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Zufrieden mit dem Verlauf des Bankentags sind (v.l.) Prof. Dr. Ulf Baxmann, Klaus Müller (Vorstand Bundesverband Verbraucherzentrale), Dr. Olaf Langner (Deutscher Sparkassen- und Giroverband) und Prof. Dr. Heinrich Degenhart. Foto: t&w
Zufrieden mit dem Verlauf des Bankentags sind (v.l.) Prof. Dr. Ulf Baxmann, Klaus Müller (Vorstand Bundesverband Verbraucherzentrale), Dr. Olaf Langner (Deutscher Sparkassen- und Giroverband) und Prof. Dr. Heinrich Degenhart. Foto: t&w

Experten fordern besseren Verbraucherschutz im Finanzsektor

lz Lüneburg. Mehr Transparenz bei Finanzprodukten und ein ganzheitliches Verbraucherschutzkonzept forderten Experten beim Norddeutschen Bankentag an der Lüneburger Uni. Angesichts von Gerichtsurteilen zu unzulässigen Bankentgelten oder der Verdrängung von Kunden aus hochverzinslichen Sparverträgen hatten die Veranstalter, Prof. Dr. Ulf G. Baxmann und Prof. Dr. Heinrich Degenhart, vom Institut für Bank-, Finanz- und Rechnungswesen zur Diskussion über „Verbraucherschutz im Finanzsektor“ eingeladen. Fachvorträge beleuchteten das Thema aus Sicht des Verbraucherschutzes, der Bankenaufsicht, der Finanzwirtschaft und der Wissenschaft. Mehr als 100 Teilnehmer kamen an die Leuphana.

Vor allem Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, und Dr. Olaf Langner, Chefsyndikus des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, regten eine Diskussion über neue gesetzliche Regelungen an. Die könnten zu Eingriffen in die Ausgestaltung und die Vermittlung von Finanzprodukten führen. Mit der Rolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beim Verbraucherschutz beschäftigte sich Rainer Behle. Der Abteilungsleiter im Bereich Bankenaufsicht ist überzeugt: „Wir brauchen ein ganzheitliches Verbraucherschutzkonzept, ohne die Informationsflut auszuweiten.“ Für mehr Transparenz sprach sich Thomas Grieß, Leiter des Chief Client Office der Deutschen Bank aus. Nur dann könne der Verbraucher gut informiert Entscheidungen treffen.

Die Tendenz, Verbraucher als schutzbedürftig anzusehen, griff Prof. Hans Kaminski von der Universität Oldenburg auf. Der Experte für die ökonomische Bildung von Verbrauchern betonte, dass seiner Meinung nach vor allem der Föderalismus in Deutschland eine einheitliche Bildungsmöglichkeit auf diesem Gebiet verhindert. Dabei gehe es nicht einmal um ein Spezialwissen, sondern um ganz grundlegende wirtschaftliche Fragen, die in verschiedenen Lebensphasen auftreten.

Die Veranstalter zeigten sich zufrieden mit dem mittlerweile 15. Norddeutschen Bankentag. Die stets hohen Teilnehmerzahlen werten sie als Beleg dafür, dass sich das dialogorientierte Konzept der Veranstaltung bewährt hat.