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Im Januar dieses Jahres hatten Schüler am Gymnasium Oedeme gegen den Ausfall von Klassenfahrten demonstriert. Foto: A./t&w
Im Januar dieses Jahres hatten Schüler am Gymnasium Oedeme gegen den Ausfall von Klassenfahrten demonstriert. Foto: A./t&w

Berechtigte Hoffnungen auf Rückkehr der Klassenfahrten

jdr Lüneburg. An niedersächsischen Gymnasien wird seit diesem Schuljahr eine Stunde pro Woche länger gearbeitet, die Arbeitszeitverordnung von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hatte im vergangenen Jahr für allerlei Missstimmung bei den Lehrern gesorgt. Sie reagierten mit einem Boykott von Klassenfahrten. Mit dem Urteilsspruch des Lüneburger Oberverwaltungsgerichts vom 9. Juni, der die Erhöhung der Regelstundenzahl für Lehrkräfte an Gymnasien als rechtswidrig bewertet hat (LZ berichtete), keimt jedoch bei Schülern wieder Hoffnung auf. Die LZ hat bei den Lüneburger Gymnasien gefragt, ob sie ab dem kommenden Schuljahr nun wieder Klassenfahrten veranstalten.

Der Tenor in Gesprächen mit Schulleitern und Personalräten aus Stadt und Landkreis ist einheitlich: So heißt es vom Gymnasium Bleckede, dem Bernhard-Riemann-Gymnasium und der Herderschule, man freue sich über das Urteil, die Rechtskraft bleibe jedoch noch abzuwarten, denn das Kultusministerium hat bekanntlich noch Zeit, Einspruch zu erheben. Erste Tendenzen zur Wiedereinführung der Fahrten sind aber zu vernehmen. Dieter Stephan, Schulleiter am Gymnasium Oedeme, sagt: „Unser Kollegium hat sich unter der Regie des Personalrates versammelt. Es wurde beraten und abgestimmt, über Alternativen diskutiert. 90 Prozent sind sehr interessiert daran, wieder Klassenfahrten anzubieten. Die Einspruchsfrist soll allerdings noch abgewartet werden.“

Friedrich Suhr, Schulleiter am Johanneum, sagt: „Die Kollegen halten Klassenfahrten für wichtig, sie verstehen diese Unternehmungen als einen Teil ihrer pädagogischen Arbeit. Auch sind die Kollegen zufrieden mit dem Urteil, dennoch befinden sie sich derzeit in einer Misstrauensposition Planungen werden daher erst vorgenommen, sobald das Urteil rechtlich einwandfrei vom Kultusministerium angenommen ist.“

Einen Schritt weiter ist man an der Wilhelm-Raabe-Schule. Zwar wartet man auch hier auf die Rechtskraft, doch Torben Stark, Vorsitzender des Personalrates, erklärt: „Wir haben bereits Unterkünfte für Klassenfahrten reserviert, teilweise auch schon gebucht.“ Los gehe es für die Schüler und Lehrer dann im Mai 2016, die Fahrten betreffen den jetzigen 5. und 11. Jahrgang.

Aus dem LZ-Archiv:

>>> Gericht kippt zusätzliche Unterrichtsstunde für Gymnasiallehrer
>>> Bleckeder Gymnasiasten protestieren gegen Klassenfahrtenboykott 
>>> Kritik der Eltern wird lauter Lüneburger – Arbeitskreis kritisiert rot-grüne Bildungspolitik in Niedersachsen
>>> Klassenfahrt-Boykott: Das große Durcheinander

 

LZplay-Videos zum Thema: 

 

