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Das ist eine kippelige und gefährliche Angelegenheit, wenn die Kinder auf der Straße Fahrrad fahren. Anders geht es nicht, denn es gibt keinen Radweg von Tosterglope nach Dahlenburg. Das bemängeln Bürgermeister Stefan Betzenberger und sein Stellvertreter Volker Weber. Foto: t&w
Das ist eine kippelige und gefährliche Angelegenheit, wenn die Kinder auf der Straße Fahrrad fahren. Anders geht es nicht, denn es gibt keinen Radweg von Tosterglope nach Dahlenburg. Das bemängeln Bürgermeister Stefan Betzenberger und sein Stellvertreter Volker Weber. Foto: t&w

Radeln auf Straße gefährlich – Seit 40 Jahren hoffen die Tostergloper auf den Bau eines eigenen Weges nach Dahlenburg

kre Tosterglope. Es ist Sommer und drückend heiß: Jetzt zur Abkühlung ins Freibad — davon träumen Johanna, Gesa, Gustav und die anderen Kindern in Tosterglope. Doch sich mal eben so auf das Fahrrad zu schwingen und ins Freibad nach Dahlenburg zu fahren — „das geht nicht, das ist viel zu gefährlich“, bedauert nicht nur Nina Jansen, Tostergloperin und Mutter von zwei Kindern. Denn was fehlt, ist ein sicherer Radweg entlang der Landesstraße 232 von Tosterglope in den Flecken Dahlenburg. Ab August wird zwar die Fahrbahndecke der Straße erneuert, „auf einen Radweg aber müssen wir weiter verzichten“, ärgern sich auch Tosterglopes Bürgermeister Stefan Betzenberger und sein Stellverteter Volker Weber.

Ortstermin in Tosterglope am Mittag: Schnell wird deutlich, dass Eltern und Großeltern alles andere als überreagieren, wenn sie ihren Nachwuchs nicht allein auf dem Fahrrad in das nur fünf Kilometer entfernte Freibad nach Dahlenburg fahren lassen wollen. Die Fahrbahn bietet Radfahrern kaum ausreichend Platz zum sicheren Fahren. Links überholen die Autos, rechts gehts gleich in den Graben. Und auf halbem Wege — in Höhe der S-Kurve bei Gut Horndorf — wird es besonders brisant für Radfahrer. Denn aufgrund der Straßenführung und des Seitenraum-Bewuchses sind sie dort für Autofahrer erst im letzten Moment zu sehen.

Alles Gründe, warum auch die Erwachsenen selbst nur noch höchst ungern etwa zum Einkaufen nach Dahlenburg radeln. Früher sei alles besser gewesen: Diesen Spruch hören jüngere Generationen häufig, doch Silvia Korn kanns auch belegen, denn: ,,Früher waren nicht nur die Lkw, die Trecker und die Pkw kleiner und langsamer unterwegs als heute, es gab auch deutlich weniger Verkehr auf der Straße.“ Der habe mit Grenzöffnung deutlich zugenommen. Und: „Wir sind doch Urlaubsregion. Viele Radfahrer auf dem Weg zur Fähre sind verwundert, dass sie bei uns auf der Straße fahren müssen“, sagen Betzenberger und Weber und setzen nach: „Es fehlt die Verbindung von Dahlenburg zum Elbe-Radweg.“

Seit fast 40 Jahren bemühen sich die Tostergloper um den Bau des Radweges — und fast hätten sie es auch schon mal geschafft. In der Prioritätenliste landeten sie aber „nur“ auf dem dritten Platz. Hinter den Projekten Sumte und Lüneburg/Neetze entlang der Landestraße 221. Beide Projekte wurden, beziehungsweise werden, jetzt realisiert, die Tostergloper gehen leer aus. ,,Bei der nächsten Fortschreibung werden die Karten neu gemischt. Vielleicht haben die Tostergloper dann mehr Glück“, drückt ihnen Dirk Möller, Chef der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Geschäftsbereich Lüneburg) die Daumen. Seine Behörde ist als Straßenbaulastträger für die Umsetzung des Vorhabens zuständig.

Auf den fehlenden Radweg angesprochen, stellt auch Samtgemeindebürgermeister Christoph Maltzan — zugleich Gemeindedirektor im Flecken Dahlenburg — fest: ,,Das ist in der Tat für Fahrradfahrer keine ungefährliche Straße.“ Um den Radwegebau zu realisieren, müssten sich seinen Worten zufolge auch die Gemeinden, also Tosterglope und der Flecken Dahlenburg, finanziell beteiligen. Nicht einfach angesichts der Dahlenburger Kassenlage.

Trotzdem verspricht Malt­zan: „Ich werde das Thema in der nächsten Verwaltungsausschuss-Sitzung des Fleckens vortragen.“ Denn auch der Rathauschef weiß: Nur gemeinsam ist man stark, lassen sich große Projekte leichter verwirklichen. Bis dahin aber werden Johanna, Gesa oder Gustav weiter vom Freibad-Vergnügen träumen oder sich von ihren Eltern bringen lassen müssen.