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Die Flüchtlingskinder müssen eine Perspektive finden, sagte Bildungsdezernentin Pia Steinrücke. Das gelinge nur, wenn sie möglichst frühzeitig in die Bildungskette integriert werden. Der Sozialausschuass hat nun ein Projekt zur Koordiniereung der Ehrenamtsarbeit für Flüchtlingskinder beschlossen. Foto: A./t&w
Die Flüchtlingskinder müssen eine Perspektive finden, sagte Bildungsdezernentin Pia Steinrücke. Das gelinge nur, wenn sie möglichst frühzeitig in die Bildungskette integriert werden. Der Sozialausschuass hat nun ein Projekt zur Koordiniereung der Ehrenamtsarbeit für Flüchtlingskinder beschlossen. Foto: A./t&w

Sozialausschuss: Mehr Abstimmung bei der Hilfe für Flüchtlingskinder

us Lüneburg. Wochen, manchmal Monate waren sie auf der Flucht, am Ende ihrer Odyssee landeten sie mit ihren Eltern in Deutschland, einige von ihnen in Lüneburg. Fern ihrer Heimat leben die Flüchtlingskinder jetzt in einer für sie fremden Welt, deren Kultur sie nicht kennen und deren Sprache sie nicht sprechen. Sie zu integrieren und ihnen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, stellt die Stadt vor große Herausforderungen. Starke Unterstützung erfährt sie dabei von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. Deren Arbeit soll jetzt in einem Projekt koordiniert werden, das im Sozialausschuss beschlossen wurde.

„Die Flüchtlingskinder müssen eine Perspektive finden“, sagte Bildungsdezernentin Pia Steinrücke. Das gelinge nur, wenn sie möglichst frühzeitig in die Bildungskette integriert werden. Rund 130 Flüchtlingskinder besuchen nach Angaben der Stadt derzeit Lüneburger Schulen, Tendenz steigend. Zwar habe das Land Sprachlernklassen eingerichtet, die allein aber reichten nicht. Für den Spracherwerb, aber auch für die Kommunikation zwischen Eltern, Ehrenamtlichen und Schulen sei weitergehende Unterstützung erforderlich. Erfreulicherweise gebe es in diesem Bereich bereits ein starkes Engagement, doch viele der Ehrenamtlichen „verbrennen“ durch ihren hohen Einsatz bereits frühzeitig, erläuterte die Bildungsdezernentin.

Ziel des jetzt beschlossenen Projekts „Koordinierung des Ehrenamts zur Verbesserung von Bildungszugängen für Flüchtlingskinder an Lüneburger Schulen“ sei, das ehrenamtliche Engagement zu strukturieren, um Bedarf und Einsatz besser zusammenzubringen und Unterstützung dort ankommen zu lassen, wo sie benötigt wird. Dazu soll eine bei der Stadt angesiedelte Koordinierungsstelle geschaffen werden, die mit einer halben Personalstelle, Geld für die Fortbildung und Fahrtkostenerstattung von Ehrenamtlichen, Lehr- und Lernmaterial und Mitteln für die Übernahme der Kosten von Bibliotheksausweisen der Kinder ausgestattet ist. Insgesamt hat die Stadt 62000 Euro angesetzt, davon entfallen 40000 Euro auf die halbe Personalstelle. „Wir haben das Land um Übernahme dieser Kosten gebeten, aber noch nicht viel dazu gehört“, informierte Steinrücke.

Die Kosten für die Unterstützung der Ehrenamtlichen und die Bibliotheksausweise sollen aus Spenden finanziert werden, die die Koordinierungsstelle einwerben soll. Das Projekt ist zunächst für eine Laufzeit von zwei Jahren befristet, „danach schauen wir weiter“.

„Wir alle sind damit sehr einverstanden“, sagte Friedrich von Mansberg (SPD). Bei den von der Stadt aufgeführten beteiligten Akteuren aber vermisse er das Bildungs- und Inte­gra­tionsbüro. Das sei als Partner durchaus mit im Boot, im Landkreis aber derzeit selbst stark engagiert, erklärte Steinrücke.

Als „Win-Win-Situation“ bezeichnete Susanne von Stern (CDU) das Projekt, sie begrüßte auch, dass es bei der Stadt angedockt werden soll. Dem schloss sich die Ausschussvorsitzende Petra Güntner (SPD) an: „Die Stadt hat den besten Überblick, gerade über die Situation in den Flüchtlingsunterkünften.“ Rainer Petroll (Linke) hakte bei den aus seiner Sicht zu hoch angesetzten Personalkosten nach. Steinrücke erklärte, dass diese auch sogenannte Overheadkosten beinhalteten, kündigte aber an, den Punkt zu klären.

Mit Blick auf die weiter steigenden Flüchtlingszahlen wünschte Ernst Bögershausen (Grüne) sich zwei halbe Stellen, auch mit Blick auf Urlaubs- und Krankheitszeiten. „Die Koordinierungsstelle ist ja nicht auf einer einsamen Insel, sondern eingebettet in ein Team“, sagte Steinrücke. Renate Rudolph (CDU) empfahl, den Ehrenamtlichen vor ihrem ersten Einsatz als Sprachmittler eine Fortbildung angedeihen zu lassen.

One comment

  1. Wenn 70% der Investition (Koordinierungsstelle) dafür ausgegeben werden, um koordiniert heraus zu bekommen, wo noch Geld ausgegeben werden muss, kommen schon Bauchschmerzen. Monatl. über 3.300€ für eine Halbtagsstelle. Das steigt einem über den Kopf (the really over the head costs). Aber das wird ja noch alles geklärt. Bis keiner mehr nachfragt.