18 Kommentare

  1. Ob Hannelore Kraft in NRW mit ihrer Nullrunde für Gymnasiallehrer oder Weil in Niedersachsen mit verordneten Überstunden, sie alle spüren Begehrlichkeiten, wenn es um Gymnasiallehrer und deren Pfründe geht, holen sich aber blutige Nasen vor Gericht. Recht und gut so !
    Was allerdings ins Hintertreffen gerät, ist, dass Lehrern aller Schulformen versprochen worden ist, dass sie – wie in anderen Bundesländern auch- mit Erreichen des 55. Lebensjahres eine Anrechnungsstunde und mit Erreichen des 60. Lebensjahres eine weitere Anrechnungsstunde bekommen sollten. Offenbar hält die Clique um Weil nichts von altersgerechten Arbeitsbedingungen, zumindest nicht, was die eigenen Beamten angeht, denn jetzt gibt es die einzige Entlastungsstunde erst mit dem 60. Lebensjahr, die andere Stunde ist einfach flötengegangen.
    Da mir so für 10 Jahre eine Stunde vorenthalten wird, werde ich keine mehrtägigen Fahrten mehr begleiten, denn so verspüre ich keinen Wunsch mehr, eine Woche lang unter rechtlich fragwürdigen Bedingungen mit Schülern unterwegs zu sein, mit denen die eigenen Eltern nicht klarkommen, eine Woche lang von morgens bis nachts Aufsichtspflicht zu haben und im Zweifelsfalle im Regen zu stehen, für jede Menge Überstunden nur 5 Stunden angerechnet zu bekommen (die hat man schon am ersten Tag voll), in zweifelhaften Unterkünften zu übernachten und manchmal bis nachts um 3 Uhr vor den Schülerzimmern zu sitzen, um endlich für Nachtruhe zu sorgen und für all das noch zum Teil selbst bezahlen zu müssen. Auf das alles kann ich gut verzichten, denn es dankt einem keiner, schon gar nicht die Eltern, bei denen man oftmals als Bittgänger darauf hinwirken muss, dass sie endlich bezahlen.
    Darauf werde ich weiterhin verzichten, denn Klassenfahrten sind Grenzerfahrungen und zudem freiwillige Leistungen der Lehrer. Mein Arbeitgeber schränkt freiwillige Leistungenkonsequent ein, wo es ihm gerade passt (Weihnachtsgeld, Alterermäßigungen), ich nehme mir das zum Vorbild !

    • ach ja, die lieben pfründe. ob es in der marktwirtschaft für ältere mitarbeiter auch automatisch arbeitsentlastungen gibt, oder geben wird? und was das geld angeht, ob der lohn wohl immer sicher ist? lehrer sollte man nicht mehr verbeamten, somit unterliegen sie dann auch dem gleichen wettbewerb , wie die meisten schüler in ihrem späteren erwerbsleben. von deren eltern ganz zu schweigen.

      • @KB Schon mal in Emden bei VW gewesen. Ach, was frage ich… Dann werden Sie gesehen haben, dass es dort für die grauen Herren Arbeitsplätze am Montageband gibt, die der nachlassenden Fitness Rechnung tragen. Übrigens, Bruns, apropos Pfründe: Wer im Glashaus sitzt…

        • sie sind mal wieder der typische träumer, der grundsätzlich mit ausnahmen aus der großindustrie argumentiert. schauen sie mal beim mittelstand rein. dort ,wo es die meisten arbeitsplätze gibt, gibt es nur sehr wenige altersgerechte . mindestens die hälfte aller arbeitnehmer arbeiten ohne tarifvertrag. dort wird auf das alter keine rücksicht genommen, ganz im gegenteil. wer über 50 ist, muss schon mal mit entlassung rechnen, damit ein billiger jüngerer die arbeit machen kann.

          • 100% Realität Herr Bruns!

            Und nicht nur das ist problematisch. Viele Ältere werden regelrecht „rausgemobbt“ und enden in einer psychatrischen Klinik! Die Jungen müssen ja arbeiten, weil sie oft Familie haben und Frau und Kinder finanziell versorgen müssen; das wird rigoros ausgenutzt.

          • … und deshalb also müssen Zusagen gebrochen werden und Arbeitsbedingungen verschlechtert werden, damit Ihr emotionales Gleichgewicht wieder hergestellt wird. Das ist zu billig. Warum haben Sie eigentlich nichts Besseres zu tun, als hier die Kommentarspalte im Minutentakt vollzuquälen…?

        • Herbart,ich hätte da eine frage: was meinen sie mit pfründe und glashaus, was meine person betrifft?

          • Sitzen Sie denn nicht ganz allein auf einem ungeheuren Wissensschatz, den Sie unsozialer Weise im vorderen Teil Ihres Gewächshauses verborgen halten und vollkommen egoistisch nur zu Ihrem eigenen Vorteil ausbeuten?

  2. Herbart, pfründe müssen bezahlt werden. die werden grundsätzlich von denen bezahlt, die selbst keine besitzen. denken sie mal darüber nach. ich mag keine lobbyisten. sie wollen nur ihren eigenen vorteil sichern und dieses zwangsweise grundsätzlich auf kosten ihrer mitmenschen.

    • Aber Sie, K.B., nutzen doch auch das System und würden sich weigern, wenn verordnet würde, dass Vorruhestandsregelungen ersatzlos gestrichen würden. Wir alle zahlen für Ihr Wohl, denken SIE mal drüber nach !

