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Mittwochnachmittag in Uelzen: Kurz bevor der Metronom am Hundertwasserbahnhof einrollt, stürzt ein offenbar Betrunkener ins Gleisbett. Ein couragierter Bleckeder rettet ihm das Leben. (Foto: bundespolizei)
Mittwochnachmittag in Uelzen: Kurz bevor der Metronom am Hundertwasserbahnhof einrollt, stürzt ein offenbar Betrunkener ins Gleisbett. Ein couragierter Bleckeder rettet ihm das Leben. (Foto: bundespolizei)

Mann rettet Betrunkenen von Bahnschienen

lz Uelzen. Er kann seinen Geburtstag künftig zwei mal pro Jahr feiern: Am Mittwochnachmittag war ein offenbar Betrunkener ins Gleisbett am Uelzener Hundertwasserbahnhof gestürzt und blieb regungslos liegen. Kurz vor Einfahrt eines Metronom zog ihn ein 32-jähriger Mann aus Bleckede zurück auf den Bahnsteig. Es ist unklar, ob der Lokführer den Verletzten rechtzeitig bemerkt hätte und den Zug hätte stoppen können.

Dem Retter sei der 29-Jährige schon in der Bahnhofshalle aufgefallen, weil er betrunken zu sein schien, berichtet er später. Als er ihn dann am Bahnsteig wiedersieht beobachtet er, wie der Mann versehentlich ins Leere tritt und mit dem Oberkörper auf die Schienen stürzt. Beim Aufstehen taumelte er – stürzt erneut – und fällt mit dem Kopf gegen die Bahnsteigkante.

Der Helfer aus Bleckede zögert nicht. Ein älterer Mann nimmt ihm seine Reisetasche ab, als er den schweren Mann auf den Bahnsteig wuchtet. Mit Prellungen und einer Kopfverletzung wird der 29-Jährige in ein Krankenhaus eingeliefert.

Erst später wird dem couragierten Mann aus Bleckede klar, dass er wohl gerade ein Leben gerettet hat. Vorwürfe, weil er der einzige Helfer war, macht er niemandem: „Das ging alles so schnell. Am Unfallort stand eine große Reisegruppe älterer Menschen. Sie hätten es wohl nicht schaffen können –  und ungefährlich war die Aktion auch nicht, als der Zug kurz darauf einfuhr.“

„Courage zeigen, Leben retten – alles richtig gemacht. In vergleichbaren Situationen sollte man nicht zögern, auch alkoholisierte Menschen auf den Sicherheitsabstand der weißen Linie hinzuweisen“, sagt Bundespolizeisprecher Holger Jureczko. „Bei Personen in den Gleisen muss eine Bahnstrecke sofort gesperrt werden.  Hierzu die Rufnummern 110, oder – besonders aus fahrenden Zügen – die Hotline der Bundespolizei unter 0800 / 6 888 000 wählen.“

Den ausführlichen Bericht zum Retter an der Bahnsteigkante lesen Sie morgen in der LZ 

One comment

  1. Maximilian K.

    Ich finde das sehr gut von den helfer. Es gibt kaum mehr Menschen die dabei helfen würden.