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Kerngesunde Katzenkinder +++ Mit LZplay-Video

kg Lüneburg. So etwas erlebt Tierarzt Dr. Jörg Kaling nicht alle Tage. Seit Wochen freut er sich auf den Termin mit dem Nachwuchs der Schneeleopardin „Aziza“ im Wildpark Lüneburger Heide, den er bislang nur ein Mal nach der Geburt vor acht Wochen kurz zu Gesicht bekommen hat. „Work Satisfaction“ nennt er Momente, in denen er selten gewordene Tiere behandelt. „Von klein auf dabei zu sein, wenn sie aufwachsen, es gibt nichts Schöneres“, sagt der Tierarzt aus Hanstedt, der mit seinem Team die Wildtiere im Park betreut.

Nach einer gründlichen Untersuchung werden die beiden Schneeleoparden-Mädchen mit einem Microchip registriert und geimpft. Bei der Behandlung der Raubkatzen hilft Kaling ein reger Austausch mit anderen Wildparks, aber auch seine Arbeit mit Kleintieren in der Praxis. „Die katzenartigen Tiere sind alle sehr ähnlich“, sagt der 46-Jährige. Durch die Behandlung von Hauskatzen kennt er aktuelle Problematiken, die sich auch im Park widerspiegeln können. Neben der Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche sorgt er bei Azizas Kindern deshalb auch gegen eine Chlamydien-Infektion vor, die zur Unfruchtbarkeit führen kann. „Wir wollen ja, dass die beiden in ein paar Jahren auch wieder Nachwuchs bekommen. Das wäre das Allerschönste!“

Die Besucher des Wildparks haben die beiden Leoparden-Babys bislang nur über einen Monitor bestaunen können, der Aufnahmen aus dem Inneren ihres Baus zeigt. Das soll sich nun ändern. „Die Impfung ist für so einen kleinen Körper von vier Kilogramm natürlich ein gewaltiges Paket“, sagt Tierpfleger Jens Pradl. Wenn aber keine Nebenwirkungen auftreten, will er heute zum ersten Mal die Schiebetür zum Freigehege öffnen, sodass die Kleinen mit der Erkundung ihres Geländes beginnen können. Obwohl die Tiere eigentlich erst bei Minusgraden von 30 bis 40 Grad richtig agil werden, stört sie die Hitze nicht. „Sie können das selbst steuern und entscheiden, wie mobil sie bei diesem Wetter sein möchten“, so Pradl. Wie die Menschen brauchen sie jedoch ausreichend Schattenplätze.

Noch stehen keine Namen in den frisch ausgestellten Tierpässen der beiden Schneeleoparden-Mädchen. Pradl wünscht sich wie bei Mutter Aziza und Vater Anan zwei Vornamen mit dem Anfangsbuchstaben A und hofft dabei auf Mithilfe. Namensvorschläge können bis Freitag, 10. Juli, an facebook@wild-park.de gesendet werden. Auf die Gewinner wartet dann eine exklusive Wildparkführung mit Raubkatzenpfleger Jens Pradl.