Aktuell
Home | Lokales | Abi-Traumnote – Oedemes Bester aller Zeiten
Wie 946 Abiturienten in Stadt und Landkreis Lüneburg hat Hendrik Hoeft allen Grund zum Strahlen, der Oedemer Abgänger noch einen besonderen: Er ist der Beste von allen. Foto: t&w
Wie 946 Abiturienten in Stadt und Landkreis Lüneburg hat Hendrik Hoeft allen Grund zum Strahlen, der Oedemer Abgänger noch einen besonderen: Er ist der Beste von allen. Foto: t&w

Abi-Traumnote – Oedemes Bester aller Zeiten

mm Lüneburg. 876 von 900 möglichen Punkten, eine 1,0 auf dem Abiturzeugnis — so gut war noch keiner, versichert Andreas Meyer, Jahrgangskoordinator der Klasse 12 am Gymnasium Oedeme. Klar gebe es immer wieder 1,0er-Abiturienten, an der Schule habe bisher aber noch niemand diese Punktzahl erreicht, die Hendrik Hoeft nun vorweisen kann. Das absolute Maximum wären übrigens 15 Punkte in jedem Fach. Davon ist der 18-Jährige nur knapp entfernt, er gilt jetzt dennoch als Oedemes bester Abiturient aller Zeiten.

Bescheiden, zurückhaltend, ein wenig aufgeregt, so steht Hendrik, im Anzug und mit Krawatte, am Freitagmorgen in der großen Halle vom Sportpark Kreideberg. Gleich beginnt die Entlassungsfeier für die 162 Abiturienten vom Gymnasium Oedeme, Hendrik gibt der LZ vorher noch ein Interview. Zwischendurch kommen Mitschüler vorbei: Hand-Shakes, Schulterklopfen, Umarmungen — bald werden sie alle getrennte Wege gehen. Wehmut schwingt mit, Hendrik weiß schon, dass sie sich alle „vermissen werden“.

Etwa zum Studieren geht es für viele in weiter entfernte Städte. Wie für Hendrik. Er würde gerne an der Technischen Universität in München Chemie studieren. Die Chancen stehen gut, nicht nur weil Hendrik seit der zehnten Klasse schon ein Juniorstudium in Chemie an der Universität Hamburg absolviert, erste Vorlesungen besucht und Kurse abgeschlossen hat, sondern auch, weil die Zulassungsvoraussetzung ein Schnitt von 1,5 ist. Das war auch Hendriks Abi-Ziel — über das er weit hinaus geschossen ist.

Auf die Frage, wie er die Traumnote geschafft habe, hat Hendrik eine passende Antwort parat: „Ich bin 12 Jahre zur Schule gegangen, das war eine gute Grundlage.“ Er habe „mehr oder minder gut“ Hausaufgaben erledigt, den Lernstoff aber immer ausreichend nachbereitet, so dass er auch vor den Abi-Klausuren „nur auffrischen“ musste. Das reichte: Für 15 Punkte in Religion (mündlich), Physik und Latein, 14 Punkte gab es in Chemie und Mathe. Er sei Naturwissenschaftler: „Sprachen liegen mir nicht so.“ Allerdings, die 15 Punkte in Latein sprechen eine andere Sprache.

Doch, wenn es etwas an der Schule gab, was Hendrik genervt hat, dann war es: Vokabeln lernen, „die bleiben meistens nur im Kurzzeitgedächtnis hängen, sind schnell wieder vergessen“, meint er.

Ob er eigentlich manchmal getriezt wurde, wenn er immer einer der besten Schüler war: „Nein, dass man mal Streber hört, ist ja ganz normal“, sagt Hendrik, ergänzt: „Wer sich sozial abschottet, verliert, besonders in der Schule“. Und ihm habe vor allen Dingen die Gruppenarbeit „Spaß gemacht“. Und noch etwas anderes: Windsurfen, sein größtes Hobby, dem er sogar an der Schule im Sportkurs „Windsurfen und Schwimmen“ nachgehen konnte. Und auch ab der nächsten Woche ist Hendrik auf dem Board unterwegs, er arbeitet als Surflehrer für einen Monat in Grömitz an der Ostsee und ist dann bestimmt wieder allen eine Welle voraus.

2 Kommentare

  1. Solche Menschen braucht Deutschland! Unterstützt ihn!

  2. Werner Schneyder

    Ein toller Typ!! Gratuliere!
    Aber „Bester aller Zeiten“? Das setzt ja voraus, dass alle Abituraufgaben in jedem Jahrgang vergleichbar wären, was sie sicher nicht sind.

    Dennoch: Repekt!