Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Hansestadt Lüneburg ist Gründungsmitglied der neuen Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen - hier: Vertreter aller Mitgliedskommunen der AGFK (6. v. links: Minister Olaf Lies als Schirmherr, 10. v. links: Oberbürgermeister Lüneburg, Ulrich Mädge). Foto: sp
Die Hansestadt Lüneburg ist Gründungsmitglied der neuen Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen - hier: Vertreter aller Mitgliedskommunen der AGFK (6. v. links: Minister Olaf Lies als Schirmherr, 10. v. links: Oberbürgermeister Lüneburg, Ulrich Mädge). Foto: sp

„Startschuss für eine neue Ära der Radverkehrsförderung“

sp Lüneburg. Auf Rückenwind aus Hannover kann die Hansestadt Lüneburg künftig beim Thema Radverkehr vertrauen. In der niedersächsischen Landeshauptstadt übernahm Wirtschaftsminister Olaf Lies die Schirmherrschaft über die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen e.V. (AGFK) und gab damit den „Startschuss für eine neue Ära der Radverkehrsförderung“. Die AGFK ist ein Zusammenschluss aus derzeit 29 Kommunen mit besonderem Augenmerk auf die Radverkehrsförderung. Die Hansestadt Lüneburg ist Gründungsmitglied der AGFK, Oberbürgermeister Ulrich Mädge war am Donnerstag persönlich in Hannover dabei.

Neben der gemeinsamen Interessenvertretung und Öffentlichkeitsarbeit sowie dem Austausch von Erfahrungen und Informationen dient die AGFK auch zum Beispiel als Expertenbörse. So heißt es in der Eigendarstellung auf www.agfk-niedersachsen.de: „Fachplaner finden bei Fragen der Radverkehrsförderung die richtigen Ansprechpersonen in anderen Kommunen oder bei der AGFK. Die AGFK kann durch Gutachten, Musterlösungen und ,best-practise-Projekte‘ Hilfestellungen bieten.“

Diese Funktion unterstrich auch Minister Olaf Lies. Er sagte: „Mit der jetzt gegründeten Arbeitsgemeinschaft gewinnen wir als Land einen wichtigen Partner für die Radverkehrsförderung. Gemeinsam werden wir den Radverkehr in den nächsten Jahren entscheidend voran bringen. Dieses neue landesweite Netzwerk wird die Zusammenarbeit der Akteure aus Politik, Verbänden und der Wirtschaft entscheidend verbessern und sich als Expertenforum etablieren.“

Die Hansestadt Lüneburg hat im vergangenen Jahr mehr als 800.000 Euro in die Verbesserung der örtlichen Angebote für Radfahrer investiert. Der Anteil des Radverkehrs ist stetig gestiegen, praktisch jede/r 4. Lüneburger/in ist in der Stadt mit dem Fahrrad unterwegs. Gut angenommen werden zum Beispiel Angebote wie die beiden Fahrradparkhäuser am Bahnhof und auch das kürzlich erst erweiterte Leihrad-System „StadtRad“. Zuletzt hat die Hansestadt Lüneburg eine attraktive Radwege-Verbindung von der Innenstadt über die Brücke im Wandrahmpark und entlang des Lösegrabens in Richtung Bahnhof geschaffen.

5 Kommentare

  1. Sieht alles sehr nett aus. Für einen Kombiweg für Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Fußgänger, zudem noch in beiden Richtungen nutzbar, scheint mir das alles viel zu eng gebaut, sicherlich werden Mindestbreiten hier nicht ansatzweise eingehalten. Es wird also so sein, dass dies verkehrsrechtlich ein Fußgängerweg ist mit Nutzungserlaubnis für Fahrradfahrer, was aber bedeutet, dass Fahrräder nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen und die volle Gefährdungshaftung haben. Das ist m.E. keine zielführende und daher nicht akzeptable Auffassung von Fahrradweggestaltung, alles schnuckelig aus Windschutzscheibensicht geplant.

    • Karsten Hilsen

      Richtig.
      Die allerwichtigste -und am einfachsten zu realiierende- Maßnahme zur Fahrradförderung ist die völlige Abschaffung der Radwegbenutzungspflichten.
      Fahrräder sind Fahrzeuge. Fahrzeuge gehören auf die Fahrbahnen.
      Radwege sind keine Maßnahmen zur Förderung des Fahrradverkehrs.
      Radwege gehören ganz im Gegenteil zum Konzept von autogerechten Städten.
      Eine Kommune, die neue benutzungspflichtige Radwege anlegt, fördert den Autoververkehr und nicht den Fahrradverkehr!

      • Nutzungspflichtig für Radfahrer kann dieser schmale Weg gar nicht sein. Meine Kritik geht da hin, dass dieser Weg hier groß als Fahrradstrecke herausgestellt wird, obwohl er nur ein Notbehelf ist, dessen Nutzung zudem für die Radfahrer mit rechtlich sehr fragwürdigen Umständen verbunden ist. Wenn man schon Radwege anbieten will, dann bitte solche, die den Mindestanforderungen an einen Radweg gerecht werden. Denn im Gegensatz zu Karsten bin ich als Radfahrer, der seit 40 Jahren unfallfrei unterwegs bin, für Fahrradwege, ich sähe mich gefährdet, wenn ich z.B. auf der Willy-Brandt-Straße mit dem Fahrrad fahren müsste. Nur leider ist man in Deutschland nicht in der Lage, trotz guter Vorbilder in Holland und Dänemark gute und intelligente Radwege zu bauen, denen man ansieht, dass Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer gelten.

      • Hermann Brakelmann

        Ihr Wort in Gottes Ohr, Herr Hilsen! Aber so lange die Niedersächsische Landesregierung verlangt, daß Radwege benutzungspflichtig sein müssen, damit es Fördermittel gibt, und mit Rückforderung der Mittel droht, wenn der Nutzungszwang aufgehoben wird, dürften die Kommunen kaum ein Interesse an einer StVO-konformen Radverkehrsführung haben:
        http://www.cn-online.de/lokales/news/problem-mit-radwegen-ist-ein-bedarfsplan-notwendig.html

        DIE Baustelle sollte Herr Lies erst mal dichtmachen, wenn ihm der Radverkehr wirklich so wichtig ist, wie er behauptet.

  2. motorräder sind auch fahrzeuge und gehören auf die straße. zu dumm, es gibt immer mehr tote unter den motorradfahrern. ob das daran liegt, dass zu unterschiedliche fahrzeuge sich auf einer straße bewegen? radfahrer würden da als opfer gerade noch fehlen.