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Die diskutierten Standorte für eine große Sporthalle: Fünf sind noch im Rennen (graue Punkte), drei wohl schon raus (rote Kreuze). Montage: hm
Die diskutierten Standorte für eine große Sporthalle: Fünf sind noch im Rennen (graue Punkte), drei wohl schon raus (rote Kreuze). Montage: hm

Bundesliga bald in Ochtmissen?

cec Lüneburg/Adendorf. Ein spitzensporttauglicher Sport- und Freizeitpark mit einer Halle für 3000 Zuschauer, einem Stadion für 5000 Fans, Sportplätzen, DFB-Stützpunkt, Hotel, Gastronomie und Wohnprojekt? Eine reizvolle Idee, bei dem auch das Fußballerherz vom Vorsitzenden des Kreissportbundes (KSB), Christian Döhling, höher schlägt. Doch wer soll das bezahlen? Und vor allem: Wie schnell ist so ein Planungsungetüm umsetzbar? Der KSB als — wie Döhling betont — unabhängige Partei in der aktuellen Sportstättendebatte plädiere darum für die schnelle Variante: Nur den Bau einer wettkampfgerechten Sporthalle — ohne Drumherum. „Beim fünften Abstimmungsgespräch am 11. September muss die Kuh vom Eis.“ Mit dieser Einschätzung steht er nicht allein, wie jetzt in der gemeinsamen Sitzung von Sport- und Schulausschuss des Landkreises Lüneburg deutlich wurde.

Einen kurzen Abriss über den aktuellen Sachstand lieferte Detlef Beyer, Leiter Gebäudewirtschaft in der Kreisverwaltung. Der ursprüngliche Auftrag, eine wettkampfgerechte Sporthalle mit dem Bau einer neuen Schulsporthalle für die Berufsbildenden Schulen zu verknüpfen, sei demnach aufgrund mit den hohen Besucherzahlen zu erwartenden Anwohnerbeschwerden im Bereich BBS/Johanneum endgültig verworfen worden (LZ berichtete). Für die BBS ist jetzt eine Zweifeldhalle vorgesehen, Baubeginn soll im Sommer 2016, Fertigstellung Ende 2017 sein.

Getrennt davon werden die Pläne für die wettkampfgerechte Sporthalle verfolgt. 3000 Zuschauer soll diese fassen, könnte neue Heimat für die Bundesliga-Volleyballer der SVG werden und soll neben dem regulären Sportbetrieb bis zu 18 weiteren Veranstaltungen jährlich Raum bieten. Allein wo, ist die Frage, die alle Beteiligten umtreibt. Fünf Standorte seien aktuell noch im Rennen: Sportpark Bardowick, Sportpark Reppenstedt, zwei Flächen im Gewerbe- und Industriegebiet Hafen sowie — neu aufgenommen — eine Fläche an der Bernsteinstraße in Ochtmissen.

Kriterien für die Standortauswahl seien die Erreichbarkeit, die Auslastung, der Planungsaufwand und natürlich die Kosten. Mit Blick auf vergleichbare Hallen wie etwa in Vechta geht die Verwaltung von 6 bis 7 Millionen Euro reinen Baukosten aus. „Das kann keiner alleine wuppen“, verdeutlicht der Fachdienstleiter. Gewünscht sei daher ein Betreibermodell, die wichtigste Frage bei der Betrachtung: „Für welchen Standort kann ich einen Investor begeistern?“

Den Traum vom großen Ganzen, Halle plus Stadion, mochten nicht alle Ausschussmitglieder kampflos verwerfen. „Wenn man so eine Halle plant, sollte man die Option Stadionanbindung im Auge behalten“, forderte etwa Meinhard Perschel (CDU). Landrat Manfred Nahrstedt bremste ihn aus: „Wir sollten uns erstmal auf die Sporthalle konzentrieren. Das andere ist gut und schön. Aber dann planen wir bis 2021 ehe wir Halle und Stadion haben.“ Zunächst gelte es, zu schauen, wo das Geld herkommen soll, und einen Betreiber zu finden, der 18 Veranstaltungen pro Jahr in die Halle bringen und wuppen würde und der zudem mit dem Standort zufrieden ist, denn: „Wenn jemand sein Logo an die Halle hängt, möchte er auch, dass es gesehen wird.“ A und O sei jetzt eine saubere Planung, im nächsten Schritt werde ein Architekt beauftragt, um den Kostenrahmen abzustecken, erklärte Nahrstedt, der aufgrund der Masse der zu klärenden Fragen, mittlerweile daran zweifelt, dass das Projekt schon im Oktober abstimmungsreif sein wird.

11 Kommentare

  1. Da es bei dem Sportpark auch um die Verkehrsanbindungen geht, fällt meiner Meinung nach der Sportpark Reppenstedt ebenfalls bereits weg.

    Jeglicher Verkehr zu den dortigen Veranstaltungen müsste quer durch die ganze Stadt.

    • Also, wenn die Verkehrsanbindung und die Anwohnerinteressen eine Rolle spielen bleiben nur das Industriegebiet mit einem Autobahnanschluss und Bardowick mit 2 Ansclüssen inkl. Hattorf über. In Ochtmissen muss man auch durchs Wohngebiet oder man baut eine Brücke über die Gleisanlagen.

      • Falsch, da ist sicherlich das Gelände hinter der Autobahn neben Krüll gemeint. Ich bin allerdings auch für ein Gesamtkonzept statt diesen Teillösungen.

