Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Da ist das rote Band durchschnitten: Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben jetzt das Salzhäuser Gewerbegebiet Oelstorf II offiziell eröffnet. Foto: emi
Da ist das rote Band durchschnitten: Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben jetzt das Salzhäuser Gewerbegebiet Oelstorf II offiziell eröffnet. Foto: emi

Grünes Gewerbegebiet in Salzhausen lockt Betriebe

emi/nh Salzhausen. Rund sechs Monate nach dem ersten Spatenstich ist im neuen Salzhäuser Gewerbegebiet an der Oelstorfer Landstraße jetzt alles bereit für die Ansiedlung weiterer Unternehmen. Mit dem Durchschneiden des roten Bandes haben am Donnerstagnachmittag die Gemeinde Salzhausen, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Harburg (WLH) sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft das Areal „Oelstorf II“ offiziell eröffnet. Das Besondere am neuen Gewerbegebiet: Es ist besonders „grün“. Die Leuphana Universität Lüneburg hat die Planungen mit einer Studie zur Artenvielfalt wissenschaftlich begleitet (siehe Interview).

Rund 3,7 Millionen Euro hat das Projekt — eine Erweiterung des schon bestehenden Gewerbegebiets im Salzhäuser Ortsteil Oelstorf — gekostet, die Erschließung wurde von der „NBank“ mit Landes- und EU-Mitteln in Höhe von rund einer Million Euro gefördert. Das insgesamt rund 15 Hektar große Areal wurde von der WLH im Auftrag der Gemeinde Salzhausen entwickelt.

Die Bauarbeiten begannen im November vergangenen Jahres. Seitdem sind durch die WLH etwa neun Hektar Fläche erschlossen, unter anderem Straßen sowie deren Beleuchtung, Bordsteine und Regenwasserkanäle angelegt worden. Rund sechs Hektar an Gewerbeflächen stehen jetzt vor allem mittelständischen Unternehmen zur Verfügung, 2,5 Hektar davon sind bereits an die schon ansässige Firma für Maschinenbautechnik „Salmatec“ verkauft worden.

Salzhausens Gemeindedirektor Wolfgang Krause warf bei der Eröffnungsfeier einen Blick zurück auf den Beginn der Planungen: „Anfang 2012 gab es einen Run auf noch freie Grundstücke, doch wir konnten nicht alle Wünsche befriedigen“, erklärte er. Daher habe man überlegt, wie und wo neue Flächen geschaffen werden könnten. Letztlich sei das Projekt mit „beispielhafter Bürgerbeteiligung umgesetzt“ worden.

Das Grußwort aus dem Wirtschaftsministerium überbrachte Ingelore Hering. Die Abteilungsleiterin für Industrie und maritime Wirtschaft lobte, dass die Verantwortlichen nicht nur neue Arbeitsplätze und Gewerbeflächen geschaffen, sondern dies auch noch „auf vorbildliche Art und Weise“ getan hätten. Wirtschaftliche Nutzung sei in Oelstorf mit dem Landschaftsbild in Einklang gebracht worden.

Interview

Nachhaltigkeit im Blick

Auch die Leuphana Universität war in die Planungen zum Gewerbegebiet Oelstorf II in Salzhausen involviert. Uwe Beständig begleitete die Arbeitsgruppe „Nachhaltige Gewerbegebiete“ im Rahmen des „Innovationsverbunds Nachhaltiger Mittelstand“ (INaMi) als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Die LZ hat ihm vier Fragen zu diesem Thema gestellt.

Was macht nachhaltige Gewerbegebiete aus?

Uwe Beständig: Grundsätzlich wird in nachhaltigen Gewerbegebieten versucht, soziale und ökologische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Soziale Aspekte sind zum Beispiel die Anbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs und Kinderbetreuung. Man kann ein nachhaltiges Gewerbegebiet aber auch so verstehen, dass dort die Gewerbetreibenden miteinander kommunizieren und agieren, um ihre eigenen Prozesse nachhaltig auszugestalten. Die Arbeitsgruppe hat sich auf die Aspekte der ökologischen Gestaltung von Gewerbegebieten beschränkt.

Welche Maßnahmen gehören dazu?

Beständig: Man achtet zum Beispiel darauf, die Versiegelung möglichst gering zu halten, so dass Wasser besser versickern kann. Bei Anpflanzungen wählt man einheimische Pflanzen, die weniger Pflege benötigen. Weniger Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie geringere Mahd-Intervalle sind gut für die biologische Vielfalt und verringern die Unterhaltungskosten. Ein weiteres Thema ist die Beleuchtung: Natürlich ist Nachtbeleuchtung gut, wenn beispielsweise noch etwas angeliefert werden muss. Aber je weniger man beleuchtet, desto mehr Energiekosten spart man.

Was wurde in Salzhausen umgesetzt?

Beständig: Unter anderem haben die Planer versucht, die Versiegelung möglichst gering zu halten. Es wurde ein Biotop als Ausgleichsmaßnahme integriert und eine tierfreundliche Straßenbeleuchtung aufgestellt. Bestimmte Wellenlängen des Lichts ziehen Insekten an. Es gibt aber auch Lampen mit Spektralbereichen, wo das nicht so ist.

Zusammengefasst: Was sind die Vorteile eines nachhaltigen Gewerbegebietes?

Beständig: Da gibt es mehrere. Zum einen gibt es Unternehmen, die darauf Wert legen, dass das Gewerbegebiet repräsentativ ist. Außerdem werden bei der Unterhaltung Kosten gespart. Dann kann sich so ein Gewerbegebiet auch schöner in die örtlichen Strukturen einbinden als eine reine Betonplatte. Das kann die Akzeptanz bei der Bevölkerung erhöhen.