Aktuell
Home | Lokales | Artlenburger und ihre Gäste feiern zwei Tage lang ausgelassen an der Elbe
Während die Bad Boys Jan Thöneböhn (r.) und Igor Traudt bereits wenden, sind die Seepferdchen Boris Prost (hinten) und Thorsten Vogt noch auf dem Weg zur Boje im Artlenburger Hafenbecken. Foto: t&w
Während die Bad Boys Jan Thöneböhn (r.) und Igor Traudt bereits wenden, sind die Seepferdchen Boris Prost (hinten) und Thorsten Vogt noch auf dem Weg zur Boje im Artlenburger Hafenbecken. Foto: t&w

Artlenburger und ihre Gäste feiern zwei Tage lang ausgelassen an der Elbe

ml Artlenburg. Drückend liegt die Nachmittagshitze über dem Artlenburger Hafen. Kaum etwas regt sich. Nur noch wenige Minuten bis zum Start des traditionellen Schweinetrog-Rennens zum Auftakt des Hafenfestes. Doch Aktive und Zuschauer lassen auf sich warten. Schweiß rinnt Andreas Philipp über die Stirn. Aber der Kassenwart des ausrichtenden Sport- und Turnvereins (STV) Artlenburg bleibt gelassen, neun Anmeldungen hält er zu diesem Zeitpunkt bereits in der Hand. Und weitere folgen, als kurz vor dem ersten Start dann doch etliche Frauen, Männer und Kinder den schützenden Schatten verlassen.

Starteten die Teilnehmer im Premierenjahr 2002 noch in echten Schweinetrögen, liegen jetzt Nachbauten am Steg der Slipanlage im Hafen. Gezimmert hat die seltsamen Gefährte ohne Kiel und mit stumpfen Bug Schützenpräsident Heinz Rühmann. Auch in Artlenburg arbeiten die meisten Einwohner eben noch Hand in Hand. Auch die Siegertrophäe, ein hölzernes Paddel, hat mit Hans­Hinnrich Kolodzy ein Handwerker aus dem Ort gestiftet. Auf dem Sockel finden sich die Namen aller Sieger seit 2002. Als erster hat sich Andreas Philipp mit seinem Partner Thomas Kischel in die Liste der Gewinner eingetragen.

Heute greift der Kassenwart nicht mehr zum Paddel, sondern zum Mikrophon und kündigt das erste Rennen an. Die „Seepferdchen“ Boris Prost und Thorsten Vogt legen sich mit den „STV Bad Boys“ Igor Traudt und Jan Thöneböhn an und ziehen glatt den Kürzeren. Nach etwas mehr als einer Minute haben die „Bad Boys“ die Boje im Hafenbecken umrundet und schlagen wieder am Steg an. Die Seepferdchen erreichen das Ufer erst eine Minute später. Zum Sieg gereicht hat es für die „bösen Jungs“ dennoch nicht. Das „hölzerne Paddel“ mit nach Hause nehmen darf die Mannschaft „STV Black Power“ mit Rio Thaten und Neco Kuzgun. Prost und Vogt sehens gelassen. Denn schließlich geht es um den Spaß.

Und der kommt auch in den folgenden Stunden nicht zu kurz. Zunächst vergnügen sich die Besucher noch bei den Tanzvorführungen des STV und beim bunten Kinderprogramm, bevor ab 18 Uhr Robbie Doyle und Band sowie die „Irish Bastards“ zu den Instrumenten greifen, „Irish Rock and Folk“ über Deich und Elbe hallt. „Die Stimmung war super, doch dann hat uns das Gewitter einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Artlenburgs Bürgermeister Rolf Twesten rückblickend. Gegen 21 Uhr entladen sich die dunklen Wolken über den Flecken, mehr als 30 Minuten lang tobt das Unwetter laut Twesten auch über Hafen und Campingplatz. Damit war der Abend gelaufen.

Doch schon am Sonntag treffen sich viele Akteure und Besucher wieder, haben STV und der Flecken als Organisatoren noch einiges auf die Beine gestellt: Nach dem Gottesdienst um 11 Uhr sorgt der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Artlenburg beim Frühschoppen für Stimmung, ab 14.30 Uhr übernehmen die Sänger vom Lüdersburger Shanty-Chor „Achtern Elvdiek“ den musikalischen Part. Zudem präsentieren sich mit Vorführungen Feuerwehr, Kindergarten und Schulförderverein, für die Kinder gibt es Pony-Reiten. Doch wieder ist es sehr heiß, „sonst wären sicherlich noch mehr Besucher gekommen“, sagt Twesten durchgeschwitzt, aber am Ende dennoch zufrieden.