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Die Jungs und Mädels vom Drachenboot Clage legen sich mächtig ins Zeug und lassen so die Konkurrenten der Bleckeder Werbegemeinschaft hinter sich. Foto: t&w
Die Jungs und Mädels vom Drachenboot Clage legen sich mächtig ins Zeug und lassen so die Konkurrenten der Bleckeder Werbegemeinschaft hinter sich. Foto: t&w

Ungewöhnliches Bootsrennen bei den Bleckeder Hafen-Sonntagen sorgt für viel Spaß und Abwechslung

kre Bleckede. Vor dem Rennen gibts schnell noch die Einweisung: Dass so mancher Teilnehmer da überhaupt zum ersten Mal hört, was ein Drachenboot ist und wie man es vorwärts bewegt — wen störts: Wenn der olympische Gedanke überhaupt noch einen Wert hat, dann am Sonntag in Bleckede. Unter dem Motto ,,Dabei sein ist alles“ nahmen zwölf Teams an den 1. offiziellen Drachenbootmeisterschaften in Bleckede teil. Veranstaltet im Rahmen der Bleckeder Hafentage, organisiert vom Verkehrsverein Elbtalaue Bleckede-Dahlenburg, der Werbegemeinschaft Handel und Handwerk, dem Bürgerverein und der Stadt Bleckede.

Ein Riesenspaß für Teilnehmer und Zuschauer: Trotz der geradezu subtropischen, schwülheißen Temperaturen zählte Projektleiter Holger Grinda pünktlich um 13 Uhr bereits mehr als 1500 Schaulustige. Manche sind ganz stilecht angereist mit dem Raddampfer „Kaiser Wilhelm“, dem Ewer aus Hamburg und der Historischen Kleinbahn aus Lüneburg
Drachenboote sind knapp 13 Meter lange Gefährte aus Kunststoff, die ihren Urspung in Südostasien haben. Sie bieten Platz für 18 Paddler, einen Trommler, der im Bug sitzt und die Schlagzahl vorgibt, sowie den Steuermann. Zur Regatta-Strecke wurde flugs die Einfahrt zum Bleckeder Hafen umfunktioniert — gesichert durch die Boote der Bleckeder Feuerwehr. 250 Meter müssen die Teams so schnell wie möglich zurücklegen. Und dabei fahren sie nicht nur im direkten Vergleich gegen ein anderes Team, sondern immer auch gegen die Stoppuhr: Denn an der Ziellinie sitzen Nancy Stephan und Laura Horn und stoppen die Zeiten. Mit einem charmanten Lächelen auf die Hundertstel Sekunde genau.
Die erste Lektion, die die Drachenboot-Fahrer, aber auch neugierige Journalisten lernen: Im Drachenboot wird nicht gerudert, sondern gepaddelt. ,,Das ist ein gewaltiger Unterschied“, klärt Sören Clasen aus Güstrow auf, denn Paddler blicken im Gegensatz zu den Ruderern in Fahrtrichtung.

Okay, verstanden. Aber das wird doch noch nicht alles gewesen sein?

,,Synchronität ist ein ganz wichtiger Faktor“, klärt Clasen weiter auf, und dass die Paddler die Kraft sauber ins Wasser bekommen. „Ihr wollt schließlich mit den Paddeln das Boot so schnell wie möglich nach vorne drücken“, erklärt der Profi den Drachenboot-Novizen — ,,und nicht nur das Wasser sinn- und planlos umrühren.“

Doch schon das richtige Platzieren des Teams ist eine Kunst für sich. Schließlich soll das Boot weder Schlagseite bekommen noch einen halben Meter mit der Bugspitze aus dem Wasser ragen, weil die Großen und die Schwergewichte im hinteren Teil Platz genommen haben.

Ansonsten: Immer schön auf das Kommando des Steuermanns hören und alle Ratschläge beherzigen — dann dürfte doch eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Doch alle Theorie ist grau. Nur die Praxis zählt: Und da war der eine oder andere Team-Käptn dann doch noch ganz froh über die schnelle Einweisung und die ersten Trainingsläufe zum Kennenlernen des Bootes.

Das Auftakt-Rennen gestaltete pünktlich um 13 Uhr das Team der Lüneburger Firma Clage gegen die Bootsbesatzung der Werbegemeinschaft Bleckede. Und was soll man sagen: die Clage-Paddler waren da doch ein wenig druckvoller mit dem Paddel und somit schneller. Am Ende holten das Lüneburger Werksteam den Gesamtsieg, gewann denkbar knapp vor den „Fire Dragons“, der Mannschaft der Bleckeder Feuerwehren. Dritter wurde das „Nordson Drachenboot-Team“. Aber wie gesagt: Was zählt, ist der olympische Gedanke: ,,Hauptsache, dabei sein.“