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Deutsche Urlauber sind willkommen

us Lüneburg. Sonne, Urlaub, Strand für viele beginnt in diesen Wochen die schönste Zeit des Jahres. Zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen gehört neben Spanien und der Türkei auch Griechenland. Doch die Bilder und Signale, die das Land in diesen Tagen mit geschlossenen Banken und Warteschlangen vor den Geldautomaten aussendet, sorgen bei vielen Urlaubern für Verunsicherung. Einen regelrechten Urlauber-Schock musste Tunesien verzeichnen. Nach dem schrecklichen Terroranschlag auf Hotelgäste einer Ferienanlage an der Mittelmeerküste meiden viele Urlauber nun das nordafrikanische Land. Die LZ-Redaktion fragte bei Reisebüros nach, wie Kunden auf die Situation reagieren und was Reisende beachten sollten.

„Griechenland-Urlauber sollten auf jeden Fall ausreichend Bargeld mitnehmen“, rät Christina Genz vom Lüneburger Reisebüro Universal Reisen. Einen Rückgang bei den Reisebuchungen ins Land der Hellenen hat sie bislang noch nicht festgestellt, „wir achten aber auf die Rückmeldungen, um reagieren zu können“. Engpässe bei der Verpflegung oder anderen Dienstleistungen bei Pauschalangeboten hält sie für ausgeschlossen, insbesondere Urlauber mit All-inclusive-Angeboten bräuchten sich keine Gedanken zu machen. „Bei Reklamationen, etwa wenn der Service zurückgefahren worden ist, hat man ohnehin Anspruch auf Erstattung.“

Auch Marina Schulze-Köhn sieht derzeit keinen Grund zur Sorge. „Wir haben bis jetzt noch von keinen Engpässen in Griechenland gehört“, sagt die Geschäftsführerin des Reisebüros Adendorf. Die Buchungszahlen seien gut, noch im Frühjahr lag die Buchungsrate höher als im Vorjahr. Auch sie empfiehlt, sich gut mit Bargeld auszustatten, „auf den Automaten sollte man besser nicht vertrauen“.

Das gleiche Bild zeichnet auch Thomas Sievert, Inhaber des gleichnamigen Reisebüros an der Grapengießerstraße. „Die deutschen Urlauber haben eher Sorge, dass sie von den Griechen nicht willkommen geheißen werden“, sagt Sievert. Das aber sei nach seiner Einschätzung unbegründet, schließlich seien die Griechen insbesondere auf den Inseln sehr stark vom Tourismus abhängig. Entsprechend attraktiv seien derzeit auch die Angebote, wie Christina Genz berichtet: „Viele exklusive Hotels bieten zurzeit sehr günstige Preise an.“ Neben Bargeld sollten Urlauber möglichst auch ihre Kreditkarte dabei haben. „Sollte eine ärztliche Versorgung erforderlich werden, können schnell Beträge zusammenkommen, die man nicht mehr bar in der Tasche hat“, sagt Thomas Sievert.

Anders die Lage in Tunesien. Mehrere Urlauber hätten nach dem Anschlag von ihrem Stornierungsrecht Gebrauch gemacht, meist Familien mit Kindern. „Veranstalter verfahren da sehr großzügig, schließlich ist ihnen das Wohl ihrer Kunden wichtig“, sagt Christina Genz. Stornierungen seien in der Regel bis Mitte September kostenlos möglich, wer möchte, kann aber auch auf andere Ziele umbuchen. „Das muss auch nicht im selben Zeitraum sein“, erklärt Thomas Sievert. Allerdings gebe es auch Urlauber, die jetzt ganz bewusst Tunesien aufsuchen. „Einige sagen, dort sei es jetzt ganz besonders sicher, andere meinen, auch in Deutschland könnte ihnen etwas zustoßen“, erklärt Marina Schulze-Köhn. Alle drei Reisefachleute raten indes derzeit von einer Reise nach Tunesien ab. Wer dort dennoch seinen Urlaub plane, sollte die Reisehinweise des Auswärtigen Amts beachten, die Hotelanlage möglichst nicht verlassen und nicht mit dem Mietwagen allein durchs Land reisen, rät Christina Genz.

„Ich hoffe, dass Griechenland nicht aus dem Euro ausbricht, es ist ein wirklich schönes Reiseland“, sagt Marina Schulze-Köhn. Das findet auch Andreas Meihsies. Der Lüneburger Bürgermeister und Chef der grünen Stadtratsfraktion will gemeinsam mit seiner Partnerin demnächst 14 Tage auf Kreta Urlaub machen. „Ich habe gerade gebucht. Die freuen sich über jeden Tourist der Geld bringt.“ Politische Gespräche seien nicht geplant, scherzt er, stattdessen sind Baden, Lesen und gutes Essen angesagt. Die Anreise erfolgt im Übrigen per Flieger, nicht per Fahrrad. „Dafür reicht die Zeit leider nicht.“