwand im Scala-Kino gezeigt wurde.

Für das Musikvideo mussten die jungen Kreativen sich nicht nur eine Geschichte überlegen. Auch die Musik sollte selbstgemacht sein. Deshalb begleitet das junge Liebespaar im Film, dass sich zunächst verliert, ein Saxophon-Spieler, Claus Sarnighausen, der den melodischen Part eigens produziert hat. So viel Einsatz wird belohnt, die Jury aus Lüneburger Filmexperten, meint: „Der Musikclip zum Titel „Lost in the Sun“ reißt den Zuschauer durch eine überzeugende Kombination von Musik, Bild und Story mit. Die selbst produzierte Musik der jungen Künstler hat die Jury ebenso begeistert wie die kleine Kurzgeschichte, die selbst ein Happy End nicht vermissen lässt.“ Von Moderator und Jury-Mitlglied Georg Gunkel-Schwaderer bekommt das Team seinen Preis: Kinogutscheine im Wert von 160 Euro für das Scala-Kino.

Gewinnerbeiträge aus der Kategorie „Lüneburg 24“ freuen sich über einen 32-Zoll-Flachbildfernseher, gesponsert von Medimax. Wie das Team von LueneMedia, dessen Beitrag, vor allem für das „sichere Handwerk“, zum Beispiel den Wechsel von Schärfe und Unschärfe, gelobt wird.

Scharf ist das Bild der beiden Dokumentarfilme von Graswurzel.TV prämiert in der Kategorie „DokuDigital“. Ein historisches Werk, dass Demonstrationen linker Bewegungen gegen Nazi-Aufmärsche in Lüneburg in den Jahren 2009 und 2012 zeigt. Zwei Kulturwissenschaftler, die an der Leuphana studierten, haben die Reportagen produziert. Einer von ihnen ist Jan Hargus (34), er sagt: „Wir begleiten politische Widerstände seit 2006. Und uns war schnell klar, dass politischer Protest und dann auch noch gegen Nazis, dokumentiert werden muss.“ Das Jury-Urteil in Auszügen: „Zwei klassische TV-Reportagen mit prägnanten Interviews, die den Zuschauer ohne Off-Kommentar nah an das Geschehen heranführen“, Kritikpunkt: „Aus journalistischer Sicht haben Statements der Gegenseite gefehlt.“ Dazu meint Jan Hargus: „Objektivität fehlt, da wir selbst aus der linken Bewegung kommen und uns den Widerständlern verbunden fühlen.“ Doch auch ohne Objektivität ist der Beitrag Gold wert für nachfolgende Generationen. Danny Kolbe, Stadtarchivar und Jury-Mitglied, meint: „Ein Stück Zeitgeschichte, dass wir archivieren und damit sicher verwahren werden.“

Das sind die Gewinnerprojekte

Kategorie „Lüneburg 24“: 1. Minga (Mike Schedler), 2. LueneMedia (Jannis Wolter, Luke Cyriacks, Noah Salewski, Benjamin Osberghaas und Dominik Pietzko), 3. Verp1xelt (Jonas Muschak und Joris Bartsch)

Kategorie „DokuDigital“: 1. Graswurzel.TV (Jonathan Happ), 2. Otto Puffahrt, 3. LueneMedia

Kategorie „Musikvideo“: 1. Lennard Schmitt und DeChangeman (Lennard Schmitt und Dietmar Schwartz), 2. Oschproductions (Sebastian Kaiser, Thiemo Lux, Janosch Niehaus), 3. Kolafilms (Konrad Laukat, Johanne Hobel, Nicolas Salfner, Claus Sarnighausen, Samuel Wurmstadt).