      • connie, wir alle zahlen? wie das? knapp 27 % zahlen noch in die staatliche rentenkasse ein. die gutverdiener haben alle eine eigene altersversorgung. architekten, ärzte, rechtsanwälte, journalisten usw. denken sie mal darüber nach.

        • Hallo Herr Bruns! Sehr selten aber manchmal muss ich doch auf Ihre Beiträge eingehen.

          Ich habe eine Frage an Sie, weil ich da über Google nicht fündig werden konnte: 27% von welchen 100% zahlen in die GRV Beiträge ein? Meinen Sie von der Gesamtbevölkerung oder von allen Erwerbstätigen oder woher kommt der Prozentsatz? Und woher haben Sie diese Angabe.

        • …typisch Bruns´sche Nebelkerze….

          • Nebelkerze? zu faul zum suchen? wer richtig fragt, bekommt auch antworten. übrigens , wegen der zahl 27, zerbrechen sie sich mal nicht den kopf. das eine oder andere prozentchen könnte jetzt darüber ,oder auch schon darunter liegen. gehen sie mal von der bevölkerung aus.

  3. Toralf , genau so sieht es aus. wir leben im kapitalismus. der kennt keine grenzen.

  4. Berhart, unser system ist darauf ausgelegt, es bis zum ende auszureizen. nicht mal gymnasiallehrer sind davor gefeit. es liegt ein grundgedanke dazu vor. man lebt nur einmal. die kirche fabuliert von der wiederauferstehung. die meisten menschen glauben im kern aber nicht daran. deswegen gibt es so viele egoisten. wer auf ein neues leben hofft, kann großzügig sein.

  5. Nicht jeder bekommt eine Rente vom Staat. Beispiel: Altersrente. Nur wer alt genug ist und mindestens fünf Jahre eingezahlt hat, kann Rente wegen Alters beantragen. Das klingt zunächst nach einem flächendeckenden Ansatz, ist es aber nicht. Denn einzahlen kann nicht jeder. Ausgeschlossen sind Beamte, Richter, Soldaten oder Minijobber (ohne Eigenbeitrag). Auch Selbstständige, die nicht qua Gesetz zu den Versicherten zählen (etwa Handwerker, Künstler, Autoren und freie Journalisten) oder die in ein eigenes Versorgungswerk einzahlen (wie Ärzte oder Rechtsanwälte), dürfen nicht Mitglied sein. Seit 2011 zahlt die Rentenversicherung auch keine Rente mehr für neue Mitglieder der Hartz-IV-Statistik.

    Eine ausreichende Altersabsicherung für jeden, wie viele meinen, gibt es damit nicht. Wer im Alter bedürftig wird, kann allenfalls mit den mageren Überweisungen aus der Grundsicherung rechnen. Ein unerfreulicher Befund.

  6. Hallo Herr Bruns. Vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage. Ich hatte schon vermutet, dass Sie bei den ca. 27% von der Gesamtbevölkerungszahl ausgegangen sind. Das ist aber kein sauberer Vergleich. Denn dann beziehen Sie Säuglinge, Schüler, Studenten und sogar Rentner in die 100% Grundlage mit ein. Ebenso die bereits erwähnten nicht Rentenversicherungspflichtigen Personenkreise.

    Fakt ist, dass 100% der Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Beiträge an die GRV zahlen. Zzgl. des Arbeitgeberanteils. Und unter den Arbeitgebern sind viele, die selbst nicht Rentenversicherungspflichtig sind, aber dennoch (für ihre Mitarbeiter) Beiträge zahlen.

    Aber es geht doch bei dem Diskussionsgegenstand nicht nur um Gelder aus den Rentenkassen. Es geht auch um Steuergelder. Z.B. Pensionen, Rentenzuschüsse für ehemals im öffentlichen Dienst Beschäftigte (Unterstützungskassen) etc.. Auch ehemalige Abgeordnete in den unterschiedlichen Parlamenten, die nicht einmal zeitweise verbeamtet waren, erhalten überwiegend eine zusätzliche Altersversorgung aus Steuergeldern. Allen voran ehemalige Bundespräsidenten und -kanzler. Berufsgruppen die eigene Altersversorgungswerke haben (Ärzte, Apotheker, Künstler, Journalisten etc.), müssen dort auch Pflichtbeiträge zahlen. Darüber kann und darf man nicht schimpfen, weil diese Einrichtungen der GRV ähnlich sind.

    Dies ganze Thema ist derart diffizil, dass man es hier sicher nicht umfassend und gerecht diskutieren kann. Deshalb sollte man sich auch mit Todschlagargumenten und Prozentangaben zurück halten.