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Altes und Neues verbinden, das ist für jeden Museumsmann eine Aufgabe. Dr. Joachim Mähnert vom Ostpreußischen Landesmuseum hat auch baulich damit zu tun. Foto: t&w
Altes und Neues verbinden, das ist für jeden Museumsmann eine Aufgabe. Dr. Joachim Mähnert vom Ostpreußischen Landesmuseum hat auch baulich damit zu tun. Foto: t&w

Der Rohbau für den neuen Trakt des Ostpreußischen Landesmuseums steht

oc Lüneburg. So etwas wie ein Richtfest feiern sie nicht. „Aber wir werden am Freitag auf das Fertigstellen des Rohbaus mit Architekten, Handwerkern und Mitarbeitern anstoßen“, sagt Dr. Joachim Mähnert, Dirtektor des Ostpreußischen Landesmuseums. Es geht voran mit dem Aus- und Umbau. Auf engem Raum entsteht in der Innenstadt Neues, integriert ins Alte. Und einen ersten Termin hat das Landesmuseum auch schon fixiert, aber der liegt erst im November.

„Hier kommt noch eine Wand raus“, sagt Dr. Mähnert. Er steht in seinem alten Büro, das schon recht groß war. Jetzt ist es ein kahler Raum. Längst haben Leitung und Verwaltung Räume im Scharffschen Haus an der Heiligengeiststraße bezogen. Die alten Räume werden in den kommenden Monaten saalgroß gemacht. Dort kann künftig getagt werden, dort findet auch die Museumspädagogik Platz. Bis dahin ist noch viel zu tun in dem Museum, das seit Mitte Februar für die Neugestaltung geschlossen ist.

Um rund vier Wochen liege man hinter der ursprünglichen Planung zurück, sagt Dr. Mähnert. Die Archäologen fanden mehr als erwartet, und es gibt immer Überraschungen, wenn im Altbestand gebaut wird, dafür können zum Beispiel massive Eisenträger an unerwarteter Stelle sorgen

Alles in allem werden mehr als fünf Millionen Euro verbaut, das Museum wird über den neuen Zugang durch ein Tor an der Heiligengeiststraße 2000 Quadratmeter Fläche für die deutlich erweiterte Dauerausstellung zur Verfügung haben, 450 Quadratmeter für temporäre Projekte. „Das Konzept ist weit fortgeschritten, aber wir haben noch zu viele gute Ideen, müssen noch ausdünnen“, sagt Dr. Mähnert. Von 60 Themen spricht er und davon, dass noch Geld fehle, um die Ausstellung methodisch und medial so aufzubereiten, dass sie zeitgemäß sei. Thematisch — und chronologisch — wird sich die Ausstellung weiter erstrecken als bisher, auch die Zeit nach 1945 werde künftig Thema. Einen Schwerpunkt bilde natürlich der eigentlich zeitlos und weltweit aktuelle Komplex Flucht/Vertreibung/Migration mit seinen Ursachen und Folgen.

Die neue Dauerausstellung samt hinzukommender Deutschbalten-Abteilung soll nun ab Frühjahr 2016 zugänglich sein, der Termin rutschte etwas nach hinten. Schon Ende Juli aber werde im Scharffschen Haus eine Museumsgastronomie öffnen, das Café Bernstein. Als fester Termin im November, bei dem der neue Eingangsbereich zur Verfügung steht, ist der Museumsmarkt terminiert — vom 6. bis 8. November.

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