  2. Jetzt geht das klein klein wieder los. Anstatt an einem Gesamtkonzept zu arbeiten werden wieder Einzelinteressen verfolgt. Wenn man einen Sportpark als ganzes plant ist die Effizienz doch in allen Belangen viel größer. Z.B. Parkplätze, Umkleiden, Sanitär, Gastronomie, Hausmeister, Bewirtschaftung, Verwaltung etc. Die Auslastung ist durch eine viel breitere Grundlast besser zu organisieren. Wenn man jetzt nicht die fehlenden Sportplätze und Halle an einem Standort plant und realisiert sind wir wieder in Kleinkleckersdorf angekommen. Wenn das für Herrn Nahrstedt alles eine Nummer zu groß ist sollte auf die Position mal ein Macher gewählt werden oder er sollte sich um kleinere Themen und Aufgaben kümmern.

  3. Witz aus Ochtmissen

    Béla Réthy kommentiert selbst: »Herzlich willkommen, meine Damen und Herren, hier aus der Kommentatorenstube von Béla Réthy, schön, daß sie reingeklickt haben, wir sind schon mittendrin, jetzt gerade mit einem längeren Satzgefüge, insgesamt geht es etwas behäbig zu, bisher keine Pointen zu verzeichnen … ouh, jetzt die erste Möglichkeit, aber ganz knapp! Immerhin ein schönes Ausrufezeichen, das baut schon mal Druck auf aber langsam muß er liefern. Halt, was war das denn? Also für meine Begriffe gehört da ein Komma hin! Können wir den Abschnitt noch mal lesen? „das baut schon mal Druck auf aber langsam muß er liefern.“ Ja, ganz klare Sache, Komma nach „langsam“. Sehr schwache Korrektorenentscheidung an dieser Stelle, das wirft ihn in seinen Bemühungen um einen frühen Lacher weit zurück, Béla Réthy bisher allenfalls schwaches Mittelmaß. Aber er hat keine Zeit, sich damit weiter aufzuhalten, der nächste Satz läuft bereits auf sein Ende zu, und wenn mich nicht alles täuscht, dann gibt das gleich Punkt. Jawoll, es gibt Punkt! Harte Entscheidung an dieser Stelle, aber kann man setzen. Réhty inzwischen verstärkt über Partizipialkonstruktionen kommend, will hier unbedingt noch etwas reißen, geht jetzt ganz offensiv in den Witz rein, in dem ein Mantafahrer über Rot fährt und dann von seiner Freundin gesagt bekommt: „Ey, das war Rot!“, woraufhin der erwidert: „Stimmt!“ Schaaaaade! Fast! Das war ganz haarscharf! Aber wenigstens mal zum Abschluß gekommen, das ist natürlich – gerade auch psychologisch – wichtig, wenn man schon seit 1512 Zeichen auf einen Witz wartet. Réthy, der ja früher mal zur Schule gegangen ist und dann studiert hat, setzt hier wirklich alle Hebel in Bewegung. Bislang aber viel zu ideenlos im Satzaufbau, es gelingt ihm einfach nicht, die nötige Fallhöhe zu erzeugen oder eine überraschende Themenverknüpfung zu finden, er ruft ja nicht einmal die ganzen Wörter, die er beherrscht, ab! Klarer Präpositionsfehler jetzt zum diesem Satz, das darf doch einfach nicht wahr sein, was macht der denn da? Jetzt noch einmal der Versuch mit Fritzchen, der beim Essen spricht, wo die Oma dann sagt: „Wie kannst du nur mit vollem Mund reden“, und Fritzchen darauf erwidert: „Alles Training, Oma!“ Und da ist das Ding! Ausgerechnet ein Fritzchenwitz! Direkt nach dem Präpositionsfehler, was für eine Geschichte! Sensationell! Das war’s soweit von mir, ich bedanke mich bei Ihnen fürs Durchlesen, sage auf Wiedersehen, bis zum nächsten Witz und gebe zurück an Micky Maus und Donald Duck.«

    • hallo bundeskasper, wie schwach ist eigentlich das mittelmaß , wenn die elite schon schwach ist?

  4. Wer soll eigentlich die Halle bezahlen? Die SVG oder muss wieder der nicht am Sport interessierte Steuerbürger dafür malochen?

    • Der Steuerzahler hat in Ochtmissen schon eine schöne neue Sporthalle finanziert in der Kinder noch nicht einmal Fußballspielen dürfen. Die Vereine müssen im Winter auf andere Hallen ausweichen.

      Mir ist das Geld für Sportstätten allemal besser angelegt, als Theater, Museum oder Uni-Protzbauten. Das ist was fürs Volk und nicht für eine Elite!

  5. Bei dem Thema sieht man mal wieder, wie kurzsichtig und kleingeistig die Politiker agieren. Für 1 Mio. hätte die Stadt 3 Sportplätze mit Anlagen und Tradition im Wilschenbruch erhalten können.

  6. Wilschenbruch?

    Aber wir wissen doch, dass hier schon länger ganz andere wirtschaftliche Interessen im Vordergrund standen.

    Da muss der Steuerzahler eben mal zurückstehen.

  7. ich wollte ja nicht mehr, aber wenn ich schon mal gefragt werde…..

    Lieber Klaus Bruns – das ist doch alles eine Frage der Definition.

    Wer sich als Elite definiert – na ja, der hat es sicherlich nötig.
    Sich als Elite zu beweisen ist etwas ganz anderes.

    Anders herum gesagt, Mittelmaß ist nicht automatisch schwach, wenn es zu Kompromissen neigt, die allen Beteiligten nach Stand der Dinge gerecht zu werden scheint.

    Somit könnte auch die Elite im Mittelmaß Stärke zeigen.

    Alles Klar ?