Aktuell
Home | Lokales | Feuerwehrflieger starten wieder +++ Mit LZplay-Video
Zum ersten Mal in diesem Jahr hebt die Cessna des Feuerwehr-Flugdienstes zu einem Überwachungsflug auf dem Lüneburger Flugplatz ab. Foto: schulze
Zum ersten Mal in diesem Jahr hebt die Cessna des Feuerwehr-Flugdienstes zu einem Überwachungsflug auf dem Lüneburger Flugplatz ab. Foto: schulze

Feuerwehrflieger starten wieder +++ Mit LZplay-Video

pet Lüneburg. Trocken und heiß ist es schon seit Tagen, und überhaupt waren das Frühjahr und der Frühsommer niederschlagsarm. Die Temperaturen werden heute und morgen noch weiter steigen. Regen ist erst einmal nicht in Sicht. Der Deutsche Wetterdienst hat reagiert und die „Waldbrandgefahrenstufe“ für weite Teile Nordostniedersachsens auf die höchste Stufe 5 (sehr hohe Gefahr) heraufgesetzt. Die Höchststufe gilt unter anderem für die Messstation Wendisch Evern, aber auch für Lüchow, Soltau, Uelzen, Bergen und Celle. Gestern stieg auch erstmals in diesem Jahr der Feuerwehr-Flugdienst zu einem Kontrollflug auf.

Am Dienstag dieser Woche wurde das „Automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem“ (AWFS) aktiviert, das von den Niedersächsischen Landesforsten seit dem Frühjahr 2011 in den Räumen der Polizeidirektion in Lüneburg betrieben wird. Die Überwachungszentrale mit dem AWFS geht bei Waldbrandgefahrenstufe 3 (mittlere Gefahr) in Betrieb. Dort laufen alle Bilder und Daten der an verschiedenen Türmen und Masten angebrachten 20 Waldbrandüberwachungskameras aus sieben Landkreisen zusammen, sodass bei Waldbrand eine schnelle Alarmierung der Einsatzkräfte möglich ist.

Die Lüneburger Zentrale ist von 10 bis 19 Uhr mit fünf speziell geschulten Forstwirten aus den Forstämtern Göhrde, Sellhorn und Oerrel besetzt und überwacht eine etwa 440000 Hektar große Waldfläche in Nordostniedersachsen. Die überwachte Gesamtfläche liegt bei fast einer Million Hektar. Die Sensoren des Systems sind in der Lage, eine flächendeckende Überwachung sicherzustellen und dabei besser als das menschliche Auge selbst in 20 Kilometer Entfernung Entstehungsbrände zu erkennen.

Bis auf Feuer auf Bundeswehrschießbahnen im Heidegebiet seien bis jetzt noch keine dramatischen Brände aufgelaufen, berichtet Rainer Baumgart, Sprecher der Landesforsten. Auch diese Brände werden aufgenommen, analysiert und an die zuständigen Stellen weitergeleitet.

Sobald eine der 20 hochempfindlichen Sensoreinheiten des Systems eine Rauchentwicklung aufgespürt hat, erfolgt eine automatische Meldung an die Zentrale. Hier wird die Meldung der Livebilder ausgewertet, analysiert und eine exakte Verortung über Kreuzpeilung vorgenommen. Bei einem bestätigten Brandereignis wird sofort die zuständige Feuerwehrleitstelle benachrichtigt und mit entsprechenden Informationen versorgt. Die Kamerastandorte erstrecken sich auf die Landkreise: Lüneburg, Harburg, Heidekreis, Uelzen, Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und Celle. Vor Einführung des AWFS erfolgte die Brandfrüherkennung vor allem über Wachtürme, die bei Waldbrandgefahr besetzt wurden.

Angesichts der extremen Trockenheit beauftragte der Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz bei der Polizeidirektion Lüneburg, Wolfgang Kasperek, gestern Vormittag zur Ergänzung die Crew des Feuerwehr-Flugdienstes mit dem ersten Überwachungsflug des Jahres. Bei ihren Flügen deckt die Maschine weite Bereiche Nordostniedersachsens ab. Neben dem Piloten sind standardmäßig ein Förster der Landesforsten und ein Beobachter der Feuerwehr mit an Bord.

Bitte um Mithilfe Die Niedersächsischen Landesforsten bitten die Bevölkerung gerade in diesen Tagen auch um Mithilfe bei der Waldbrandverhütung. Hier sind insbesondere folgende Punkte zu beachten: – Kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe. – Grillen nur auf freigegebenen Grillplätzen, dazu bitte das örtliche Forstamt fragen. – Im Wald gilt bis zum 31. Oktober ein allgemeines Rauchverbot. – Keine Zigarettenkippen aus dem Auto werfen. – Autos mit Katalysatoren nicht über trockenem Gras abstellen. – Jeden Waldbrand unter der Notrufnummer 112 sofort melden.