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Ein Blick auf die Cannabis-Plantage: Die Polizei stellte dort 45 Kilogramm Marihuana sowie eine große Menge Cannabispflanzen sicher. Weitere zehn Kilo fanden Beamte in einer Wohnung. Foto: A./be
Ein Blick auf die Cannabis-Plantage: Die Polizei stellte dort 45 Kilogramm Marihuana sowie eine große Menge Cannabispflanzen sicher. Weitere zehn Kilo fanden Beamte in einer Wohnung. Foto: A./be

Haschisch-Bauern aus der Goseburg vor Gericht

ca Lüneburg. Vermutlich noch im Sommer dürfte der Prozess gegen die mutmaßlichen Haschisch-Bauern aus der Goseburg beginnen. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hat beim Landgericht Anklage gegen drei Angeschuldigte erhoben. Sie sollen gewerbsmäßig Handel mit Betäubungsmitteln beziehungsweise Geldwäsche betrieben haben. Aufgeflogen waren die beiden Männer und ihre Komplizin Ende Februar. Nachbarn hatten sich über den eigentümlichen Geruch gewundert und die Polizei informiert. Die kam zum Hausbesuch in die ehemalige Halle eines Industrieunternehmens. Gerichtssprecher Harald Kramer-Natho sagt, es sei noch unklar, wann das Verfahren startet.

Einem 53-Jährigen wird 25-facher Handel und einem 34-Jährigen 23-facher Handel mit Drogen zur Last gelegt. Die 26-Jährige soll in 44 Fällen Geldwäsche betrieben haben, in dem sie das Drogengeld in Umlauf brachte. Bei den Männer geht es überdies um Waffenbesitz. Das Trio soll immer wieder Ernten im zweistelligen Kilobereich eingefahren und verkauft haben. Dabei müssen Zentner zusammengekommen sein. Denn allein im Februar stellte die Polizei 55 Kilo Cannabis sicher.

Wie berichtet, hatten die Gärtner eine hochprofessionelle Anlage betrieben. In der Halle hatten sie Container miteinander verbunden und ein eigenes Bewässerung-, Belüftungs- und Wärmesystem installiert. Aggregate wurden aus zehn Dieseltanks gespeist. Das verhinderte eine auffällig hohe Stromrechnung, über die ein Energieversorger hätte stolpern können. Der Handel scheint sich gelohnt zu haben, denn Anlieger hatten berichtet, dass die drei Verdächtigen in edlen Modellen der Marken BMW, Audi und Porsche vorfuhren. Abtransportiert wurde die Waren wohl in Transportern unter anderem mit polnischen und belgischen Kennzeichen.

Der 53-Jährige wurde seit 2009 mit europäischem Haftbefehl gesucht. Er soll in Solingen bereits von 2006 bis 2006 Cannabis angebaut haben. Die aktuelle Anklage geht davon aus, dass der Mann von 2007 an zunächst bei Geesthacht eine Plantage betrieb. Im Herbst 2007 folgte dann der Umzug in die Halle in der Goseburg. Der 34-Jährige kam 2008 zunächst als Käufer mit ins Spiel, im Herbst 2010 soll er als Kompagnon in die „Landwirtschaft“ eingestiegen sein.

Die Polizei hatte damals vermutet, dass der Stoff in der Halle geerntet, getrocknet und versandfertig verpackt wurde im großen Stil. Die Verdächtigen hatten in Vernehmungen einen Teil der Vorwürfe eingeräumt. Doch auf die Frage, ob es Hintermänner gebe, hätten die Beamten geschwiegen. Aber unter der Hand hatte es aus Polizeikreisen geheißen, dass man ein Netzwerk hinter der „Produktionshalle“ vermute. Möglicherweise mit lokaler Beteiligung.

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