Aktuell
Home | Lokales | Bleckede | Georg-Sonnin-Schüler sanieren denkmalgeschützte Kirchenmauer in Barskamp
Sven Preuße, Lukas Storm, Mirco Denker, Jan Salewski, Leon Erschens, Daniel Langhammer und Reik Börm beim Ausfugen der Kirchenmauer. Zufrieden mit den Leistungen ihrer Schüler sind auch Peter Czysz (4.v.l.) und Jürgen Rennekamp (5. v.l.).Foto: t&w
Sven Preuße, Lukas Storm, Mirco Denker, Jan Salewski, Leon Erschens, Daniel Langhammer und Reik Börm beim Ausfugen der Kirchenmauer. Zufrieden mit den Leistungen ihrer Schüler sind auch Peter Czysz (4.v.l.) und Jürgen Rennekamp (5. v.l.).Foto: t&w

Georg-Sonnin-Schüler sanieren denkmalgeschützte Kirchenmauer in Barskamp

Die Kirche in Barskamp befindet sich zurzeit fest in Händen von Handwerkern: Die Orgel wird aufwändig saniert, der historische Lehmputz erneuert und auch die Kirchenmauer ausgebessert.

kre Barskamp. Gottvertrauen ist gut – die handfeste Hilfe von Jan Salewski und seinen Klassenkameraden ist besser: Jedenfalls, wenn es darum geht, die unter Denkmalschutz stehende Kirchenmauer in Barskamp zu sanieren: Die acht jungen Männer besuchen die Berufsfachschule Bautechnik, wollen Maurer werden. Doch statt in den Lehrhallen der Georg-Sonnin-Schule (BBS II) das Hochziehen von Mauern zu üben, die danach wieder abgerissen werden, schaffen die künftigen Azubis in Barskamp ein Werk für die Ewigkeit. Und das finden nicht nur sie selbst gut, sondern auch der Kirchenvorstand um Pastor Martin Rutkies.

Denn das Gotteshaus – laut Urkunden um das Jahr 950 nach Christus erbaut – ist in die Jahre gekommen. Die Orgel wird zurzeit aufwändig saniert (siehe Bericht links), der historische Lehmputz wird erneuert, und auch der Kirchturm wird in absehbarer Zeit renoviert werden müssen. Alles Arbeiten, die sehr viel Geld kosten. Dass die Maurer-Klasse der Georg-Sonnin-Schule jetzt im Rahmen eines Schulprojektes die Kirchhofsmauer und die Pflasterung der Zugänge zur Kirche wieder herrichtet, das findet Seelsorger Rutkies daher richtig klasse. Weil es der Kirche letztlich Geld spart und weil es die Georg-Sonnin-Schüler zusätzlich motiviert, unter realistischen Bedingungen arbeiten zu können.

Auch die Barskamper sparen nicht an Lob: ,,Viele fahren extra langsam an der Baustelle vorbei und strecken den Daumen in die Luft, wenn sie uns sehen“, sagt Fachpraxislehrer Peter Czysz – „als Symbol dafür, dass sie das, was wir hier machen, gut finden!“

Die angehenden Handwerker nutzen den Einsatz an der Kirchenmauer aber auch, um Werbung für ihren Beruf zu machen. Denn immer weniger Jugendliche haben offenbar Lust, Maurer zu werden. Trotz der guten Lehrlingsvergütung im Vergleich zu anderen Berufen: ,,Im zweiten Lehrjahr erhalten die Azubis um die 850 Euro, im dritten sogar um die 1150 Euro“, berichtet Czysz.

Trotzdem ist der Azubi-Mangel unübersehbar: Gerade mal acht Schüler sitzen in der Klasse von Peter Czysz – „normal wären es 24“, sagt der Fachpraxislehrer. Der Maurerberuf sei eben unbeliebt und unattraktiv: ,,Zu anstrengend, zu dreckig, zu langweilig“, listet BBS II-Abteilungsleiter Jürgen Rennekamp die gängigen Vorurteile auf.

Die können Lukas Storm und seine Kollegen freilich nicht nachvollziehen: „Andere Berufe haben auch ihre Schattenseiten“, sagen die angehenden Maurer aus Überzeugung.

Die 65 Meter lange Kirchenmauer wies gerissene Fugen, sich lösende Steine und eine Unterspülung auf einer Länge von etwa 25 Meter auf. ,,Ursache dafür waren vermutlich die Straßenbaumaßnahmen und der zunehmende Schwerlastverkehr“, mutmaßt Pastor Rutkies. Mit der Schaufel und im Schweiße ihre Angesichts schachteten die Georg-Sonnin-Schüler zwölf Kubikmeter Sand zwischen Straßengosse und Mauer aus, reinigten die Steine mit einem Hochdruckgerät, unterfütterten die Mauer mit Beton, verfugten große Teile der historischen Mauer neu – und verdienten sich damit auch den Respekt von den Fachleuten der Landeskirche: ,,Das haben die wirklich gut gemacht“, lautete das Urteil der Denkmal-Experten.